Kündigungsschreiben Mitgliedschaft

So kündigst du deine Mitgliedschaft rechtswirksam

  1. Welche Punkte sind bei der Kündigung einer Club-Mitgliedschaft wichtig?
  2. Welche Angaben muss das Kündigungsschreiben enthalten?

Kündigung der Mitgliedschaft in einem Club

Die Mitgliedschaft in einem Club beruht in der Regel auf einem  Vertrag, der mit einem Verein oder einem Clubbetreiber geschlossen worden ist. Wie allgemein bei Verträgen üblich, kann auch eine Club-Mitgliedschaft von beiden Vertragspartnern gekündigt werden. Welche Abläufe und Fristen dabei einzuhalten sind, wird bei einem Verein normalerweise in den Statuten und bei einem Fitness-, Sport- oder Buchclub in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgehalten.

Diese Punkte sind bei der Kündigung einer Club-Mitgliedschaft wichtig

Unabhängig davon, ob es sich um eine Vereinsmitgliedschaft oder die Mitgliedschaft in einer anderen Art Club handelt, musst du bei der Kündigung folgende Aspekte beachten:

Vertragslaufzeit

Bei Vereinen wird die Mitgliedschaft meistens über eine unbestimmte Zeit abgeschlossen und kann gemäß der Statuten gekündigt werden. Als Mitglied in einem Fitness- oder Buchclub bist du meistens an eine feste Vertragslaufzeit gebunden, die in der Regel zwölf oder vierundzwanzig Monate beträgt. Nach Ablauf dieser Zeit verlängert sich die Mitgliedschaft meistens um weitere zwölf Monate, wenn der Vertrag nicht fristgerecht gekündigt wurde.

Kündigungsfrist

Bei einer Vereinsmitgliedschaft beträgt die Kündigungsfrist meistens drei Monate, kann aber nach § 39 BGB durchaus auch bis zu zwei Jahre ausmachen. Daher ist es wichtig, dass du dir das entsprechende Vereinsstatut bei einem Kündigungswunsch genau durchliest, um die Kündigung zum passenden Datum einzureichen. Die Kündigungsfrist bei einem anderen Club liegt meistens bei drei Monaten bis zum Ende der Vertragslaufzeit oder dem Ende des Verlängerungsjahres.

Zeitpunkt des Austritts

Bei Vereinen ist der Austritt häufig erst zum Ende eines Geschäftsjahres möglich, sofern es keine Gründe für eine außerordentliche Kündigung gibt. Bei Clubs sieht es anders aus, denn eine fristgemäß eingereichte Kündigung wird stets zum Ende der Vertragslaufzeit oder des Verlängerungsjahres wirksam. Dieser Zeitpunkt muss nicht mit dem Ende des Geschäftsjahres deckungsgleich sein, sondern kann auch mitten im Jahr liegen.

Die außerordentliche oder fristlose Kündigung

Eine  außerordentliche Kündigung ist bei jeder Art von Club, also auch bei Vereinen, immer dann möglich, wenn das Andauern der Mitgliedschaft aus triftigen Gründen nicht mehr vertretbar ist. Anerkannte Gründe sind zum Beispiel:

  • der Verein oder der Club erbringen die vereinbarten Leistungen nicht mehr, wie beispielsweise ausbleibende Lieferungen bei einem Buchclub
  • das Mitglied wird durch andere Clubmitglieder oder den Vorstand bedroht, sodass ein Verbleiben im Club eine unbillige Härte bedeuten würde
  • eine schwerwiegende Krankheit oder eine Schwangerschaft verhindern die weitere Teilnahme an den Aktivitäten des Clubs (wobei dies keine Gründe für die Sonderkündigung bei einem Buchclub sind)

Ein Umzug berechtigt in der Regel nicht zu einer  Sonderkündigung. In der Realität lassen die meisten Vereine in diesem Fall jedoch Kulanz walten und genehmigen die Beendigung des Vertrags, sofern die Leistungen am neuen Wohnort nicht mehr nutzbar sind. Keine einheitlichen Regelungen gibt es im Fall einer Beitragserhöhung. Während diese bei Vereinen häufig nicht als Grund für eine Sonderkündigung anerkannt wird, kann eine Erhöhung des Beitrags ohne verbesserte Leistung durchaus ein Kündigungsgrund sein. Grundsätzlich wird das im Einzelfall zu prüfen sein. In einigen Fällen ist die Sonderkündigung nur dann möglich, wenn du dem Club eine Möglichkeit zur Abhilfe gegeben und hierfür eine realistische Frist gesetzt hast. Erst wenn diese erfolglos verstrichen ist, wird die Kündigung wirksam.

Beispiel: Die Sanitärräume eines Fitnessclubs sind nicht nutzbar. Du hast dem Club in deinem Sonderkündigungsschreiben eine Frist von zwei Wochen eingeräumt, um die Anlagen in einen ordnungsgemäßen und nutzbaren Zustand zu versetzen. Innerhalb dieser Zeit wurde nichts unternommen, sodass die Kündigung damit wirksam wird.

Tipps für das Kündigungsschreiben

Um die Mitgliedschaft in einem Club zu kündigen, reicht üblicherweise ein kurzes Schreiben aus, in dem die wichtigsten Angaben zum Vertrag aufgeführt werden. Hilfreich für die Zuordnung der Kündigung und die unproblematische Bearbeitung sind folgende Angaben:

  • dein Name
  • deine Anschrift
  • der Name des Clubs beziehungsweise des Ansprechpartners, in der Regel Vorstand oder Clubbetreiber
  • Anschrift des Clubs
  • deine Mitgliedsnummer
  • gewünschter Austrittszeitpunkt
  • Bitte um eine Kündigungsbestätigung
  • Kündigst du die Mitgliedschaft außerordentlich, sollte das Schreiben zusätzlich den Kündigungsgrund und gegebenenfalls eine Fristsetzung zur Behebung enthalten. Das Kündigungsschreiben kannst du per E-Mail, per Fax oder mit der Post verschicken beziehungsweise persönlich abgeben. Achte jedoch darauf, dass du noch innerhalb der Kündigungsfrist eine Bestätigung erhalten hast. Bleibt diese aus, ist es wegen der besseren Beweisbarkeit der fristgerechten Kündigung ratsam, das Schreiben noch einmal per Einschreiben zu senden oder zu faxen. Der Faxnachweis wurde in der Vergangenheit von den meisten Gerichten als ausreichender Beweis anerkannt. Suchst du eine Vorlage für das Kündigungsschreiben? Auf volders.de findest du für viele Clubs durch einen Rechtsanwalt geprüfte Kündigungsvorlagen.
    Bild von Heike Jestram

    Autorin ist Heike Jestram

    Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
    zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können
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