Kündigung Krankenkassen

Informationen zur Kündigung

  1. Was sind die Kündigungsfristen?
  2. Was muss im Kündigungsschreiben stehen?
  3. Kann ich außerordentlich kündigen?
  4. Was muss ich nach der Kündigung beachten?

Krankenversicherungen

Etwa 118 gesetzliche Krankenversicherungen und 44 private Krankenkassen bieten derzeit umfangreiche Versicherungsleistungen rund um die Gesundheitsfürsorge und medizinisch-therapeutische Betreuung im Krankheitsfall an. Je nachdem, ob es sich um eine gesetzliche oder private Kasse bzw. eine Voll- oder Zusatzversicherung handelt, sind bei der Kündigung der Krankenkasse verschiedene Aspekte zu beachten. Bei der Vollversicherung besteht seit 2007 eine sogenannte Versicherungspflicht. Das heißt, Du musst zur grundsätzlichen finanziellen Absicherung im Krankheitsfall bei einem in Deutschland zugelassenen Versicherungsunternehmen krankenversichert sein.

Bei welchem Unternehmen die Versicherung erfolgt und ob sie gesetzlich oder privat vorgenommen wird, bleibt grundsätzlich jedem Einzelnen selbst überlassen. Bei Krankenzusatzversicherungen handelt es sich um freiwillige, private Versicherungen, die jederzeit gekündigt werden können. Hinsichtlich der Kündigungsfrist von Krankenzusatzversicherungen gelten die jeweiligen Vertragsbestimmungen. Eine rechtliche Beratung musst Du bei einer Kündigung Deiner Krankenkasse meist nicht in Anspruch. Krankenvollversicherungen können allerdings aufgrund der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht nur gewechselt und nicht ersatzlos beendet werden.

Was sind die Kündigungsfristen?

Ein Wechsel von einer privaten Krankenvollversicherung zur gesetzlichen ist dabei zur Zeit mit vielen Einschränkungen verbunden. Möchtest Du von der gesetzlichen Krankenkasse in eine private Krankenvollversicherung wechseln, musst Du entweder freiberuflich bzw. selbstständig tätig sein oder Dein Einkommen muss über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegen. Für das Jahr 2014 wurde diese auf 48.600 Euro Brutto festgelegt. Verdienst Du in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis weniger, so kannst Du Deine Krankenkasse nicht kündigen, um in eine private Krankenversicherung zu wechseln.

Je nachdem, ob Du eine Krankenvollversicherung oder Krankenzusatzversicherung kündigen möchtest, gibt es bezüglich der Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen ein paar Punkte zu beachten. Der Abschluss einer privaten Krankenvollversicherung gilt in der Regel unbefristet und ist regulär mit Ablauf eines Versicherungsjahres mit einer dreimonatigen Frist kündbar. Der Wechsel einer gesetzlichen Kasse ist grundsätzlich jederzeit mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende möglich, wenn eine Bindungsfrist von 18 Monaten eingehalten wurde. 

Um eine Krankenkasse zu kündigen, bei der Du eine Zusatzversicherung abgeschlossen hast, musst Du die jeweiligen Kündigungsfristen im Versicherungsvertrag berücksichtigen. Sie können je nach Angebot vier Wochen zum Monatsende oder ein Jahr betragen. Sehr oft erfolgt mit Beendigung eines Versicherungsjahres eine automatische Verlängerung der Zusatzversicherung, wenn Du diese nicht fristgemäß vorher schriftlich kündigst.

Was muss im Kündigungsschreiben stehen?

Um Deine Krankenkasse zu kündigen, musst Du ein entsprechendes  Kündigungsschreiben verfassen. Eine persönliche Kündigung der Krankenkasse in einem Servicezentrum ist ebenfalls möglich. In beiden Fällen benötigt die jeweilige Krankenkasse folgende Daten: 

  • Anschrift des Versicherten, 
  • Versicherten- bzw. Policen-Nummer (befindet sich unter anderem auf der Krankenversicherungskarte) 
  • sowie Wunschtermin der Kündigung (orientiert an der Kündigungsfrist).

Am einfachsten geht es, wenn du unsere Kündigungsvorlage nutzt und direkt online kündigst. Zusätzliche Dokumente sind in der Regel für die Kündigung einer Krankenkasse (sowohl Voll- als auch Zusatzversicherung) nicht notwendig. Teilweise fordern die Krankenkassen die Versicherungskarte mit der Bestätigung der Kündigung ein. Der Versand der schriftlichen Kündigung Deiner Krankenkasse sollte zu Deiner rechtlichen Sicherheit per Einschreiben erfolgen.

Kann ich außerordentlich kündigen?

Bei den gesetzlichen Krankenkassen gibt es aufgrund der Möglichkeit des jederzeitigen Wechsels kaum Vereinbarungen zu Sonderkündigungsrechten. Die gesetzlich vorgeschriebene Bindungsfrist von 18 Monate kann allerdings nur unter einer Ausnahme unterschritten werden. Diese Ausnahme besteht, wenn eine gesetzliche Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt. Bei einer privaten Krankenversicherung greifen Sonderkündigungsrechte, wenn der Versicherte beispielsweise in die gesetzliche Familienversicherung eintritt. Auch bei dem Anspruch auf Heilfürsorge und einer Beitragserhöhung bzw. Leistungsänderung können Versicherte ihre private Krankenkasse kündigen.

Was muss ich nach der Kündigung beachten?

Generell gilt: Kündigst Du eine Krankenvollversicherung (gesetzlich oder privat) musst Du bedenken, dass in Deutschland eine gesetzliche Versicherungspflicht gilt und Du mit der Kündigung der Krankenversicherung sofort in eine andere Kasse wechseln musst. Bevor du dich für eine neue Krankenkasse entscheidest, solltest du die Versicherungen miteinander vergleichen. Worauf bei einem Vergleich zu achten ist, erfährst du in unserem Ratgeber zum Thema gesetzlichen Krankenkassen vergleichen.

Bei Krankenzusatzversicherungen gelten hinsichtlich der Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen die Vertragsvereinbarungen, die Du beim Kündigen der Krankenkasse berücksichtigen musst.


Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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