Kündigungsfrist Aushilfe

Diese Regelungen gelten bei der Kündigung eines Aushilfsjobs

  1. Aushilfsjob oder Minijob – Wo liegen die Unterschiede?
  2. Welche Besonderheiten gelten für die Kündigung einer Aushilfsstelle?
  3. Wann sind verkürzte Kündigungsfristen zulässig?
  4. Wie verfasse ich als Aushilfe ein Kündigungsschreiben?

Aushilfsjob oder Minijob – Wo liegen die Unterschiede

Wenn du einen Job als Aushilfe hast, fragst du dich sicherlich, wo denn eigentlich die Unterschiede zu einem Minijob oder anderen Beschäftigungsarten liegen. Beim längerfristigen Minijob gelten z.B. andere Kündigungsvorschriften. Um dir einen Überblick zu verschaffen, sind hier die Unterschiede und die sich daraus ergebenden gesetzlichen Regelungen ausführlich beschrieben.

Aushilfsjob oder Minijob? – Diese Unterschiede gibt es

Eine Aushilfe ist eine Person, welche für eine bestimmte Arbeit für einen vorübergehenden Zeitraum in ein Arbeitsverhältnis tritt. Die Besonderheit bei solch einer Anstellungsart ist, dass innerhalb der ersten drei Monate verkürzte Kündigungsfristen gelten. Aushilfsstellen sind grundsätzlich sozialversicherungsbefreit, wenn diese auf eine Dauer von maximal drei Monaten begrenzt sind. Von einem Minijob spricht man hingegen dann, wenn das durchschnittliche Arbeitsentgelt die monatliche Grenze von 450 Euro nicht überschreitet. Deshalb spricht man hier auch von geringfügig entlohnten Beschäftigungen. Der Vorteil besteht darin, dass du als Arbeitnehmer keine Abgaben für die Sozialversicherungsbeiträge leisten musst. Diese übernimmt der Arbeitgeber.

Gesetzliche Fristen für die Kündigung einer Aushilfsstelle

Im Gesetz sind die allgemein gültigen Kündigungsfristen für Arbeitsverhältnisse festgehalten. Die gesetzliche Kündigungsfrist bei einer Aushilfsstelle beträgt regelmäßig innerhalb der ersten sechs Monate der Betriebszugehörigkeit zwei Wochen. Danach verlängert sich diese Frist auf vier Wochen. In Sonderfällen kann gemäß  § 622 Absatz 5 Nr. 1 BGB die gesetzliche Kündigungsfrist, die in Absatz 1 des Gesetzes festgesetzt ist verkürzt werden. Voraussetzungen dafür sind:
  • Dass es sich bei dem Arbeitnehmer um eine vorübergehende Aushilfe handelt und
  • Dass das Arbeitsverhältnis einen Zeitraum von drei Monaten nicht überschreitet.

Die Zulässigkeit verkürzter Kündigungsfristen

Die Anwendung einer verkürzten Kündigungsfrist ist nur zulässig, wenn aus dem Arbeitsvertrag eindeutig hervorgeht, dass es sich um einen Aushilfsjob handelt. Eine solche Ausdrücklichkeit des Aushilfsarbeitsverhältnisses liegt beispielsweise dann vor, wenn es sich um einen „Aushilfsarbeitsvertrag“ handelt oder wenn die Formulierung „Herr/Frau...als Aushilfe“ im Vertrag vorhanden ist. Außerdem muss der Arbeitgeber in diesem Fall den vorübergehenden Mehrbedarf an Arbeitskraft rechtfertigen. Übrigens gilt iDas Gleiche gilt, wen du kündigen möchtest: Im Arbeitsrecht gilt stets immer, dass der Arbeitnehmer niemals längere Kündigungsfristen einhalten muss als der Arbeitgeber. Wenn keine ausdrückliche Vereinbarung im Arbeitsvertrag getroffen wurde, steht regelmäßig der Arbeitgeber in der Beweispflicht, dass es sich bei der Tätigkeit tatsächlich um ein Aushilfsverhältnis handelt. Rechtskräftige Beweise dafür sind
  • wenn die Beschäftigung des Arbeitnehmers nicht auf Dauer erfolgen sollte, sondern lediglich um einen vorübergehenden Bedarf an Arbeitskräften abzudecken, welcher
    • nicht durch den normalen Betriebsablauf kompensiert werden kann,
    • aufgrund des Ausfalls an Stammarbeitskräften entstanden ist oder
    • einen zeitlich begrenzten Arbeitsanfall begründet.
  • es sich aus den Umständen ergibt, dass es sich um eine Aushilfsstelle handelt (beispielsweise wenn eine Aushilfe nur für den Zeitraum eines Weihnachtsmarktes angestellt ist).

Aushilfe ohne Arbeitsvertrag

Insbesondere bei Aushilfsstellen kommt es immer wieder vor, dass  kein schriftlicher Arbeitsvertrag vorhanden ist. Es ist allerdings auch so, dass ein Arbeitsverhältnis nicht unbedingt vertraglich vereinbart werden muss. Wenn kein Vertrag vorhanden ist, in dem vom Gesetz abweichende Kündigungsfristen vereinbart worden sind, gelten die gesetzlichen Fristen des § 622 BGB.

Fristlose Kündigung

Bei Aushilfen ist eine außerordentliche Kündigung nur eingeschränkt möglich. Mitunter kursiert das Gerücht, dass Aushilfen jederzeit gekündigt werden können. Dies stimmt natürlich nicht, da der Arbeitgeber auch hier an die  gesetzlichen Vorschriften gebunden ist. Demnach besagt § 626 BGB, dass für das Aussprechen einer fristlosen Kündigung ein wichtiger Grund vorliegen muss. Folglich muss eine Aushilfe, wie auch ein Vollzeitbeschäftigter, einen erheblichen Pflichtverstoß vollziehen, um außerordentlich gekündigt werden zu können.

Die schriftliche Kündigung eines Aushilfsarbeitsverhältnisses

Wenn du deinen Aushilfsjob kündigen möchtest, solltest du das Kündigungsschreiben eigenhändig und handschriftlich unterschreiben. Es wird empfohlen, keine Gründe anzugeben, da sich hier bei den Formulierungen oftmals Fehler einschleichen.

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Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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