Die freiwillige Pflegeversicherung

Ein Vergleich verhilft dir zum besten Angebot

Eine Pflegeversicherung gewährt Geld- oder Sachleistungen im Falle von Pflegebedürftigkeit, um damit die erforderliche Pflege zu ermöglichen. Neben der Pflegepflichtversicherung, deren Abschluss gesetzlich vorgeschrieben ist, gibt es die freiwillige Pflegeversicherung. Diese wird als Zusatzversicherung abgeschlossen und bietet einen erweiterten Leistungsumfang. Erfahre hier bei volders.de, wie du die optimale Pflegeversicherung durch einen Vergleich findest und was du bei Abschluss berücksichtigen solltest.

  1. Was ist die freiwillige Pflegeversicherung und für wen ist sie zu empfehlen?
  2. Vor dem Abschluss einer freiwilligen Pflegeversicherung steht der Vergleich
  3. Das musst du bei der freiwilligen Pflegeversicherung bei einem Vergleich beachten

Jeder Mensch hofft, dass er im Alter, nach einer Krankheit oder nach einem Unfall nicht pflegebedürftig wird. Dennoch darf man diesen Gedanken nicht gänzlich von sich weisen, sondern sollte sich bereits in jungen Jahren damit befassen. Zwar gibt es in Deutschland neben der gesetzlichen Krankenversicherung auch eine gesetzliche Pflegepflichtversicherung, aber diese deckt viele Leistungen nicht ab. Es ist daher sinnvoll, sie durch eine freiwillige Pflegeversicherung zu ergänzen, die besser als Pflegezusatzversicherung bekannt ist. Mach dich in unserem Ratgeber mit den Leistungen der Pflegeversicherung vertraut und erfahre, was du für einen Vergleich wissen musst.

Was ist die freiwillige Pflegeversicherung und für wen ist sie zu empfehlen?

Nach dem Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) ist seit 1995 jede Person mit Wohnsitz in Deutschland verpflichtet, neben einer Krankenversicherung auch eine Pflegeversicherung zu haben. Diese Pflegepflichtversicherung wird durch jede gesetzliche und jede private Krankenversicherung angeboten und gehört zu den Sozialversicherungen. Neben der gesetzlich geregelten Pflegeversicherung kannst du jedoch auch Pflegezusatzversicherungen beziehungsweise freiwillige Pflegeversicherungen abschließen, die meistens von privatwirtschaftlichen Versicherungsunternehmen angeboten werden. Da die gesetzliche Pflegepflichtversicherung meistens nur einen Teil der Kosten abdeckt, die im Falle einer Pflegebedürftigkeit entstehen können, ist der Abschluss einer Zusatzversicherung sogar sinnvoll. Dabei ist es unwichtig, ob du üblicherweise gesetzlich oder privat krankenversichert bist. Wichtig ist es, dass du vor dem Abschluss einer Pflegezusatzversicherung einen Vergleich der vielfältigen Angebote durchführst. Da auch bei der Pflegeversicherung der Vergleich anonym möglich ist, gehst du dabei keinerlei Risiko ein.

Tipp: Da hast bereits eine Pflegeversicherung, bist mit deren Leistungen oder den Beiträgen aber nicht zufrieden? Dann lies unseren Ratgeber "Pflegeversicherung kündigen", in dem wir erklären, was du bei der Kündigung des Versicherungsvertrags beachten musst. Noch einfacher funktioniert das Kündigen von Versicherungen übrigens mithilfe unseres kostenlosen Kündigungsservices. Nach der Anmeldung stehen dir Kündigungsvorlagen und ein Versandservice zur Verfügung. Außerdem erinnern wir dich per E-Mail an wichtige Kündigungsfristen. Eine neue Pflegeversicherung findest du dann durch einen Vergleich.

Vor dem Abschluss einer freiwilligen Pflegeversicherung steht der Vergleich der Versicherungsarten

Die Versicherer bieten unterschiedliche Arten der freiwilligen Pflegeversicherung an, deren Leistungen und Anspruchsvoraussetzungen sich unterscheiden. Zwischen folgenden Angeboten der zusätzlichen Pflegeversicherung kannst du auswählen:

Die Pflegetagegeldversicherung

Die Pflegetagegeldversicherung leistet für jeden Tag der Pflegebedürftigkeit einen im Vertrag vereinbarten festen Geldbetrag. Dieser ist unabhängig vom tatsächlichen Bedarf, orientiert sich allerdings an der Pflegestufe, wobei bei Pflegestufe 3 in der Regel 100 Prozent gewährt werden. Derzeit unterscheiden die Versicherungen zwischen folgenden Pflegestufen:

  • Pflegestufe 0 für Personen, die eingeschränkt pflegebedürftig sind, aber nur wenig Betreuungsbedarf haben
  • Pflegestufe 1 für Personen, die aufgrund eingeschränkter Pflegebedürftigkeit mindestens einmal am Tag Hilfe bei der Ernährung oder der Körperpflege und zusätzliche Hilfe für den Haushalt benötigen
  • Pflegestufe 2 für Personen, die schwer pflegebedürftig sind, das heißt mehrmals täglich Hilfe benötigen
  • Pflegestufe 3 für Schwerstpflegebedürftige, die rund um die Uhr betreut werden müssen
Hinweis: Seit Januar 2017 hat der Staat die bisherigen drei Pflegestufen für die Pflegeversicherung zu fünf Pflegegraden umgestellt. Auch viele private Versicherer passen ihre Angebote daher auf die neuen Pflegegrade an, sofern die Leistungen auf der eingestuften Pflegebedürftigkeit beruhen. Hierdurch ist es auch bei bereits bestehenden Verträgen möglich, dass die Beiträge steigen.

Der Vorteil bei der Pflegetagegeldversicherung ist, dass du immer genau weißt, in welcher Höhe dir Leistungen gewährt werden. Ein Nachteil kann indessen sein, dass die Kosten, die am Ende wirklich anfallen, höher liegen als der ausgezahlte Betrag. Außerdem bieten die Versicherer bei dieser Art der freiwilligen Pflegeversicherung mehrere Tarifvarianten an, sodass du einen Vergleich unbedingt vornehmen solltest.

Tipp: Lies auch unseren Ratgeber "Die Pflegetagegeldversicherung - Durch einen Vergleich die Übersicht im Tarifdschungel nicht verlieren", um mehr über die Pflegetagegeldversicherung zu erfahren.

Die Pflegerentenversicherung

Wie bei der Pflegetagegeldversicherung wird auch bei der Pflegerentenversicherung die Höhe der Leistung nach der jeweiligen Pflegestufe beziehungsweise der neuen Pflegegrade gestaffelt. Im Fall der Pflegebedürftigkeit wird allerdings kein Tagegeld, sondern eine lebenslange Pflegerente gewährt. Die Pflegerentenversicherung funktioniert dabei ähnlich wie eine Kapitallebensversicherung: Die Gesamtleistung splittet sich in eine in jedem Fall ausgezahlte Garantiesumme und eine Überschussleistung, die je nach Kapitalanlage des Versicherers schwanken kann. Die Beiträge liegen bei der Pflegerentenversicherung gegenüber der Pflegetagegeldversicherung häufig höher. Dafür wird die Pflegerente derzeit aber als Nettobetrag auszahlt, der nicht mehr versteuert werden muss.

Tipp: Du kannst die freiwillige Pflegeversicherung nach einem Vergleich auch wechseln, wenn du dabei bestimmte Aspekte wie beispielsweise die Kündigungsfrist beachtest. Lies dazu unseren Ratgeber "Pflegeversicherung wechseln".

Die Pflegekostenversicherung

Bei der Pflegekostenversicherung wird die Differenz zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den Gesamtkosten durch den Versicherer erstattet. Hierfür musst du die Ausgaben mit Belegen nachweisen - ein Nachteil, wenn man durch Angehörige und nicht durch einen Pflegedienst gepflegt wird. Für diese Pflegeversicherung musst du beim Vergleich beachten, dass die Versicherer meistens zwei Tarifvarianten anbieten: Die Übernahme einer maximalen Summe pro Jahr oder die prozentuale Aufstockung der Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Die staatlich geförderte private Zusatzversicherung

Die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung ist auch als Pflege-Bahr bekannt, weil sie durch den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr nach dem Beispiel der Riester-Rente initiiert wurde. Die Pflege-Bahr wird durch den Staat mit derzeit monatlich fünf Euro bezuschusst. Voraussetzung hierfür ist, dass der Versicherte mindestens zehn Euro monatlich selbst einzahlt. Von Vorteil ist, dass Versicherer keinen Versicherungsnehmer aufgrund von Vorerkrankungen ablehnen oder Leistungsausschlüsse vornehmen dürfen. Außerdem ist es nicht erlaubt, Risikozuschläge zu erheben. Wie die Stiftung Warentest im Mai 2013 jedoch kritisierte, sind die Leistungen der Pflege-Bahr geringer als bei Pflegezusatzversicherungen ohne staatliche Zulage.

Das musst du bei der freiwilligen Pflegeversicherung bei einem Vergleich beachten

Die verschiedenen Varianten der freiwilligen Pflegeversicherung machen einen Vergleich unbedingt erforderlich, wobei dieser nicht ganz einfach ist. Dennoch gibt es einige Punkte, die generell beim Versicherungsvergleich wichtig sind und die Auswahl des richtigen Versicherungsvertrags erleichtern können:

  • Gesundheitsprüfung - Meistens müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden, die Pflege-Bahr stellt eine Ausnahme dar. Versicherer können Antragsteller aufgrund von Vorerkrankungen ablehnen oder Risikozuschläge erheben. Außerdem können Falschaussagen zum Gesundheitszustand zur Kündigung durch den Versicherer oder zum Ausschluss von Leistungen führen.
  • Wartezeiten - Einige Versicherer gewähren Leistungen erst nach einer Wartezeit, die schlimmstenfalls mehrere Jahre betragen kann. Eine Ausnahme kann dann bestehen, wenn die Pflegebedürftigkeit aus einem Unfall resultiert.
  • Beitragsbefreiung - Tarife mit dieser Option sind nützlich: Wenn du aus finanziellen Gründen die Beiträge nicht aufbringen kannst, kann der Vertrag bis zu einer maximalen Dauer von drei Jahren pausiert werden.

Versicherungsexperten empfehlen übrigens die freiwillige Pflegeversicherung bereits im jüngeren Lebensalter abzuschließen, weil die Beiträge dann wesentlich niedriger sind.

Fazit: Die Wahl der richtigen freiwilligen Pflegeversicherung ist durch einen Vergleich möglich, allerdings aufgrund sehr unterschiedlicher Angebote nicht ganz einfach. Wichtig ist es daher, dass du dir dafür ausreichend Zeit nimmst und dich nicht zu voreilig für eine Versicherungsvariante entscheidest.

Tipp: Wenn du mehr zu anderen Versicherungen erfahren möchtest, lies auch unsere Ratgeber zu den Themen "Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Vergleich", "Krankenzusatzversicherung im Vergleich" oder dazu, wie du eine fondsgebundene Lebensversicherung kündigen kannst.
Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können
viele Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewinnen.
Kündige jetzt deine Verträge kostenlos mit nur einem Klick. Oder gewinne den Überblick über all deine Verträge und melde dich sofort an.
Die freiwillige Pflegeversicherung
5
1 Bewertungen (5.0 Durchschnitt)