Die BU-Versicherung kündigen

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Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schließt eine Versicherungslücke, wenn du aufgrund einer Berufskrankheit oder eines Unfalls nicht mehr beruflich tätig sein kannst. Die BU-Versicherung zu kündigen, ist daher nicht immer ratsam. Lies hier bei uns, wann die Kündigung sinnvoll ist, welche Faktoren du dabei beachten musst und welche Alternativen es gibt.

  1. Wann ist es nicht sinnvoll, die BU-Versicherung zu kündigen?
  2. Die BU-Versicherung kündigen - Diese Aspekte sind dabei wichtig
  3. Verkauf der BU-Versicherung - Die Alternative zur Kündigung
  4. Der Versicherer kündigt die BU-Versicherung

Rentenreformen haben in den Jahren 2000 und 2001 dazu geführt, dass nicht mehr alle Versicherten einen gesetzlichen Rentenanspruch wegen einer Berufsunfähigkeit haben, sondern häufig nur eine Berufsunfähigkeitsrente in Höhe der Grundsicherung gezahlt wird. Besonders wichtig ist daher die private Absicherung, beispielsweise durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), wenn du einen Beruf ausübst, der mit hohen Risiken für Berufskrankheiten oder für Unfälle verbunden ist. Wenn du in Betracht ziehst, deine bestehende BU-Versicherung kündigen zu wollen, solltest bedenken, dass ein Schadensfall mit hohen finanziellen Einbußen verbunden sein kann.

Wann ist es nicht sinnvoll, die BU-Versicherung zu kündigen?

Für die Berufsunfähigkeitsversicherung wird in der Regel eine Versicherungs- und Leistungszeit bis zum 65. Lebensjahr beziehungsweise bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters vereinbart und sie dient der Existenzsicherung im Fall einer Berufsunfähigkeit. Eine Kündigung dieser Versicherung sollte daher nur im absoluten Notfall erfolgen. Die BU-Versicherung zu kündigen ist vor allem dann nicht empfehlenswert, wenn der Rückkaufswert geringer ist, als das bisher eingezahlte Geld. Falls du die Kündigung erwägst, weil du die Beiträge wegen vorübergehender Zahlungsschwierigkeiten nicht erbringen kannst, ist es eventuell besser, die Versicherung zu verkaufen oder beitragsfrei zu stellen. Prüfe deinen Vertrag, ob diese Möglichkeit besteht.

BU-Versicherung kündigen: Diese Aspekte sind dabei wichtig

Lässt es sich nicht umgehen, die BU-Versicherung zu kündigen, gelten gesetzliche Kündigungsfristen, die in § 11 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) definiert sind. Möglich sind die ordentliche und die außerordentliche Kündigung.

Die ordentliche Kündigung

Gemäß des Versicherungsvertragsgesetzes muss die Kündigungsfrist bei der ordentlichen Kündigung für beide Vertragspartner gleich lang sein und darf zwischen ein bis drei Monate zum Ende eines Versicherungsjahres betragen. Das bedeutet, dass die Frist im Versicherungsvertrag vereinbart wird und du diese deinem individuellen Vertrag entnehmen kannst. Wurde der Versicherungsvertrag für einen Zeitraum von mehr als drei Jahren geschlossen, darf der Versicherungsnehmer ihn laut Gesetz allerdings frühestens zum Schluss des dritten Versicherungsjahres und danach jährlich mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Wenn du unseren Service nutzt, erinnern wir dich rechtzeitig an die Kündigungsfristen. Außerdem erhältst du zum BU-Versicherung Kündigen eine Vorlage und kannst unseren Versandservice nutzen.

Beispiel: Du hast einen Vertrag geschlossen, der am 1. Januar 2017 beginnt und einen Versicherungszeitraum von 20 Jahren hat. Somit kannst du frühestens zum 1. Januar 2020 deine BU-Versicherung kündigen. Das Kündigungsschreiben muss beim Versicherer bis spätestens am 30. September 2019 eingegangen sein, damit die Kündigung zum 1. Januar 2020 wirksam wird.

Die außerordentliche Kündigung

Auch bei der BU-Versicherung kannst du unter bestimmten Umständen vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Insbesondere ist die außerordentliche Kündigung dann möglich, wenn der Versicherer die Beiträge ohne eine Anpassung des Leistungsumfanges erhöht. Du hast in diesem Fall nach Kenntnisnahme der Beitragserhöhung vier Wochen Zeit, die BU-Versicherung zu kündigen.

Ausnahme bei der Kündigung: Die Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird nicht immer einzeln abgeschlossen, sondern kann auch eine Zusatzversicherung sein (Berufsunfähigkeitszusatzversicherung - BUZ), beispielsweise zu einer Risikolebensversicherung. Die Kündigung ist dann in der Regel nur möglich, wenn auch die Hauptversicherung gekündigt wird. Im Gegenzug erlischt allerdings auch die BUZ, wenn die Hauptversicherung aufgelöst wird. Finanzexperten raten deshalb häufig dazu, alle Versicherungen separat abzuschließen.

Der Rückkaufswert beim Kündigen der BU-Versicherung

Wenn du die BU-Versicherung kündigen möchtest, achte auf den Rückkaufswert. Mit diesem Begriff wird der Betrag bezeichnet, den dir der Versicherer bieten würde, wenn du ihm die Rechte auf zukünftige Leistungen aus dem Vertrag abtrittst, das heißt gewissermaßen, die BU-Versicherung an ihn verkaufst. Grundlage hierfür ist § 169 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG), in dem auch festgelegt ist, wie sich der Rückkaufswert von Versicherungen berechnen darf. Außerdem findest du die Berechnungsgrundlage in deinem Vertrag oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Versicherers. Leider kann der Rückkaufswert geringer sein, als die Summe der Beiträge, die du bis zur Kündigung eingezahlt hast. Das hat mit den Einrichtungs- und Verwaltungsgebühren zu tun, die die Versicherung erhebt. Unter Umständen sind darin auch Provisionen an Versicherungsvermittler enthalten.

Hinweis: Den Rückkaufswert kannst du bei deinem Versicherer schriftlich oder telefonisch erfragen.

Alternativen zur Kündigung der BU-Versicherung

Zwar entstehen dir durch die Kündigung der BU-Versicherung keine Kosten. Dennoch solltest du, bevor du die Kündigung deiner BU-Versicherung in Erwägung ziehst, andere Möglichkeiten prüfen, um keine Verluste durch einen geringen Rückkaufswert hinnehmen zu müssen. Eine Alternative ist der Verkauf der Versicherung an eine andere Person oder an einen Vermittler. Der Käufer übernimmt den Vertrag mit allen Rechten und Pflichten gegen die Zahlung einer Summe, die meistens um einiges höher liegt, als der Rückkaufswert. Als weitere Option kannst du versuchen, mit dem Versicherer eine beitragsfreie Zeit zu vereinbaren, wenn du die Zahlungen für einen überschaubaren Zeitraum nicht leisten kannst. Wie lange die Beitragsfreiheit anhalten darf, musst du individuell klären. Das Versicherungsunternehmen ist jedoch nicht verpflichtet, der Freistellung zuzustimmen. Meistens können Versicherungsverträge bis zu sechs Monate ruhen, in denen keine Beiträge anfallen, aber auch kein Versicherungsschutz besteht. Es gibt Versicherungen, die eine längere Befreiung anbieten, danach aber eine neue Gesundheitsprüfung fordern. Nur dann sind sie bereit, den Vertrag weiterzuführen.

Der Versicherer kündigt die BU-Versicherung - Das musst du beachten

Wie der Versicherungsnehmer darf auch der Versicherer die BU-Versicherung kündigen. Gründe dafür können folgende sein:

  • der Versicherte hat bei der Antragstellung falsche Angaben gemacht, beispielsweise zu den Gesundheitsfragen
  • der Versicherte verschweigt der Versicherung später eintretende Umstände, wie Krankheiten oder Unfälle, die zu einer erhöhten Versicherungsprämie führen könnten

Wenn der Versicherer aus den genannten Gründen die BU-Versicherung kündigen möchte, verlierst du deinen Versicherungsschutz.

Fazit: Die Kündigung der BU-Versicherung ist ordentlich oder außerordentlich möglich, hält aber einige Fallstricke bereit und ist nicht immer empfehlenswert. Alternativen können ein Verkauf oder die Beitragsfreistellung sein. Ist beides nicht möglich, kannst du dir die Kündigung mit unseren Vorlagen und unserem Versandservice erleichtern.

Tipp: Lies auch unseren Ratgeber "Unfallversicherung kündigen" und erfahre, welche Kündigungsfrist bei der Unfallversicherung gilt und welche Bedingungen bei der Kündigung einzuhalten sind.


Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können
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