Die betriebliche Altersvorsorge

Ein Vergleich der verschiedenen Varianten

Mit der betrieblichen Altersvorsorge können Arbeitnehmer ihre gesetzliche Rente aufstocken, sofern diese Möglichkeit vom jeweiligen Arbeitgeber angeboten wird. Welche Vorsorgevarianten es innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge gibt, stellen wir dir in einem Vergleich vor. Lies dazu unseren Ratgeber.

  1. Was ist die betriebliche Altersvorsorge?
  2. Verschiedene Varianten der betrieblichen Altersvorsorge im Vergleich
  3. Die betriebliche Altersvorsorge - Warum ein Vergleich für Arbeitgeber sinnvoll ist

Wenn du als Arbeitnehmer bei einer Firma angestellt bist, die an der betrieblichen Altersversorgung teilnimmt, kannst du die häufig prophezeite Versorgungslücke zwischen den Zahlungen der gesetzlichen Rente und dem späteren Bedarf auf unkomplizierte und sichere Weise schließen. Im Vergleich zu anderen Formen der Altersvorsorge hat die sogenannte Betriebsrente viele Vorteile. Du hast allerdings keinen Einfluss darauf, welchen Durchführungsweg der Altersversorgung der Arbeitgeber wählt, sondern kannst dich nur für oder gegen diese entscheiden. Wir stellen dir deshalb die Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge in einem Vergleich vor.

Was ist die betriebliche Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge beziehungsweise Altersversorgung (bAV) gehört zu den drei Säulen der Altersvorsorge, zu denen weiterhin die gesetzliche und die private Rentenversicherunge zählen. Die betriebliche Altersvorsorge wird im Betriebsrentengesetz (BetrAVG) geregelt und kann von Arbeitgebern insbesondere allen abhängig Beschäftigten zugesagt werden, das heißt Arbeitern, Angestellten und Auszubildenden. Aber auch Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft (AG) oder Gesellschafter beziehungsweise Geschäftsführer einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) sowie betriebsfremde Personen, die eine Tätigkeit ausschließlich für ein Unternehmen ausüben, können Anspruch auf die betriebliche Altersversorgung haben.

Tipp: Eine betriebliche Altersvorsorge zu wechseln, ist übrigens meistens nicht ohne weiteres möglich. Erfahre in unserem entsprechenden Ratgeber, wann es doch geht und was du dabei beachten musst.

Vor- und Nachteile der betrieblichen Altersversorgung für Arbeitnehmer

Die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich im Vergleich zu vielen anderen Vorsorgeformen vor allem aus einem Grund: Gemäß § 1a BetrAVG hat jeder Arbeitnehmer seit dem Jahr 2002 einen gesetzlichen Anspruch auf Umwandlung von bis zu vier Prozent seines Bruttolohns oder von Sonderzahlungen, wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, in Beiträge für eine Rentenversicherung. Das bedeutet, dass auf diesen Teil keine Sozialabgaben und keine Steuern gezahlt werden müssen. Die betriebliche Altersvorsorge ist im Vergleich beispielsweise zur Riester-Rente daher klar im Vorteil, da deren Beiträge vom Nettolohn gezahlt werden müssen. Allerdings wird dadurch das Bruttogehalt niedriger, sodass weniger Geld in die gesetzliche Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung eingezahlt wird. Die Folge: Die Leistungen aus diesen Versicherungen fallen später geringer aus. Außerdem werden Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung in der Regel erst nach Erreichen des Rentenalters ausgezahlt.

Die verschiedenen Varianten der betrieblichen Altersvorsorge im Vergleich

Nach § 1 BetrAVG kann die betriebliche Altersversorgung direkt über den Arbeitgeber oder über einen anderen Versorgungsträger, wie zum Beispiel ein Versicherungsunternehmen oder eine Pensionskasse, erfolgen. Du kannst als Versicherter allerdings nicht auswählen, welcher Versorgungsträger für die betriebliche Altersversorgung zuständig ist. Bei der betrieblichen Altersvorsorge lohnt sich ein Vergleich verschiedener Anbieter daher nicht. Wie die Altersversorgung geregelt ist, wird in den Arbeits- oder Tarifverträgen festgehalten. Insbesondere werden die folgenden Formen genutzt:

Pensionskassen

Pensionskassen sind selbständige Unternehmen, die entweder als Aktiengesellschaft (AG) oder als Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG) betrieben werden. Häufig werden Pensionskassen durch eine Branche getragen, wie beispielsweise Pensionskasse Rundfunk oder Pensionskasse Ernährung und Genuss. Es gibt aber auch eine große Anzahl von Pensionskassen die in Zusammenhang mit einzelnen Unternehmen oder Konzernen stehen. Beispiele hierfür sind die Allianz Pensionskasse AG, die Bayer-Pensionskasse oder die Hoechst-Gruppe Pensionskasse. Im Unterschied zu einigen anderen Formen der betrieblichen Altersvorsorge, die in diesem Vergleich beschrieben werden, können Beiträge zur Pensionskasse staatlich gefördert werden und sind flexibel in der Auszahlung. Das heißt, der Arbeitnehmer hat ein Renten- oder ein Kapitalwahlrecht. Die Beiträge werden bereits vom Bruttolohn einbehalten und sind damit steuer- und versicherungsfrei. Außerdem unterstützen viele Firmen die Vorsorge mit einem zusätzlichen Beitrag. Oftmals liegt dieser genauso hoch, wie die Summe, die der Arbeitnehmer selbst einzahlt. Die später ausgezahlten Leistungen müssen allerdings versteuert werden.

Pensionsfonds

Pensionsfonds in Deutschland gewähren Arbeitnehmern oder deren Hinterbliebenen Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge im Sinne des § 1b BetrAVG. Meistens agieren sie in Form von Aktiengesellschaften (AG) oder Vereinen auf Gegenseitigkeit. Diese sind unter anderem dazu verpflichtet, die Leistungen als lebenslange Rente oder als Einmalzahlung zu erbringen. Voraussetzung für Leistungen aus einem Pensionsfonds ist es, dass der Arbeitgeber mit diesem einen Vertrag abgeschlossen und einen Pensionsplan erstellt hat. Darin werden die Modalitäten der Beitragszahlung und die Art der Versorgungsleistungen festgelegt. Pensionsfonds legen das Kapital aus den Beitragszahlungen in erster Linie in Wertpapieren oder in Aktien an. Sie benötigen in Deutschland eine Zulassung von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Im Jahr 2016 verzeichnete diese knapp über dreißig tätige Pensionsfonds.

Unterstützungskassen

Unterstützungskassen gehören zu den ältesten Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge; immerhin gibt es sie schon seit mehr als hundert Jahren. Ihre Finanzierung erfolgt durch die Zahlung freiwilliger Zuwendungen durch einen oder auch mehrere Arbeitgeber. Die Rechtsform von Unterstützungskassen wird in § 1b Abs. 4 BetrAVG definiert, und zwar handelt es sich um eingetragene Vereine, die keiner staatlichen Aufsicht und auch keinen besonderen Anlagevorschriften unterliegen. Da die Unterstützungskassen einen Rechtsanspruch auf die Versorgungsleistungen ausschließen, werden die Einlagen durch den Arbeitgeber über den Pensions-Sicherungs-Verein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) versichert. Beiträge des Arbeitnehmers in Höhe von bis zu vier Prozent des Bruttolohns bleiben sozialversicherungs- und steuerfrei. Versorgungen durch den Arbeitgeber sind insgesamt sozialversicherungsfrei. Allerdings müssen die späteren Versorgungsleistungen gemäß § 19 Abs. 1 Nr. 2 EStG als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit versteuert werden.

Direktversicherungen

Direktversicherungen werden durch den Arbeitgeber als Lebensversicherung für den Arbeitnehmer abgeschlossen. Die Leistungen aus dieser Versicherung erhalten entweder der Arbeitnehmer im Erlebensfall oder seine Hinterbliebenen. Versichert werden können Leistungen für das Alter, für Invalidität oder für den Todesfall. Die Beiträge werden entweder anteilig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, nur vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer im Rahmen der Entgeltumwandlung geleistet. Das bedeutet, dass die Beiträge wie bei den anderen Formen der betrieblichen Vorsorgen in diesem Vergleich vom Bruttolohn gezahlt werden. Leistungen müssen während der Rentenphase gemäß § 22 Nr. 5 EStG als sonstige Einkünfte versteuert werden. Neben der Rentenzahlung ist auch eine Kapitalabfindung möglich.

Direkt- beziehungsweise Pensionszusagen

Bei einer Pensionszusage erbringt der Arbeitgeber die Leistungen für die betriebliche Altersvorsorge im Vergleich zur Direktversicherung selbst. Das bedeutet für ihn, dass die durch den Arbeitnehmer gezahlten Beiträge im Unternehmen verbleiben und nach eigenem Gutdünken angelegt werden können. Damit es zu keinen Problemen bei der Renten- oder Kapitalauszahlung kommt, schließen die meisten Arbeitgeber eine Rückdeckungsversicherung bei einem Lebensversicherungsunternehmen ab. Tritt für den Arbeitnehmer der Versorgungsfall ein, muss er die Leistungen laut § 19 Einkommenssteuergesetz (EStG) als nachträgliche Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit versteuern. Von den ausgezahlten Beträgen dürfen allerdings ein Arbeitnehmerpauschbetrag und ein Versorgungsfreibetrag abgezogen werden. Damit der Arbeitnehmer bei einer Insolvenz des Arbeitgebers nicht leer ausgeht, werden Direktzusagen über den Pensions-Sicherungs-Verein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) versichert.

Die betriebliche Altersvorsorge - Warum ein Vergleich für Arbeitgeber sinnvoll ist

Es ist zwar kein Arbeitgeber verpflichtet, eine betriebliche Altersvorsorge für seine Arbeitnehmer anzubieten, aber in vielen Unternehmen und Branchen ist dies üblich. Grundsätzlich hat der Arbeitgeber das Recht, den Durchführungsweg der Altersversorgung auszuwählen, haftet aber dann für die Versorgungszusage. Sofern keine überbetriebliche Altersvorsorge besteht wie bei branchenüblichen Pensionskassen, sollte der Arbeitgeber daher vor der Auswahl der betrieblichen Altersvorsorge einen Vergleich der unterschiedlichen Formen durchführen. Rat erteilt hierbei auch der Bundesverband der Rechtsberater für betriebliche Altersversorgung und Zeitwertkonten.

Fazit: Mit der betrieblichen Altersvorsorge unterstützen Arbeitgeber abhängig Beschäftigte bei der Vorsorge für das Alter. Der Arbeitgeber darf dabei entscheiden, welche Versorgungsform er wählt. Eine Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge besteht allerdings nicht. Wird dem Arbeitnehmer jedoch eine Versorgung zugesagt, hat er das Recht auf Entgeltumwandlung.

Tipp: Die richtige Altersvorsorge im Vergleich zu finden, ist nicht immer einfach. Daher lies auch unsere Ratgeber "Rentenversicherung im Vergleich" und "Rürup-Rente im Vergleich".
Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
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