Die Kosten für einem Umzug

Welche Kosten bei einem Umzug entstehen, wer sie übernimmt und wie du sie möglichst klein halten kannst

Diese Kosten entstehen bei einem Umzug

"Drei Mal umgezogen, ist einmal abgebrannt.", soll der amerikanische Staatsmann, Wissenschaftler und Erfinder Benjamin Franklin einmal gesagt haben. Da ist viel Wahres dran, denn mit einem Umzug sind weit mehr Kosten als die für den Möbeltransport verbunden. Einige lassen sich vor dem Umzug kaum absehen. Andere hingegen kann man planen. Je nachdem, wohin der Umzug geht, können sich die Ausgaben unterscheiden. Allein der Transport dürfte innerhalb der gleichen Stadt wesentlicher günstiger sein, als bei einem Umzug in einen anderen Ort oder sogar ins Ausland.


Kosten für einen Umzug innerhalb Deutschlands

Was ein Umzug kosten wird, lässt sich pauschal nicht sagen, da der Preis von vielen Faktoren wie der Menge des Umzugsgutes, die Anzahl der umziehenden Personen und auch den individuellen Ansprüchen abhängt. Generell müssen folgende Ausgaben eingeplant werden, wobei sicher die eine oder andere nicht auf jeden zutrifft:

  • für die Wohnungssuche, beispielsweise für Inserate, Fahrtkosten zu Wohnungsbesichtigungen, Beträge für einen Makler
  • für die Mietkaution
  • für die Renovierung der neuen und gegebenenfalls der alten Wohnung einschließlich Farben, Tapeten, Werkzeug
  • für die doppelte Miete, wenn der neue Mietvertrag bereits beginnt und noch eine Kündigungsfrist für die bisherige Wohnung eingehalten werden muss
  • für Entsorgung alter Möbel und Hausrats, zum Beispiel für die Sperrmüllabholung
  • für die Neuanschaffung von Möbeln, Teppichen, Gardinen beziehungsweise Rollos oder Bodenbelägen
  • für den Transport, entweder durch ein professionelles Unternehmen oder durch Anmieten eines Fahrzeugs und die Beauftragung von Helfern (unbezahlte Helfer solltest du zumindest zum Essen einladen und Getränke bereitstellen)
  • für die Einrichtung einer Halteverbotszone
  • für Umzugskartons und sonstiges Verpackungsmaterial
  • für Nachsendeaufträge der Post oder anderer Dienstleister
  • für Rechtsberatung, falls es Probleme mit dem alten Vermieter gibt
  • Kosten für die Ummeldung von DSL- oder Kabelanschlüssen
  • Bußgeld bei Fristüberschreitung beim An- oder Ummelden, das in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach dem Umzug geschehen muss
  • Kosten für die Ummeldung eines oder mehrerer Kraftfahrzeuge; diese sind höher, wenn ein neues Kennzeichen benötigt wird, da der Umzug nicht am gleichen Ort stattfindet



Kosten für einen Umzug ins Ausland

Ziehst du ins Ausland um, werden vermutlich einige der Ausgaben für einen Inlandsumzug nicht zutreffen, dafür entstehen aber andere, wie:

  • Reisekosten für die Vorbereitung des Umzugs
  • Kosten für die Einlagerung von Möbeln und Hausrat, die nicht mit ins Ausland genommen werden
  • Zollgebühren, wenn du in ein Land außerhalb des Zollgebiets der Europäischen Union (EU) ziehst
  • Kosten für eine Spedition, wenn der Umzug nicht selbst organisiert werden kann
  • Beiträge für eine Transportversicherung
  • Gebühren für Visa
  • Kosten für Gesundheitsuntersuchungen und Impfungen
  • Kosten für die Übersetzung von Zeugnissen und anderen wichtigen Unterlagen

So kannst du die Kosten gering halten

Einige Kosten werden sich sowohl bei einem Inlands- als auch bei einem Auslandsumzug nicht vermeiden lassen. Manche Ausgaben kannst du allerdings verringern oder vermeiden, wenn du deinen Umzug im Voraus sorgfältig planst. Hier einige Tipps, an welchen Stellen du sparen kannst:

  • sortiere deine persönlichen Sachen und deinen Hausrat bereits vor dem Umzug, denn weniger Umzugsgut sind geringere Kosten
  • verkaufe oder verschenke Sachen und Möbel, die du nicht mehr brauchst über das Internet, an Freunde, Bekannte und Nachbarn oder über einen Kleinanzeigenmarkt, denn so sparst du die Kosten für die Entsorgung
  • kündige deine bisherige Wohnung rechtzeitig, um nicht zu lange die doppelte Miete zahlen zu müssen, aber nicht bevor du den Mietvertrag für die neue unterzeichnet hast
  • falls du neues Mobiliar oder andere Einrichtungsgegenstände benötigst, schau nach Sonderangeboten oder kaufe manches gebraucht
  • organisiere deinen Umzug selbst mithilfe eines Mietwagens und Freunden
  • renoviere selbst oder mit der Hilfe von Freunden
  • kaufe Umzugskartons und Verpackungsmaterialien gebraucht, denn bei vielen Menschen stehen diese ungenutzt im Keller und halten durchaus noch einen weiteren Umzug aus
  • vermeide die Kosten für die Nachsendeaufträge, indem du allen wichtigen Personen, Behörden oder Vertragspartnern deine neue Adresse umgehend mitteilst oder bitte ehemalige Nachbarn, deine Post noch für einige Zeit in Empfang zu nehmen
  • melde dich rechtzeitig um, damit du kein Bußgeld zahlen musst


Tipp: Bei einem Umzug ins Ausland, kann es übrigens preiswerter sein, den Haushalt komplett aufzulösen und die Einrichtung am Zielort neu zu kaufen. Auslandstransporte sind nämlich meistens recht teuer, vor allem, wenn noch Zollgebühren hinzukommen.

So kannst du Umzugskosten von der Steuer absetzen

Du kannst einen Teil der Umzugskosten in deiner Steuererklärung geltend machen und von der Steuer absetzen. Dabei hängt es davon ab, wie der Umzug veranlasst war:


Privater Umzug

Du kannst die Kosten für Möbelpacker, Maler und Handwerker als haushaltsnahe Dienstleistungen bis zu einem Betrag von 4.000 Euro absetzen, sofern dir für die Leistung eine ordentliche Rechnung ausgestellt wurde. Grundlage hierfür ist § 35a EStG (Einkommenssteuergesetz). Der Umzug muss hierfür allerdings innerhalb Deutschlands stattfinden. Umzugskosten ohne Nachweis können nicht abgesetzt werden. Unter Umständen kann ein Umzug in der Steuererklärung auch als außergewöhnliche Belastung angegeben werden, beispielsweise beim Wechsel in eine behindertengerechte Wohnung oder bei Schimmelbefall. Hierfür musst du aber ein Attest von deinem Arzt vorweisen können. Einen privaten Umzug ins Ausland kannst du normalerweise nicht in Deutschland von der Steuer absetzen.


Beruflich bedingter Umzug

Wenn du aus beruflichen Gründen umziehst, zum Beispiel, weil dich dein Arbeitgeber in eine andere Filiale versetzt hat, kannst du die Kosten für ein Umzugsunternehmen als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Tipp: Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Ratgeber „So kannst du einen Umzug in der Steuererklärung angeben und Steuern sparen“.

Wann der Arbeitgeber die Kosten für einen Umzug übernimmt

Es gibt für einen Arbeitgeber keine Pflicht, die Umzugskosten für einen neuen Arbeitnehmer oder bei Wechsel der Arbeitsstätte zu übernehmen. Es hängt also von seiner Kulanz ab oder davon, wie wichtig ihm der neue Mitarbeiter ist, ob er sich finanziell an den Kosten beteiligt. Wenn der Umzug beruflich begründet ist, kann der Arbeitgeber die Zuschüsse an den Arbeitnehmer als abzugsfähige Betriebsausgaben in der Steuererklärung angeben.

Hinweis: Falls du als Bundesbeamter, Richter im Bundesdienst oder Angehöriger der Bundeswehr arbeitest, gilt für dich das Bundesumzugskostengesetz (BUKG), das unter anderem den Anspruch auf Umzugskostenvergütung bei dienstlich veranlassten Umzügen, Trennungsgeld und Bedingungen bei Auslandsumzügen regelt.

Wann staatliche Einrichtungen die Kosten für einen Umzug übernehmen

In bestimmten Fällen übernehmen das Arbeitsamt oder das Jobcenter als Einrichtungen der Agentur für Arbeit oder das Sozialamt die in Zusammenhang mit einem Umzug entstehenden Kosten für Empfänger des Arbeitslosengelds I und II (Hartz IV) sowie der Sozialhilfe. Hierbei werden jedoch nicht alle Ausgaben berücksichtigt und der Umzug muss einen triftigen Grund haben. In der Regel liegt es heute im Ermessen des Sachbearbeiters, ob Zuschüsse zu einem Umzug gewährt werden, während eine Umzugsbeihilfe noch bis Ende 2008 im Sozialgesetzbuch als Ermessensleistung geregelt wurde. Üblicherweise werden Kosten für den Transport und für notwendige Renovierungsarbeiten anerkannt, aber nur in den folgenden Fällen:

  • ein Empfänger des Arbeitslosengelds II oder der Sozialhilfe wird von der entsprechenden Behörde aufgefordert, in eine kleinere oder preiswertere Wohnung zu ziehen, um die Mietkosten zu senken
  • ein Empfänger von Arbeitslosengeld I und II oder Sozialhilfe findet eine Arbeitsstelle in einer anderen Stadt

Umzugskosten werden durch die Agentur für Arbeit oder das Sozialamt nur auf Antrag und nach sorgfältiger Prüfung gewährt.

Fazit

Ein Umzug erfordert viel Planung und kostet eine Menge Geld. Einige Kosten kannst du jedoch sparen, wenn du nach Alternativen suchst. Ein Arbeitgeber ist auch bei einem beruflich veranlassten Umzug nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Die Agentur für Arbeit oder das Sozialamt übernehmen sie nur in bestimmten Fällen. Als Steuerzahler kannst du die Kosten je nach Art und Anlass des Umzugs als haushaltsnahe Dienstleistung, Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen.


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Jonas Franke
Heike Jestram
Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können viele Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewinnen.