Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung

Tipps & Hinweise für den Vergleich vom Experten

  1. Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
  2. Für wen ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
  3. Welche Aspekte müssen bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung beachtet werden?
  4. Was ist beim Versicherungsvergleich und bei Abschluss eines Vertrags wichtig?

Vorsorge treffen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer nach einem Unfall oder einer Krankheit den Beruf aufgeben muss und damit nicht mehr für sich selbst sorgen kann, ist meistens auf Unterstützung durch den Staat angewiesen. Leider haben seit den Rentenreformen in den Jahren 2000/2001 nicht mehr alle Rentenversicherten in Deutschland einen Anspruch auf eine gesetzliche Rente wegen Berufsunfähigkeit, sodass im schlimmsten Fall lediglich ein Betrag in Höhe der Grundsicherung im Rahmen der Erwerbsminderungsrente zur Verfügung steht. Das bedeutet für viele Menschen einen großen Einschnitt in ihr Leben und den gewohnten Lebensstandard. Besser steht man dann da, wenn zuvor eine zusätzliche Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wurde, deren ausgezahlte Versicherungssumme den zusätzlichen Bedarf deckt.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den sogenannten Invaliditätsversicherungen, die Personen im Fall von dauernden Beeinträchtigungen der geistigen oder körperlichen Leistungsfähigkeit absichern. Sie garantiert durch die vereinbarte Versicherungssumme einen materiellen Ausgleich, wenn der Versicherte aufgrund einer Berufsunfähigkeit nicht mehr oder nur noch begrenzt am beruflichen Leben teilhaben kann. Abgeschlossen werden kann diese Versicherung entweder separat oder als Zusatzversicherung zu einer Lebens- oder Rentenversicherung. Zwar gibt es in Deutschland im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung eine Rente wegen Erwerbsminderung durch Krankheit oder Behinderung, aber deren Höhe kann um bis zu 10,8 Prozent geringer liegen, als die zu erwartende Altersrente. Diese Lücke kann mit den Leistungen einer separat abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsrente gefüllt werden.

Die gesetzliche Rente wegen Erwerbsminderung

Der Anspruch auf eine gesetzliche Rente wegen Erwerbsminderung wird im Sozialgesetzbuch VI (SGB VI) in § 43 geregelt. Grundsätzlich haben alle Personen einen Anspruch, die innerhalb der letzten fünf Jahre vor dem Eintritt der Erwerbsminderung mindestens für drei Jahre lang Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Das Gesetz unterscheidet drei Arten:

  • die volle Erwerbsminderung
  • die teilweise Erwerbsminderung
  • die teilweise Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit

Eine Erwerbsminderungsrente bei voller Erwerbsminderung wird dann gezahlt, wenn der Versicherte aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung auf eine nicht absehbare Zeit nur noch bis zu drei Stunden täglich arbeiten kann. Die teilweise Erwerbsminderung liegt vor, wenn der Versicherte in der Lage ist, zwischen drei bis sechs Stunden täglich zu arbeiten und daher einer Teilzeittätigkeit nachgehen kann. Die Rente wegen Berufsunfähigkeit erhalten seit der Rentenreform im Januar 2001 nur noch Personen, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind. Insbesondere wird dies im SGB IV § 240 geregelt. Dieser Personenkreis erhält Rentenzahlungen, wenn eine Tätigkeit in dem erlernten oder einem gleichwertigen Beruf nicht möglich ist, auch wenn noch eine tägliche Arbeitszeit von sechs Stunden denkbar wäre.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Mit einer privaten Berufsunfähigkeitssicherung wird der Beruf versichert, der zuletzt ausgeübt wurde. Bei einer Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent zahlen die Versicherer die vereinbarten Leistungen unabhängig davon, welche Gründe dazu geführt haben. Allerdings darf der Versicherungsnehmer die Berufsunfähigkeit nicht mutwillig herbeigeführt haben und die Berufsunfähigkeit muss durch ärztliche Gutachten belegt werden. Private Berufsunfähigkeitsversicherungen gibt es in drei verschiedenen Arten:

  • die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung
  • im Rahmen einer Zusatzversicherung zur einer Risiko- oder Kapitallebensversicherung
  • als Zusatzversicherung zu einer privaten Rentenversicherung

Zwar sind die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzversicherung günstiger, aber Experten empfehlen dennoch, die selbständige Versicherung abzuschließen, da man mit einzelnen Verträgen flexibler ist und beispielsweise bei Aufgabe einer Risikolebensversicherung die Ansprüche auf die Berufsunfähigkeitsrente nicht verliert.

Für wen ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Prinzipiell empfiehlt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden, der seinen Unterhalt durch eigene Arbeit verdient. Besonders wichtig ist diese Versicherungsart allerdings für Personen, die in einem Beruf arbeiten, in dem man speziell von Berufsunfähigkeit bedroht ist. Statistisch gesehen sind das unter anderem Dachdecker, Maurer, Krankenpfleger, Sozialarbeiter und Schlachter. Die Ursachen für eine dauerhafte Berufsunfähigkeit sind zumeist psychische Krankheiten, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sowie Unfälle. Vor allem für Personen, deren Geburtstag nach dem 2. Januar 1961 liegt, ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, weil diese die Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit nicht mehr erhalten.

Diese Punkte sind bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig

Die Annahmekriterien der Versicherungsunternehmen sind bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung streng. Eine große Rolle spielen dabei der gesundheitliche Zustand des Antragsstellers sowie dessen Beruf. Die Versicherung sollte daher so früh wie möglich abgeschlossen werden, denn dann ist die Ablehnungsquote der Versicherer minimal und die Beiträge sind geringer. Hat der Versicherungsnehmer bereits Vorerkrankungen, fordern viele Versicherungsunternehmen Risikozuschläge oder schließen ihn von bestimmten Leistungen aus. Für die Ermittlung der Beiträge ist auch das Risiko der Berufsgruppe entscheidend. Dies macht sich in der Höhe der Versicherungsprämie deutlich bemerkbar. Gehörst du zu einer der Risikogruppen, ist es sinnvoll, mögliche Alternativen zu prüfen, wie zum Beispiel eine Unfallversicherung. Entscheidest du dich für die Berufsunfähigkeitsversicherung, solltest du einige wichtige Aspekte beachten.

Versicherungs- und Leistungszeit
Diese sollte mindestens bis zum vollendeten 65. Lebensjahr beziehungsweise bis zum Erreichen der gesetzlichen Altersrente gewählt werden. Schließt du beispielsweise einen Vertrag ab, der mit dem 60. Lebensjahr endet und du wirst mit 61 Jahren berufsunfähig, erhältst du keine Leistungen mehr und musst die Zeit bis zur gesetzlichen Rentenzahlung anders überbrücken.

Nachversicherungsgarantie
Mit dieser Garantie hast du die Möglichkeit, einen bestehenden Versicherungsbetrag nachträglich anzupassen, zum Beispiel, weil du geheiratet hast oder nach der Geburt von Kindern.

Dynamische Beiträge
Die Versicherungsprämie wird in diesem Fall regelmäßig erhöht; dadurch steigt aber auch die Berufsunfähigkeitsrente, die ausgezahlt wird.

Dynamische Rentenzahlung
Gegen eine höhere Versicherungsprämie kannst du vereinbaren, dass die ausgezahlte Berufsunfähigkeitsrente jährlich erhöht wird.

Pauschalregelung
Vereinbarst du eine Pauschalregelung erhältst du die volle Berufsunfähigkeitsrente erst, wenn du mindestens zu 50 Prozent berufsunfähig wirst. Die Alternative dazu ist die Staffelregelung, bei der du die volle Rente erst bei einer Berufsunfähigkeit von 75 Prozent bekommst, dafür aber bereits bei 25 Prozent einen Anspruch auf ein Viertel der Rente hast.

Prognosezeitraum
Der Prognosezeitraum ist die Zeitspanne, für die ein Arzt die voraussichtliche Berufsunfähigkeit bescheinigt. Je kürzer diese nach den Versicherungsbedingungen sein darf, umso unkomplizierter sind die medizinische Einschätzung und deine Chance auf eine Rentenzahlung.

Befristetes Anerkenntnis
Dies bedeutet, dass der Versicherer den Anspruch der Berufsunfähigkeitsrente nur befristet anerkennt. In diesem Fall musst du die Berufsunfähigkeit nach Ablauf der Frist erneut nachweisen. Ratsam ist es daher, einen Anbieter zu wählen, der auf das befristete Anerkenntnis verzichtet.

Arztanordungsklausel
Der Versicherer hat in diesem Fall das Recht, eine Behandlung des Versicherungsnehmers anzuordnen, um die Berufsfähigkeit wieder herzustellen. Ohne diese Klausel, darfst du die Behandlungsmethoden selbst wählen.

Versicherungsexperten empfehlen außerdem, einen weltweiten Schutz zu wählen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn du dich beruflich häufig im Ausland aufhältst oder deinen Wohnsitz im Fall einer Berufsunfähigkeit in das Ausland verlegen möchtest. Besteht das Versicherungsunternehmen in diesem Fall auf die Untersuchung durch einen Arzt in Deutschland, musst du die Reisekosten nicht selbst tragen.

Das solltest du beim Vergleich und vor Vertragsabschluss beachten

Der Vergleich von Berufsunfähigkeitsversicherungen ist in zahlreichen Vergleichsportalen im Internet möglich. Um ein korrektes Vergleichsergebnis zu erhalten, ist es wichtig, dass du deine Angaben so genau wie möglich machst. Noch entscheidender ist dies allerdings, wenn es zu einem Vertragsabschluss kommt. Beantwortest du die Fragen zum Gesundheitszustand nicht wahrheitsgemäß, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten. Werden Falschangaben später bekannt, ist es sogar möglich, dass die Berufsunfähigkeitsrente nicht ausgezahlt wird. Es ist daher ratsam, den Gesundheitsfragebogen im Zweifelsfall nach Rücksprache mit dem Hausarzt auszufüllen.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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