Die Kündigung der Risikolebensversicherung

Diese Aspekte sind wichtig

Die Kündigung einer Risikolebensversicherung ist sehr unkompliziert möglich. Da sie aber mit finanziellen Verlusten verbunden sein kann, muss sie gründlich überlegt werden. Wir erklären in unserem Ratgeber, was du bei der Kündigung beachten musst, welche Nachteile daraus entstehen können und welche Alternativen es gibt.

  1. Welche Gründe gibt es für die Kündigung einer Risikolebensversicherung?
  2. Das solltest du bei der Kündigung einer Risikolebensversicherung beachten
  3. Alternativen zur Kündigung einer Risikolebensversicherung

Eine Risikolebensversicherung dient meistens der Absicherung von Hinterbliebenen, wie Ehegatten oder Kindern, falls der Versicherungsnehmer unerwartet stirbt. Bei Abschluss der Versicherung werden entweder ein einmalig zu zahlender Betrag oder monatliche Beiträge bis zum Erreichen der Versicherungssumme vereinbart. Für die Kündigung einer Risikolebensversicherung kann es verschiedene Gründe geben. Welche das sind und was du beim Kündigen beachten musst, erläutern wir dir hier.

Welche Gründe gibt es für die Kündigung einer Risikolebensversicherung?

Wenn du eine Risikolebensversicherung abschließt, wirst du dich in der Regel mit dieser für viele Jahre festlegen. In der Zwischenzeit können sich deine persönlichen Lebensverhältnisse jedoch ändern, beispielsweise weil du von dem ehemals begünstigen Partner getrennt lebst und die Versicherung daher nicht mehr weiterführen möchtest. Ein häufiger Grund für die Kündigung einer Risikolebensversicherung ist aber auch eine Verschlechterung der finanziellen Situation, die dazu führt, dass die monatliche Beitragszahlung Schwierigkeiten bereitet. Nicht zuletzt kann aber auch das Angebot eines anderen Versicherers verlockend sein und dazu führen, dass du die bestehende Risikolebensversicherung kündigen möchtest. Was immer der Grund für deinen Kündigungswunsch jedoch ist: Du solltest die Vor- und die Nachteile sorgfältig gegeneinander abwägen.

Hinweis: Du hast es dir gut überlegt und willst deine Risikolebensversicherung kündigen? Nutze unsere Muster und unseren Versandservice, um dir die Kündigung so einfach wie möglich zu machen.

Das solltest du bei der Kündigung einer Risikolebensversicherung beachten

Die Kündigung einer Risikolebensversicherung sollte niemals leichtfertig erfolgen, sondern gründlich abgewogen werden. Außerdem ist es wichtig, den Versicherungsvertrag hinsichtlich der Fristen und Alternativen zu prüfen sowie sich über die Nachteile im Klaren zu sein.

Nachteile der Kündigung

Die Risikolebensversicherung dient üblicherweise nicht dazu, Guthaben anzusparen, sodass die Beiträge meistens nicht sehr hoch sind. Das hat aber zur Folge, wenn du die Risikoversicherung kündigen möchtest, dass du kein Geld zurück erhältst. Oder anders ausgedrückt: Bei der Kündigung der Risikolebensversicherung gibt es kaum einen Rückkaufswert. Das ist der Unterschied beispielsweise zu einer Kapitallebensversicherung oder einer Risikoversicherung mit Beitragsrückerstattung, die von einigen Versicherungsunternehmen angeboten wird. Ob diese Voraussetzungen bei deiner individuellen Versicherung vorliegen, kannst du deinem Vertrag entnehmen. Neben dem Verlust von Beiträgen wirkt sich die Kündigung der Risikolebensversicherung auch in folgenden Fällen nachteilig aus:

  • deine Hinterbliebenen erhalten im Falle deines Todes keine Leistungen, sofern du keine Folgeversicherung abschließt
  • willst du erneut eine Risikolebensversicherung abschließen, musst du höchstwahrscheinlich eine neue Gesundheitsprüfung ablegen, die unter Umständen schlechter ausfallen kann

Einschränkungen der Kündigungsmöglichkeiten

Normalerweise ist die Kündigung einer Risikolebensversicherung unproblematisch möglich. Eine Ausnahme besteht aber dann, wenn du eine fallende Risikolebensversicherung abgeschlossen hast. Diese Versicherungsart dient in der Regel der Abzahlung eines Darlehens. Deshalb wird sie auch Restschuldversicherung genannt. Häufig wird eine fallende Risikolebensversicherung dann abgeschlossen, wenn eine Immobilie gebaut oder erworben wurde. Der Versicherungsnehmer geht zu einem damit sicher, dass die Restschulden auch nach seinem Tod beglichen werden, sodass die Familie ihr Heim nicht verliert. Zum anderen verlangen viele Banken diese Sicherheit bei Aufnahme eines Immobilienkredits und werden in diesem Fall als Begünstigte in der Versicherungspolice eingetragen. Ohne Zustimmung der Bank kannst den Versicherungsvertrag dann nur kündigen, wenn du die restlichen Schulden auf andere Weise begleichst.

Kündigungsfristen

Die Kündigungsfrist hängt im Wesentlichen von der Zahlweise ab, die du mit dem Versicherer vereinbart hast. Zahlst du den Beitrag nur einmal pro Jahr, beträgt die Kündigungsfrist einen Monat zum Ablauf des Versicherungsjahrs. Dieses entspricht nicht dem Kalenderjahr, sondern beginnt immer mit dem Beginn des Vertrags.

Beispiel: Du hast die Risikolebensversicherung zum 1. Dezember eines Jahres abgeschlossen und die jährliche Zahlweise gewählt. Du kannst den Vertrag immer zum 30. November eines Jahres kündigen. Das Kündigungsschreiben muss dem Versicherer aber bis zum 31. Oktober zugegangen sein.

Hast du hingegen die monatliche beziehungsweise die halb- oder vierteljährliche Zahlweise gewählt, beträgt die Kündigungsfrist immer vier Wochen bis zur nächsten Beitragszahlung.

Beispiel: Du zahlst den Versicherungsbeitrag monatlich und möchtest zum September kündigen. Das Kündigungsschreiben muss den Versicherer spätestens bis zum 31. Juli erreicht haben.

Tipp: Lies auch unsere Ratgeber "Kapitallebensversicherung kündigen" und "Lebensversicherung wechseln", da es hier andere Aspekte zu beachten gibt, als bei der Kündigung der Risikolebensversicherung.

Alternativen zur Kündigung einer Risikolebensversicherung

Durch den Verlust der bereits gezahlten Beiträge ist die Kündigung der Risikolebensversicherung nur im Notfall empfehlenswert. Besser ist es, wenn du Alternativen prüfst. Viele Versicherer räumen diese in ihren Verträgen ein. Welche Möglichkeiten es in deinen speziellen Fall gibt, kannst du deinen Versicherungsunterlagen entnehmen. Denkbar sind folgende:

Beitragsfreistellung

Manche Versicherunternehmen haben in ihren Verträgen eine Klausel zur Beitragsfreistellung aus wichtigem Grund, zum Beispiel im Falle von Arbeitslosigkeit. Du zahlst dann keine Beiträge mehr, aber der Versicherungsschutz bleibt generell bestehen. Nachteil: Die Versicherungssumme reduziert sich und es kommt am Ende eine geringere Summe als die vertraglich vereinbarte zur Auszahlung.

Teilkündigung

Du vereinbarst mit dem Versicherungsunternehmen eine Herabsetzung der Versicherungssumme und zahlst daher zukünftig geringere Beiträge. Der Nachteil ist natürlich die geringere Ausschüttung am Ende, von Vorteil ist es jedoch, dass der Versicherungsschutz nicht erlischt.

Umwandlung in eine Kapitallebensversicherung

Die Umwandlung der Risikolebensversicherung in eine kapitalbildende Lebensversicherung ist nur dann sinnvoll, wenn du die Kündigung nicht wegen Zahlungsschwierigkeiten erwogen hast. In diesem Fall erhöhen sich die Beiträge nämlich, vorrangig weil ein Sparanteil hinzukommt. Außerdem ist diese Alternative meistens nur innerhalb der ersten zehn Jahre nach Versicherungsbeginn möglich. Der Vorteil ist hierbei, dass nicht nur deine Hinterbliebenen im Todesfall profitieren, sondern du die Versicherungssumme im Erlebensfall selbst erhältst. Die Kapitallebensversicherung dient damit der Altersvorsorge.

Fazit: Da die Beiträge für diese Versicherungsart in der Regel gering sind und nicht zurückerstattet werden, lohnt sich die Kündigung der Risikolebensversicherung nur dann, wenn es deutlich bessere Angebote anderer Versicherer gibt und der Verlust der bisherigen Beiträge verschmerzbar ist. Besser ist es, Alternativen zur Kündigung zu prüfen, um den Versicherungsschutz zu behalten.

Tipp: Für weitere Informationen lies unseren Ratgeber Risikolebensversicherung wechseln.


Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können
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