Unfallversicherung kündigen

Alles Wissenswerte und Tipps

  1. Was sind die üblichen Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten?
  2. Ein wirksames Kündigungsschreiben erstellen
  3. Darf mein Versicherer mir kündigen?
  4. Alternativen zur Kündigung
  5. Welche Sonderkündigungsrechte besitze ich?
  6. Was ist nach der Kündigung zu beachten?

Die private Unfallversicherung

In Deutschland passieren jährlich etwa neun Millionen Unfälle. Die dadurch entstandenen Personenschäden werden von einer Unfallversicherung gedeckt. Grundsätzlich existieren zwei Typen von Unfallversicherungen – die private und die gesetzliche. Die gesetzliche Versicherung greift immer dann, wenn dir auf dem Weg zur bzw. von der Arbeit oder gar während der Arbeitszeit ein Unfall zustößt. Für jegliche Unfälle, die du in der Freizeit erleidest, benötigst du zusätzlich eine private Versicherung. Damit ein bleibender körperlicher Schaden nicht auch zur finanziellen Belastung wird, sind private Unfallversicherungen sinnvoll.

Anbieter für eine private Unfallversicherung gibt es viele. Im Rahmen einer Untersuchung von Focus Money konnten vor allem die Unfallversicherer InterRisk, Janitos, Swiss Life, Waldenburger und HUK24 mit ihrem Leistungsportfolio überzeugen. Im letzten Test der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2011 lagen die Tarife der beiden Versicherungen Swiss Life und InterRisk auf den vorderen fünf Plätzen.

Wie bei den meisten Verträgen kann es sich auch bei der Unfallversicherung lohnen, die aktuellen Leistungen auf den Prüfstand zu stellen und sie mit anderen Angeboten zu vergleichen. Denn neue Verträge können deutlich günstiger sein, obwohl sie die gleiche Leistung bieten. Je nach Situation, in der du deine Unfallversicherung kündigen möchtest, bleiben dir verschiedene Optionen.

Was sind die üblichen Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten?

Normalerweise kannst du zum Ende eines jeden  Vertragsjahres deine Unfallversicherung kündigen.

Welche die genauen Kündigungsfristen sind, hängt davon ab, an welchem Datum du den Vertrag abgeschlossen hast. Die  Vertragslaufzeiten dürfen nicht länger als drei Jahre sein. Oft kannst du deine Unfallversicherung auch jährlich kündigen. In diesem Fall musst du deine Kündigung nur rechtzeitig abschicken - drei Monate beträgt die Frist.

Beispiel: Hast du zum 1. Januar die Unfallversicherung abgeschlossen, muss dein Kündigungsschreiben spätestens am 30. September bei deinem Anbieter eingehen. Mit unseren Kündigungsvorlagen kündigst du besonders einfach und völlig unkompliziert online. Zu deiner rechtlichen Sicherheit erledigst du deine schriftliche Kündigung per Einschreiben oder Fax.

So erstellst du ein wirksames Kündigungsschreiben

Deine Lebensumstände haben sich geändert, sodass die Passgenauigkeit deiner Police nicht mehr optimal ist? Oder ist sie im Laufe der Zeit durch verschiedene  Beitragsanpassungen teurer geworden und lohnt sich daher nun nicht mehr? Wenn sich der Versicherer in diesen oder ähnlichen Fällen auf keine Verhandlungen um einen neuen Tarif bzw. Beitrag einlässt, solltest du deine Unfallversicherung kündigen.

Eine  ordentliche Kündigung musst du nicht begründen. Es genügt, der Versicherung ein Schreiben zu senden, in welchem du die Kündigung aussprichst. Damit die Kündigung deiner Unfallversicherung richtig zugeordnet werden kann, muss der Brief

  • deinen Namen
  • deine Anschrift
  • die Policennummer sowie
  • den genauen Kündigungstermin
  • Kündigungsgrund (nur bei einer außerordentlichen Kündigung notwendig, z. B. eine Beitragserhöhung) enthalten.

Wenn du nach der Kündigung in einen neuen, passenderen Vertrag wechseln möchtest, solltest du zuerst die verschiedenen Angebote miteinander vergleichen. Welche die entscheidenden Faktoren bei einem Vergleich sind, erfährst du in unserem  Ratgeber zu dem Thema Unfallversicherungen richtig vergleichen.

Darf mein Versicherer mir kündigen?

Ja, nicht nur du kannst deine Unfallversicherung kündigen, sondern auch die Versicherungen den Versicherten. Nach jedem Schaden darf der Anbieter dir die Kündigung aussprechen, um dir beispielsweise einen neuen Tarif mit höherem Risikoaufschlag anzubieten.

Die Alternativen zur Kündigung

Bei Kündigungsrechten, welche die Versicherung dir zusätzlich anbietet, musst du möglicherweise erst eine Außerkraftsetzung beantragen. Der Vertrag wird dann zwar nicht sofort gekündigt, aber du musst eben auch keine Beiträge zahlen und verfügst über keinen  Versicherungsschutz mehr. Einen so außer Kraft gesetzten Vertrag kannst du dafür später wieder ganz normal weiterführen.

Besitze ich Sonderkündigungsrechte?

Widerruf

Warst du etwas zu voreilig und erkennst schnell, dass die Versicherung ungünstig für dich ist, kannst du den Vertrag innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Haben sowohl der Makler als auch das Versicherungsunternehmen vergessen, dich auf dieses Widerrufsrecht hinzuweisen, kannst du sogar noch Jahre später den Vertrag widerrufen. Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass du ihn bis dahin nicht in Anspruch genommen hast.

Bei einer Beitragserhöhung

Wahrscheinlicher ist aber wohl der Fall der außerordentlichen Kündigung. Wenn die Beiträge ohne Leistungserweiterung erhöht werden, darfst du innerhalb von einem Monat nach der Ankündigung der Preiserhöhung deine Unfallversicherung kündigen.

Nach einer Schadensregulierung

Auch nach einem angemeldeten Schaden ist eine Kündigung möglich. Die Kündigungsfrist von einem Monat gilt ab dem Tag, an dem die Versicherungsleistung erbracht wurde, bzw. ab dem Tag, an dem der Rechtsstreit um eine Ablehnung der Leistung beendet wurde.

Sonstige Sonderkündigungsrechte

Bei manchen privaten Unfallversicherungen steht dir außerdem bei eintretender Arbeitslosigkeit ein Sonderkündigungsrecht zu. Näheres dazu findest du in den Vertragsbedingungen deiner Police.

Was nach der Kündigung der Unfallversicherung zu beachten ist

Eine Kündigungsbestätigung einfordern

Sofern du keine Unfallversicherung mehr benötigst, brauchst du lediglich auf die Bestätigung der Kündigung zu warten. Achte darauf, dass keine weiteren Beiträge von deinem Anbieter eingezogen werden. Idealerweise hast du im Rahmen deiner Kündigung deine Bankeinzugsermächtigung widerrufen.

Schadensmeldungen vor Ablauf des Versicherungsschutzes

Widerfährt dir in dem Zeitraum zwischen deiner Kündigung und dem tatsächlichen Ablauf des Versicherungsschutzes ein Unfall, meldest du diesen wie gewohnt bei deiner Versicherung. Entscheidend für die Zuständigkeit ist grundsätzlich der Tag des Unfalls. Bis zu fünfzehn Monate danach kannst du den entstandenen Schaden noch anmelden. Wichtig ist, dass ein Arzt den Zusammenhang von Unfall und Schaden bestätigt.

veröffentlicht am 07.04.2015

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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