Kündigungsschreiben Krankenkasse

Tipps vom Experten: Fristen & Form für die Kündigung

  1. Wie wird eine gesetzliche Krankenversicherung gekündigt?
  2. Wie wird eine private Krankenversicherung gekündigt?
  3. Wie sieht das Kündigungsschreiben aus?
  4. Wie gelingt der Wechsel in eine neue Krankenkasse?

Die Kündigung einer Krankenversicherung

Die Absicherung für den Krankheitsfall ist in Deutschland für alle Einwohner gesetzlich vorgeschrieben. In der Regel wird diese durch die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse gewährleistet. Unter bestimmten Voraussetzungen ist allerdings auch die Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung möglich. Welche gesetzliche oder private Versicherung du wählst, darfst du seit dem Jahr 1996 selbst entscheiden. Wenn du vor dem Wechsel deine aktuelle Krankenkasse kündigst, musst du einige Faktoren beachten. Zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung gibt es nicht nur hinsichtlich der Mitgliederstruktur und der Leistungen Unterschiede. Auch das Prozedere der Kündigung unterscheidet sich.

Kündigung bei einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV)

Die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung ist gemäß § 175 SBG V (Sozialgesetzbuch Fünf) frühestens nach achtzehn Monaten kündbar. Nach dem Ablauf dieser Bindungsfrist kann sie jederzeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Unter bestimmten Bedingungen gibt es jedoch ein Sonderkündigungsrecht vor Ablauf dieses Zeitraums. Ausnahmen bestehen, wenn der Versicherte einen Wahltarif der Krankenkasse gewählt hat, wie beispielsweise den Kostenerstattungs- oder den Krankengeldtarif. Die Bindungsfrist endet in diesem Fall erst mit Ablauf des Wahltarifs. Das können bis zu drei Jahre sein.

Kündigungsfrist

Die Kündigungsfrist bei den gesetzlichen Krankenkassen beträgt nach Ablauf der Bindungszeit zwei Monate zum Monatsende.

Beispiel:Soll die Kündigung zum 31. März eines Jahres wirksam werden, muss das Kündigungsschreiben der Krankenkasse bis zum 31. Januar zugegangen sein. Die Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse beginnt dann am 1. April.

Die Krankenkasse muss nach § 175 Abs. 4 SGB V innerhalb von vierzehn Tagen nach Zugang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung ausstellen. Nur mit dieser kann die neu gewählte Krankenversicherung eine Mitgliedsbestätigung ausstellen.

Sonderkündigungsrecht

Eine Sonderkündigung ist unabhängig von der Bindungsfrist immer dann möglich, wenn die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag einführt beziehungsweise diesen erhöht. Das gilt auch dann, wenn ein Wahltarif gewählt wurde, mit Ausnahme des Krankengeld-Wahltarifs. Die Krankenkasse muss den Versicherten auf das Sonderkündigungsrecht hinweisen, bevor der Zusatzbeitrag erhoben oder erhöht wird. Weitere Gründe können die Fusionierung von zwei bisher einzeln agierenden Krankenkassen oder die Familienversicherung beim Partner sein. Auch wer als Selbständiger freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, kann jederzeit vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Bei einer Zusatzbeitragserhöhung muss das Kündigungsschreiben bis zum Ende des Monats bei der Krankenkasse eingehen, ab dem diese gilt.

Familienangehörige

Mitversicherte Angehörige müssen keine eigene Kündigung einreichen und auch keine Bindungsfrist einhalten. Ihre Mitgliedschaft in der Krankenkasse endet mit der des Hauptmitglieds.

Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung (PKV)

Wer beispielsweise als Selbständiger oder abhängig Beschäftigter mit einem Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeldgrenze in eine private Krankenversicherung wechselt, kann die GKV ohne jegliche Einschränkungen verlassen. Ein formloses Kündigungsschreiben innerhalb einer Frist von zwei Wochen reicht hierfür aus.

Kündigung einer privaten Krankenversicherung

Bei den privaten Krankenkassen gibt es keine Bindungsfrist. Unter Umständen wurde allerdings zum Beginn der Versicherung eine Mindestvertragsdauer vereinbart. Die Kündigung ist dann erst zum Ablauf dieses Zeitraums möglich. Zudem wird sie nur dann wirksam, wenn der Versicherte innerhalb der Kündigungsfrist das Bestehen einer neuen Mitgliedschaft bei einem anderen Versicherer nachweist. Der neue Versicherungsvertrag muss sich nahtlos an den alten anschließen.

Kündigungsfrist

Eine private Krankenversicherung kann in der Regel mit einer Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Das Versicherungsjahr ist hierbei nicht mit einem Kalenderjahr gleichzusetzen, sondern beginnt mit dem Eintritt in die Versicherung.

Beispiel:Hat der Eintritt zum 1. Mai eines Jahres stattgefunden, ist die früheste Kündigung zum 30. April des nächsten Jahres möglich. Das Kündigungsschreiben muss dem Versicherer dann spätestens am 31. Januar zugegangen sein.

Sonderkündigungsrecht

Wie bei den gesetzlichen Krankenkassen können auch Versicherte der PKV kündigen, wenn Beiträge erhöht werden. Die private Krankenkasse ist verpflichtet, dem Versicherten rechtzeitig vor der Beitragserhöhung eine Änderungsmitteilung zu senden. Nach deren Erhalt muss die Sonderkündigung innerhalb von zwei Monaten erfolgen. Wirst du aufgrund eines veränderten Einkommens, durch Arbeitslosigkeit oder durch Aufgabe der Selbstständigkeit versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse, ist eine Sonderkündigung nach Eintritt der Versicherungspflicht möglich. In diesem Fall musst du dem Versicherer nach § 205 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) innerhalb von zwei Monaten einen Nachweis der Versicherungspflicht vorlegen. Das gilt auch für Personen, die einen Anspruch auf Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse haben, beispielsweise durch Heirat.

Das Kündigungsschreiben

Die Kündigung bei einer Krankenkasse erfolgt am besten schriftlich. Das Kündigungsschreiben sollte zudem diese Angaben enthalten:

  • Name, Vorname und Anschrift des Versicherten
  • gegebenenfalls Namen und Vornamen von versicherten Angehörigen
  • Name und Anschrift der Krankenkasse
  • Versichertennummer
  • bei einer Sonderkündigung Hinweis auf den Kündigungsgrund, beispielsweise eine Erhöhung des Zusatzbeitrags
  • Bitte um eine Kündigungsbestätigung innerhalb von vierzehn Tagen

Da für die Einhaltung der Kündigungsfrist das Eingangsdatum des Kündigungsschreibens beim Versicherer entscheidend ist, solltest du es entweder per Fax oder per Einschreiben mit Rückschein versenden.

So gelingt der Wechsel in eine neue Krankenkasse

Aufgrund der Versicherungspflicht benötigst du nach Ablauf der Mitgliedschaft deiner alten Krankenkasse eine neue. Idealerweise hast du dich bereits vor der Kündigung informiert. Möglich ist das zum Beispiel auf einem Preisvergleichsportal. Wer bisher Mitglied in einer GKV war, muss von jeder anderen GKV aufgenommen werden. Der Wechsel von einer privaten in eine gesetzliche Krankenkasse ist allerdings nicht immer ohne weiteres möglich. Schwierig wird es vor allem dann, wenn du älter als 55 Jahre oder selbständig tätig bist. Der Abschluss einer neuen PKV ist jedoch unproblematisch, sofern dich der Versicherer aufnimmt. Üblicherweise vollziehst du den Wechsel folgendermaßen:

  1. einen Krankenkassenvergleich durchführen
  2. die bestehende Krankenversicherung fristgemäß oder gegebenenfalls nach dem Sonderkündigungsrecht kündigen
  3. den Beitrittsantrag bei der neuen Krankenkasse stellen

Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können
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