Mitgliedschaft kündigen

So kündigst du die Mitgliedschaft in einem Club oder Verein

  1. Wie kündigt man die Mitgliedschaft in einem Verein?
  2. Wie kündigt man die Mitgliedschaft in einem Fitness-Club?

Kündigung der Mitgliedschaft in einem Club

Wenige Bereiche des öffentlichen Lebens sind so vielfältig wie die des Sports. Von internationalen Fitnessunternehmen über kleine lokale Fitnessstudios bis zu gemeinnützigen Vereinen - unter dem Begriff "Sportclub" sind sie alle vereint. Unabhängig von der Art des Clubs erfordert die Teilnahme an Clubaktivitäten, wie z.B. Kursen, in der Regel eine Mitgliedschaft. Das heißt, es wird auf Antrag ein Vertrag mit dem Club geschlossen. Bei der Kündigung musst du je nach Art des Clubs jedoch verschiedene Aspekte beachten.

Verschiedene Arten von Fitnessclubs

Fitnessclubs oder Fitnessstudios können privatwirtschaftlich, beispielsweise als GmbHs, oder gemeinnützig als Vereine betrieben werden. Während privatwirtschaftlich geführte Fitnessstudios den eigentlichen Sinn haben, einen Profit zu erwirtschaften, darf der eingetragene Sportverein nicht gewerblich tätig sein. Dabei ist es gleich, ob es sich um einen örtlichen Club oder einen bundesweit bekannten Verein handelt. Das hat Auswirkungen auf die Vertragsgestaltung mit den Mitgliedern und damit auch auf die Möglichkeit der Kündigung.

So wird die Mitgliedschaft in einem Verein gekündigt

Die Mitgliedschaft in einem Verein wird meistens auf einen unbestimmten Zeitraum abgeschlossen und endet entweder mit dem Ausschluss oder dem Austritt des Mitglieds. Der Austritt erfordert eine Willenserklärung von Seiten des Mitglieds, die durch ein Kündigungsschreiben gegeben ist. Folgende Punkte musst du bei der Kündigung der Vereinsmitgliedschaft beachten:

Die Willenserklärung für den Austritt

Nach § 130 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) wird die Austrittserklärung dann wirksam, wenn sie dem Vereinsvorstand oder einem in der Satzung festgelegten Vereinsorgan zugegangen ist und nicht vorher oder zeitgleich Widerrufen wurde. In welcher Form die Erklärung verfasst werden muss, hängt von den Vereinbarungen in der Vereinssatzung ab, die dir als Vereinsmitglied zugänglich sein muss und idealerweise in deinem Vertrag steht. In vielen Fällen wird in dieser die Schriftform mit einer eigenhändigen Unterschrift verlangt. Möglich ist es aber, dass die Textform ausreicht und das Schreiben daher per E-Mail oder Fax versandt werden kann.

Die Kündigungsfrist und der Zeitpunkt des Austritts

Auch die Kündigungsfrist und der Austrittszeitpunkt werden in der Satzung des Vereins geregelt. Das Gesetz sieht in § 39 BGB vor, dass die Kündigungsfrist maximal bis zu zwei Jahre betragen darf. Üblich ist allerdings eine Frist von drei Monaten zum Ende eines Geschäftsjahres.

Die außerordentliche Kündigung

Bei Vorliegen eines wichtigen Grundes kannst du den Vertrag mit dem Verein außerordentlich und fristlos kündigen. Das ist üblicherweise dann der Fall, wenn ein Verbleiben im Verein bis zum Ende der satzungsgemäßen Kündigungsfrist eine unzumutbare Härte für das Vereinsmitglied bedeuten würde, beispielsweise weil es durch andere Mitglieder bedroht wird. Auch, wenn ein Verein die vereinbarten Leistungen nicht mehr erbringen kann, ist eine Sonderkündigung möglich. Bei Sportvereinen kann das zum Beispiel eine nicht mehr nutzbare Sportanlage sein. Eine Beitragserhöhung hat in der Vergangenheit nach Meinung einiger Gerichte nicht zum fristlosen Austritt berechtigt. Erst bei einer einhundertprozentigen Erhöhung hat das Landgericht Hamburg im Verfahren mit dem Aktenzeichen 302 S 128/98 ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt.

So wird die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio gekündigt

Die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio wird in der Regel mit einer Erstlaufzeit vereinbart. Diese beträgt meistens zwölf oder vierundzwanzig Monate und verlängert sich stillschweigend um ein weiteres Jahr, wenn sie nicht fristgerecht gekündigt wird.

Die ordentliche Kündigung

Der Vertrag mit dem Fitnessstudio kann entweder zum Ende der Vertragslaufzeit oder zum Ende eines Verlängerungsjahres ordentlich gekündigt werden. Hierbei ist eine Kündigungsfrist einzuhalten, die den AGB des Studiobetreibers entnommen werden kann und üblicherweise drei Monate zum Ende des Vertragsjahres beträgt. Einige Anbieter haben aber auch wesentlich kürzere Kündigungsfristen, beispielsweise einen Monat. Wurde eine feste Laufzeit ohne Verlängerung vereinbart, endet der Vertrag mit dem Sportclub automatisch und ohne dass es einer Kündigung bedarf.

Die außerordentliche Kündigung

In bestimmten Fällen ist die außerordentliche beziehungsweise fristlose Kündigung möglich. Hierfür müssen triftige Gründe vorliegen, die einen Verbleib im Studio unmöglich machen. In der Regel sind das:

  • schwere Krankheiten oder eine Schwangerschaft
  • Konkurs und Schließung des Sportstudios
  • Störungen im Vertrauensverhältnis zwischen Mitglied, Studiobetreibern oder Mitarbeiten, zum Beispiel nach schwerwiegenden Beleidigungen oder Bedrohungen

Ein Umzug rechtfertigt die Sonderkündigung nicht, wie der Bundesgerichtshof unter dem Aktenzeichen XII ZR 62/15 im Mai 2016 feststellte. Meist zeigt sich der Studiobetreiber allerdings kulant und stimmt bei einem Wegzug einer außerordentlichen Kündigung zu. In einigen Fällen ist die außerordentliche Kündigung erst nach einer Fristsetzung möglich, die dem Vertragspartner die Gelegenheit zur Beseitigung von Mängeln gibt. Eine gesetzliche Vorgabe für die Länge der Frist gibt es nicht, sie sollte aber realistisch bemessen sein. Bauarbeiten beispielsweise sind nicht in einigen Tagen erledigt. Gründe für die Sonderkündigung mit Fristsetzung können folgende sein:

  • lang andauernde Baumaßnahmen, die die Nutzung des Studios oder der Sanitär- und Umkleideräume unmöglich machen
  • keine Wartung der Sportgeräte
  • das Studio kann nach einem Feuer oder einem Wasserschaden nicht mehr genutzt werden
  • der Mitgliedsbeitrag wurde ohne Veränderung des Angebots erhöht
  • der Service durch die Mitarbeiter ist unbefriedigend
  • die Öffnungszeiten des Studios haben sich verändert, sodass du nicht mehr zu den gewohnten Zeiten trainieren kannst

Das Kündigungsschreiben für die Kündigung einer Club-Mitgliedschaft erfordert keine bestimmte Form, sollte aber das aktuelle Datum, deinen vollständigen Namen, gegebenenfalls deine Mitgliedsnummer und den Kündigungstermin tragen. Auf volders.de findest du für viele Fitness-Studios eine Vorlage für die Kündigung, die du direkt von der Website aus als Fax, E-Mail oder Einschreiben verschicken kannst.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
über 250.000 Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewonnen.
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