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So klappt die Kündigung deiner Lebensversicherung

Tipps & Tricks, wie du aus deinem Vertrag herauskommst!

Die Lebensversicherung: Definition und Arten

In Deutschland sind rund 94 Mio. Lebensversicherungen abgeschlossen. Zu den bekannten Versicherungen gehören zum Beispiel die Allianz, AXA, Generali oder AachenMünchener Lebensversicherung. Nach der Verbraucherzentrale kündigen bis zu 80% der Versicherten ihre Versicherung vor Ablauf der Vertragslaufzeit - jedes Jahr sind es rund 3.2 Mio. Lebensversicherungen. Das Wichtigste bei einer vorzeitigen Kündigung ist, dass du den Rückkaufswert (Lebensversicherung) berücksichtigst, bevor du eine Entscheidung triffst. In der Regel bekommst du nur einen Bruchteil (50%) von deinem Geld zurück, was du ursprünglich eingezahlt hast.


Die fondsgebundene Lebensversicherung

Eine fondsgebundene Lebensversicherung wird meistens abgeschlossen, um Vorsorge für das Alter zu treffen oder um sich selbst im Krankheitsfall oder bei Invalidität beziehungsweise Angehörige im Todesfall abzusichern. Die fondsgebundene Lebensversicherung zu kündigen, sollte daher gut überlegt werden. Zum einen verzichtet man damit auf die Altersvorsorge und den Versicherungsschutz, zum anderen kann die Kündigung mit finanziellen Verlusten durch einen geringen Rückkaufswert verbunden sein. Selbst, wenn du später eine neue Lebensversicherung abschließt, wirst du nicht mehr von den hohen Zinsen alter Verträge profitieren können.


Die Risikolebensversicherung


Eine Risikolebensversicherung dient meistens der Absicherung von Hinterbliebenen, wie Ehegatten oder Kindern, falls der Versicherungsnehmer unerwartet stirbt. Bei Abschluss der Versicherung werden entweder ein einmalig zu zahlender Betrag oder monatliche Beiträge bis zum Erreichen der Versicherungssumme vereinbart. Für die Kündigung einer Risikolebensversicherung kann es verschiedene Gründe geben. 

Wenn du eine Risikolebensversicherung abschließt, wirst du dich in der Regel mit dieser für viele Jahre festlegen. In der Zwischenzeit können sich deine persönlichen Lebensverhältnisse jedoch ändern, beispielsweise weil du von dem ehemals begünstigen Partner getrennt lebst und die Versicherung daher nicht mehr weiterführen möchtest. Ein häufiger Grund für die Kündigung einer Risikolebensversicherung ist aber auch eine Verschlechterung der finanziellen Situation, die dazu führt, dass die monatliche Beitragszahlung Schwierigkeiten bereitet. Nicht zuletzt kann aber auch das Angebot eines anderen Versicherers verlockend sein und dazu führen, dass du die bestehende Risikolebensversicherung kündigen möchtest. Was immer der Grund für deinen Kündigungswunsch jedoch ist: Du solltest die Vor- und die Nachteile sorgfältig gegeneinander abwägen.

Was sind die üblichen Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen bei einer Lebensversicherung?

Die Vertragslaufzeit wird meist individuell mit dem Versicherer vereinbart. Es wird ein "Höchstendalter" (z.B. 75 Jahre) festgeschrieben, zu dem die Laufzeit des Vertrages endet. In vielen Fällen wird eine anfängliche Mindestlaufzeit des Vertrages vereinbart. Nach dieser Mindestlaufzeit kannst du jederzeit kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt normalerweise vier Wochen zum Ende des Versicherungsjahres. Damit ist der 30.11. des aktuellen Jahres der späteste Zeitpunkt für deine Kündigung, damit dein Vertrag zum 01.01. des Folgejahres endet. Verpasst du diese Frist, kannst du den Vertrag erst wieder zum 30.11. des Folgejahres kündigen.

Das solltest du bei der Kündigung einer Risikolebensversicherung beachten

Die Kündigung einer Risikolebensversicherung sollte niemals leichtfertig erfolgen, sondern gründlich abgewogen werden. Außerdem ist es wichtig, den Versicherungsvertrag hinsichtlich der Fristen und Alternativen zu prüfen sowie sich über die Nachteile im Klaren zu sein.


Nachteile der Kündigung

Die Risikolebensversicherung dient üblicherweise nicht dazu, Guthaben anzusparen, sodass die Beiträge meistens nicht sehr hoch sind. Das hat aber zur Folge, wenn du die Risikoversicherung kündigen möchtest, dass du kein Geld zurück erhältst. Oder anders ausgedrückt: Bei der Kündigung der Risikolebensversicherung gibt es kaum einen Rückkaufswert. Das ist der Unterschied beispielsweise zu einer Kapitallebensversicherung oder einer Risikoversicherung mit Beitragsrückerstattung, die von einigen Versicherungsunternehmen angeboten wird. Ob diese Voraussetzungen bei deiner individuellen Versicherung vorliegen, kannst du deinem Vertrag entnehmen. Neben dem Verlust von Beiträgen wirkt sich die Kündigung der Risikolebensversicherung auch in folgenden Fällen nachteilig aus:

  • deine Hinterbliebenen erhalten im Falle deines Todes keine Leistungen, sofern du keine Folgeversicherung abschließt
  • willst du erneut eine Risikolebensversicherung abschließen, musst du höchstwahrscheinlich eine neue Gesundheitsprüfung ablegen, die unter Umständen schlechter ausfallen kann


Einschränkungen der Kündigungsmöglichkeiten

Normalerweise ist die Kündigung einer Risikolebensversicherung unproblematisch möglich. Eine Ausnahme besteht aber dann, wenn du eine fallende Risikolebensversicherung abgeschlossen hast. Diese Versicherungsart dient in der Regel der Abzahlung eines Darlehens. Deshalb wird sie auch Restschuldversicherung genannt. Häufig wird eine fallende Risikolebensversicherung dann abgeschlossen, wenn eine Immobilie gebaut oder erworben wurde. Der Versicherungsnehmer geht zu einem damit sicher, dass die Restschulden auch nach seinem Tod beglichen werden, sodass die Familie ihr Heim nicht verliert. Zum anderen verlangen viele Banken diese Sicherheit bei Aufnahme eines Immobilienkredits und werden in diesem Fall als Begünstigte in der Versicherungspolice eingetragen. Ohne Zustimmung der Bank kannst den Versicherungsvertrag dann nur kündigen, wenn du die restlichen Schulden auf andere Weise begleichst.


Kündigungsfristen bei einer Risikolebensversicherung

Die Kündigungsfrist hängt im Wesentlichen von der Zahlweise ab, die du mit dem Versicherer vereinbart hast. Zahlst du den Beitrag nur einmal pro Jahr, beträgt die Kündigungsfrist einen Monat zum Ablauf des Versicherungsjahrs. Dieses entspricht nicht dem Kalenderjahr, sondern beginnt immer mit dem Beginn des Vertrags.

Beispiel: Du hast die Risikolebensversicherung zum 1. Dezember eines Jahres abgeschlossen und die jährliche Zahlweise gewählt. Du kannst den Vertrag immer zum 30. November eines Jahres kündigen. Das Kündigungsschreiben muss dem Versicherer aber bis zum 31. Oktober zugegangen sein.

Hast du hingegen die monatliche beziehungsweise die halb- oder vierteljährliche Zahlweise gewählt, beträgt die Kündigungsfrist immer vier Wochen bis zur nächsten Beitragszahlung.

Beispiel: Du zahlst den Versicherungsbeitrag monatlich und möchtest zum September kündigen. Das Kündigungsschreiben muss den Versicherer spätestens bis zum 31. Juli erreicht haben.

Gibt es Alternativen zur Kündigung der Lebensversicherung?

Anstatt deine Police vorzeitig zu kündigen, gibt es mehrere Alternativen mit Vor- und Nachteilen. Du kannst deine Lebensversicherung kündigen, verkaufen oder auch beitragsfrei stellen. Die meisten Punkte solltest du am besten mit deinem Versicherungsgeber besprechen.


Die Lebensversicherung beitragsfrei stellen


Das Pausieren der Beitragszahlung ist eine Alternative zur vorzeitigen Kündigung. Abhängig von der Vereinbarung zur Lebensversicherung kannst du für maximal 2 Jahre lediglich die Risikoprämie der Versicherung bezahlen. Die Beiträge bezahlst du nicht mehr. Dadurch hast du weiterhin den Versicherungsschutz. Logischerweise verringert sich dadurch aber die Ablaufleistung. Sprich, das Geld, was du nach der Laufzeit von der Versicherung erhältst, wird weniger, weil du auch zwischendrin weniger eingezahlt hast. Nach den 2 Jahren entfällt jedoch der Versicherungsschutz. Die Beiträge freistellen macht insbesondere dann Sinn, wenn deine Lebensversicherung kurz vor dem Laufzeitende steht, der Rückkaufswert zu gering wäre und du die vertraglich vereinbarte Leistung (Auszahlung) in Kürze erhalten wirst.

Die Beitragsfreistellung musst du schriftlich gegenüber deiner Versicherung erklären.


Die Versicherungsbeiträge stunden

Die Beiträge sind weiterhin fällig, aber du zahlst diese zu einem späteren Zeitpunkt. Die Dauer der Stundung, z.B. ein oder zwei Jahre, ist mit dem Versicherer zu vereinbaren. Nach Ablauf dieser Vereinbarung musst du den gestundeten Komplettbetrag zahlen. Der Versicherungsschutz bleibt bestehen. Vorteil ist also, du hast "jetzt" mehr Geld, musst aber später die offene Summe komplett zahlen. Also Vorsicht, es muss klar sein, dass du nach der Stundung die komplette Summe zahlen kannst.

Auch dieses Vorgehen musst du der Versicherung schriftlich erklären.


Die Lebensversicherung verkaufen

Seit 1999 können Lebensversicherungen auch an Dritte verkauft werden. Es handelt sich um Policen-Händler, die deine Lebensversicherung kaufen. Der Kaufpreis soll entsprechend höher sein als der Rückkaufswert, den du von deiner Versicherung erhältst. Über eine einfache Suche bei den gängigen Suchmaschinen (z. B. Google) bekommst du schnell mehrere Angebote. Es ist jedoch Vorsicht geboten. Der Kaufpreis ist meistens höher als der Rückkaufswert, aber die Konditionen, wann und wie du dieses Geld erhältst, sind schlechter. Zum Beispiel bieten manche Anbieter eine "Unverbindliche Abschlusszahlung", die dir schmackhaft gemacht wird, aber es fraglich ist, ob du jemals das Geld bekommst. Stiftung Warentest hat dazu einen Ratgeber veröffentlicht.

Unten kannst du mehr zu den steuerlichen Konsequenzen lesen.


Die Versicherungssumme verringern

Die Versicherungssumme ist der Betrag, den dein Versicherer dir zugesichert hat, wenn der Versicherungsfall (z. B. Tod) eintritt. Du kannst mit der Versicherung besprechen, dass die Versicherungssumme verringert wird. Die Laufzeit bleibt bestehen. Dadurch musst du monatlich weniger zahlen, aber auch der Versicherungsschutz verringert sich. Diesen Vorgang musst du in der Regel mit der Versicherung verhandeln, denn es ist eigentlich vertraglich geregelt.

In diesem Fall raten wir zu einem Gespräch mit dem Versicherungsvertreter.


Widerruf einer Lebensversicherung

Wenn du eine Lebensversicherung kündigen möchtest, die du gerade erst neu abgeschlossen hast, ist das nicht notwendig, solange noch die Widerrufsfrist gilt. Im Unterschied zu anderen Verträgen beträgt diese bei Lebens- und Rentenversicherungen 30 Tage nach Erhalt der kompletten Versicherungsunterlagen inklusive der Widerrufsbelehrung. Diese Frist wird in § 152 VVG geregelt.

Bei Verträgen, die zwischen dem 29. Juli 1994 und dem 21. Dezember 2007 abgeschlossen wurden, gilt unter besonderen Umständen eine verlängerte Widerrufsfrist. Das bedeutet, dass du den Versicherungsvertrag sogar nach Jahren noch widerrufen kannst, wenn du bei Abschluss keine oder keine wirksame Widerrufsbelehrung erhalten kannst. Es ist dann also nicht notwendig, die Lebensversicherung zu kündigen. Du erhältst in diesem Fall die kompletten Beiträge zuzüglich Zinsen zurück, die du bis zum Kündigungszeitpunkt eingezahlt hast.


Die Risikolebensversicherung in eine Kapitallebensversicherung umwandeln

Die Umwandlung der Risikolebensversicherung in eine kapitalbildende Lebensversicherung ist nur dann sinnvoll, wenn du die Kündigung nicht wegen Zahlungsschwierigkeiten erwogen hast. In diesem Fall erhöhen sich die Beiträge nämlich, vorrangig weil ein Sparanteil hinzukommt. Außerdem ist diese Alternative meistens nur innerhalb der ersten zehn Jahre nach Versicherungsbeginn möglich. Der Vorteil ist hierbei, dass nicht nur deine Hinterbliebenen im Todesfall profitieren, sondern du die Versicherungssumme im Erlebensfall selbst erhältst. Die Kapitallebensversicherung dient damit der Altersvorsorge.

Was ist nach der Kündigung einer Lebensversicherung zu beachten?

Der Rückkaufswert

Wenn du deine Police kündigst, bekommst du Geld. Diesen Betrag nennt man den Rückkaufswert. In der Regel bekommst du jedoch nicht das Geld, dass du eingezahlt hast, sondern nur einen Bruchteil zurück. Versicherungen berufen sich in solchen Fällen häufig darauf, dass sie damit nicht rechnen konnten, Kosten für die Vertragseinrichtung, Abwicklung oder Verwaltung nicht gedeckt sind und damit von der Rückzahlung abgezogen werden müssen. Es ist nicht unüblich, dass man nur 50% zurückbekommt - je nachdem was der Vertrag sagt und wann gekündigt wurde. Unter dem Strich wirst du also Verlust machen. 

Für vor 1995 abgeschlossene Versicherungen besteht nur eine geringe Chance auf eine Erstattung. Der Bundesgerichtshof hat erst 2005 eingegriffen und je nachdem wann du die Lebensversicherung abgeschlossen hast, gibt es Bestimmungen für den Rückkaufswert.

  • Abschluss zwischen 1995 und 2007: Mindestens die Hälfte der eingezahlten Beiträge und keine Kosten für den Abschluss des Vertrages. 
  • Abschluss ab 2008: Der Gesetzgeber hat eine neue Regel eingeführt, nach der die Abschlusskosten für den Vertrag über die ersten fünf Jahre verteilt werden und nicht direkt mit den ersten Beiträgen verrechnet sein müssen. 

Es besteht eine Verjährungsfrist von 3 Jahren, in denen du deine Ansprüche geltend machen kannst. Diese 3 Jahre beginnen mit dem Ende des aktuellen Jahres. Sprich, bei einer Kündigung in 2011 läuft die Verjährungsfrist bis 01.01.2015.


So erfährst du die Höhe des Rückkaufswertes

In den meisten Fällen informieren dich die Versicherer einmal jährlich schriftlich über den Stand deiner Versicherung. Auf dem erhaltenen Schreiben sollte auch der Rückkaufswert stehen. Da sich der Wert jedoch stetig verändert, solltest du den aktuellen Betrag beim Versicherer anfragen. Außerdem gibt es im Internet Rückkaufswertrechner, mit denen du die Summe selbst berechnen kannst. Auch unabhängige Versicherungsexperten helfen dir dabei, den Rückkaufswert zu berechnen.


Steuerliche Konsequenzen

Kündigst oder verkaufst du deine Versicherung, wird der Ertrag (=Rückkaufswert oder Verkaufspreis) seit 2009 mit der Abgeltungssteuer (25%) versteuert, wenn die Laufzeit der Lebensversicherung weniger als 12 Jahre war und der Versicherte unter 60 Jahre alt ist. In allen anderen Fällen wird das dem Halbeinkünfteverfahren eingesetzt.

Fazit

Bei der Kündigung der Lebensversicherung gilt der Rat, sich im Zweifel und bei hohen Beträgen von einem Fachanwalt beraten zu lassen. Auch der Bund der Versicherten e.V. steht dir mit mehr als 53.000 Mitgliedern in Deutschland unabhängig zur Seite. Der Verein ist gemeinnützig und ohne kommerzielles Interesse.



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