Was muss ich bei einem Tarifwechsel beachten?

Hinweise und Tipps zum Tarifwechsel

Ob bei der Versicherung, beim Telefonvertrag oder beim Stromanbieter - ein Tarifwechsel kann sich immer lohnen und unter Umständen bares Geld sparen. Vor einem Wechsel ist es empfehlenswert, dass du nicht nur die Tarife der verschiedenen Anbieter sorgfältig vergleichst, sondern dir auch die Leistungen innerhalb der unterschiedlichen Tarife genauer ansiehst. Nicht immer ist der günstigste Tarif nämlich der beste.

1. Was ist ein Tarifwechsel?

Ursprünglich von den privaten Krankenkassen bekannt, bezeichnet ein Tarifwechsel den Wechsel in einen höheren oder niedrigeren Tarif beim gleichen oder bei einem anderen Anbieter. So bieten nicht nur die privaten Krankenkassen unterschiedliche Leistungen zu verschiedenen Preisen an, sondern auch die meisten Telefonanbieter, Versicherer, Strom- und Gasanbieter werben mit mehreren Tarifen. Das ist auch sinnvoll, da nicht jeder Kunde den gleichen Leistungsumfang benötigt und damit seine Verträge an die jeweiligen Lebensumstände optimal anpassen kann.

2. Wann macht ein Tarifwechsel Sinn?

Unabhängig davon, für welchen Vertrag ein Wechsel des Tarifs angestrebt wird, sind in der Regel zwei Gründe ausschlaggebend: Zum einen kann durch einen Tarifwechsel Geld gespart werden, zum anderen kann eine Leistungssteigerung oder -minderung gewünscht sein. Bei Mobilfunkverträgen beispielsweise werden häufig mehrere Leistungen, wie Telefonie- und SMS-Flatrates sowie Datenvolumen, in verschiedenen Tarifen gebündelt angeboten. Vor dem Vertragsabschluss solltest du daher genau das Angebot auswählen, welches zu deinem Nutzungsverhalten passt. Wer sich selten im Ausland aufhält, benötigt zum Beispiel keine Auslandsflatrate und wer nur telefoniert und kaum das Internet nutzt, kommt mit einem kleinen Datenvolumen und einer niedrigeren Datenübertragungsrate aus.

3. Wie kann man sich über neue Tarife informieren?

Da die Anbieter häufig ihre Tarifstruktur ändern, macht es Sinn, wenn du dich regelmäßig über neue Tarife informierst. Das ist unproblematisch im Internet auf den Websites der Anbieter oder bei Vergleichsportalen möglich, die zudem häufig Hilfe beim Wechsel anbieten. Dieser Service wird im Normalfall kostenlos angeboten. Viele Provider oder Versicherer verschicken aber auch Informationen per Post oder per E-Mail, wenn wichtige Tarifanpassungen oder eine Änderung beziehungsweise Erweiterung der Leistungen anstehen.

4. Was muss beim Tarifwechsel beim gleichen Anbieter beachtet werden?

Der Wechsel in einen anderen Tarif ist in der Regel unkompliziert möglich, so lange du beim gleichen Anbieter bleibst. Dennoch können sich die Bedingungen je nach Vertrag unterscheiden. Daher solltest du dir die Allgemeinen Bedingungen deines Vertrages zu diesem Thema durchlesen oder mit deinem Anbieter per Telefon, Fax oder E-Mail Kontakt aufnehmen. Ein sogenanntes Upgrade, das heißt der Wechsel in einen höherwertigen Tarif, ist meistens ohne Komplikationen möglich. Unter Umständen kann es sein, das Wechselgebühren fällig werden. Anders sieht es häufig bei einem Downgrade, dem Wechsel in einen günstigeren Tarif, aus. Dieser ist meistens erst nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit und/oder mit der Zahlung einer Gebühr möglich.

5. Was muss beim Wechsel zu einem anderen Anbieter beachtet werden?

Der Wechsel zu einem anderen Anbieter kann in den meisten Fällen erst dann erfolgen, wenn die Vertragslaufzeit beim Voranbieter abgelaufen ist. Sofern diese nicht automatisch endet, musst du darauf achten, die Kündigungsfrist einzuhalten. Diese variiert stark zwischen Vertragskategorie und Anbieter. Eine feste Frist gibt es dagegen bei der Kfz-Versicherung. Hier ist der Stichtag für die Kündigung immer und für jeden Versicherungsnehmer der 30. November eines Jahres, wenn nicht spezielle Gründe, wie der Autoverkauf oder die Stilllegung des Kraftfahrzeugs, eine außerordentliche Kündigung zu einem früheren Zeitpunkt gestatten. Ein Sonderkündigungsrecht steht Verbrauchern häufig auch bei einer Preiserhöhung innerhalb eines Tarifs zu. 

6. Wann kannst du die Tarife nicht selbst wählen?

Es ist nicht immer möglich, den Tarif selbst zu bestimmen. So hängt bei der Autoversicherung dieser in erster Linie von der Anzahl der schadenfreien Jahre in der gleichen oder in einer Vorversicherung ab, sodass die Einstufung in die Tarifklasse automatisch erfolgt. Dennoch zahlt sich ein Vergleich aus, denn die verschiedenen Versicherer haben bei gleicher Leistung unterschiedliche Preise. Ein Preisvergleich ist im Internet schnell gemacht und der Service kostet nichts. Auch bei gesetzlichen Krankenkassen ist keine Tarifwahl möglich, da nach dem Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) alle Versicherten grundsätzlich die gleichen Leistungen beanspruchen können und sich die Beiträge nach den beitragspflichtigen Einnahmen des Versicherten bemessen.

7. Fazit: So klappt‘s mit dem Tarifwechsel!

Ein Tarifwechsel kann sich lohnen, wenn dadurch die Beiträge geringer werden oder sich die Leistungen verändern. Vor einem Wechsel musst du allerdings die Verträge und neue Angebote prüfen sowie gegebenenfalls Kündigungsfristen einhalten. Hilfe beim Tarifwechsel bieten Vergleichsportale oder die Anbieter, sofern du nur den Tarif, aber nicht den Anbieter wechselst.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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