Außerordentliche Kündigung des Handyvertrags

Diese besonderen Umstände rechtfertigen eine vorzeitige Kündigung

  1. Wann eine außerordentliche Kündigung des Mobilfunkvertrags möglich ist
  2. So gehst du bei der außerordentlichen Kündigung vor
  3. Die ordentliche Kündigung als Alternative

Einen Handyvertrag außerordentlich kündigen

Zu teure Gebühren, eine schlechte Netzabdeckung oder einen unbefriedigenden Kundenservice - von Zeit zu Zeit ärgert sich wohl jeder über seinen Handyanbieter. Jedoch ist ein solcher Vertrag häufig an eine Mindestlaufzeit gebunden, sodass eine Kündigung außerhalb dieser nur in seltenen Fällen möglich ist.

Wann eine außerordentliche Kündigung des Mobilfunkvertrags möglich ist

Das gesetzliche Kündigungsrecht greift nicht immer. Die wichtigsten Gründe für eine fristlose Kündigung sind die folgenden:

  • Der Kunde ist privatinsolvent: Für den Fall, dass du in die Privatinsolvenz gehen musst, hast du allein aus dem finanziellen Interesse deines Handyanbieters ein außerordentliches Kündigungsrecht. Rein rechtlich gesehen fällt dieser Grund übrigens nicht in die Sonderkündigungsrechte. Der Mobilfunkprovider wird jedoch in den meisten Fällen dem Kunden kündigen.
  • Der Kunde lebt ab: Der Tod des Kunden muss mit einem amtlichen Dokument (in der Regel die Sterbeurkunde) belegt werden.
  • Der Handyanbieter erbringt die vertraglich vereinbarte Leistung nicht: Dein Mobilfunkanbieter erbringt seine Leistung nicht und es erfolgt auch nach Aufforderung zur Erbringung keine Nachbesserung. Dies kann beispielsweise eine fehlerhafte Rechnung sein, die nach einer Aufforderung zur Berichtigung nicht nachgebessert wurde.
  • Der Kunde zieht ins Ausland: Du ziehst ins Ausland um und kannst somit die Dienste deines Mobilfunk-Providers nicht mehr in Anspruch nehmen. In einem solchen Fall benötigst du eine amtliche Meldebescheinigung, um deinen Umzug nachzuweisen.
  • Ein Pflichtverstoß auf Seiten des Kunden liegt vor: Für den Fall, dass du gegen die Regeln und Pflichten der AGB verstößt, kann dir dein Handyprovider außerordentlich kündigen. Dies ist beispielsweise denkbar, wenn du nicht alle deine Rechnungen beglichen hast. Dein Handyanbieter kann allerdings den Ausgleich des finanziellen Schadens verlangen, indem er die noch ausstehenden Monatsbeträge einfordert.

So gehst du bei der außerordentlichen Kündigung vor

Die Gewährung einer Frist

In vielen Fällen, die eine außerordentliche Kündigung begründen, musst du deinem Mobilfunkanbieter eine Frist zur Behebung des Problems gewähren. Wenn innerhalb dieser Frist keine Veränderung eingetreten ist, wird auch deine Kündigung wirksam. Normalerweise kannst du dies in deinem Kündigungsschreiben so vermerken, so dass nach Fristablauf kein weiteres Schreiben deinerseits notwendig ist. In der Regel wird eine Fristgewährung von drei Wochen empfohlen.

Die Form der Kündigung

Bei einigen Gründen (beispielsweise ein Umzug ins Ausland oder die Privatinsolvenz des Kunden) ist eine solche Fristsetzung allerdings nicht erforderlich.

Wenn du deine vertraglichen Pflichten nicht erfüllen solltest, kann dir dein Provider ebenso fristlos kündigen. Dies kann er jedoch nicht ohne Weiteres tun. Zunächst muss er dir mehr als einmal schriftliche Warnungen schicken, dass es zu einer Sperrung des Anschlusses kommt, wenn du deiner Pflichterfüllung nicht nachkommst. Wenn es dann zu einer Sperrung kommen sollte, muss dies der Anbieter zwei Wochen vorher schriftlich ankündigen. Erst dann kann dir dein Handyanbieter die außerordentliche Kündigung aussprechen.

Wie auch bei einer ordentlichen Kündigung ist bei einer außerordentlichen Kündigung die Form entscheidend, damit sie wirksam wird. Die Kündigung solltest du unbedingt schriftlich verfassen. Es empfiehlt sich stets eine Kündigung per Einschreiben mit Rückschein oder als Fax mit Sendeprotokoll. So hast du einen Nachweis, dass die fristlose Kündigung tatsächlich bei deinem Provider angekommen ist. Du kannst dein Kündigungsschreiben deinem Anbieter natürlich auch auf mehreren Wegen gleichzeitig übermitteln.

Die ordentliche Kündigung als Alternative

Wenn du keinen Grund für eine außerordentliche Kündigung deines Mobilfunkvertrags hast, bleibt dir nur noch die Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung. Hierfür solltest du dich in deinem Vertrag über die Kündigungsfristen und die Mindestvertragslaufzeit informieren. Nach diesen richtet sich der Termin für die frühestmögliche Beendigung deines Handyvertrags. Auch eine ordentliche Kündigung solltest du schriftlich per Fax oder Post bei deinem Anbieter einreichen. Fordere eine Empfangsbestätigung und die Mitteilung des Kündigungstermins ein, damit du rechtzeitig einen neuen Handyvertrag abschließen kannst.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
über 250.000 Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewonnen.
Kündige oder wechsle deine Verträge kostenlos mit nur einem Klick.

Außerordentliche Kündigung des Handyvertrags
5
2 Bewertungen (3.0 Durchschnitt)