Unfallversicherung kündigen

Leicht gemacht mit unseren Tipps

Aus verschiedenen Gründen kann es sinnvoll sein, eine bestehende Unfallversicherung zu kündigen, beispielsweise weil ein anderer Anbieter bessere Konditionen hat oder die Unfallversicherung aufgrund geänderter Berufs- oder Lebensbedingungen nicht mehr benötigt wird. Lies in unserem Ratgeber, was du bei einer Kündigung beachten musst und wann sie nicht möglich ist.

  1. Die gesetzliche Unfallversicherung kündigen - Diese Schwierigkeiten gibt es
  2. Die private Unfallversicherung kündigen - Laufzeiten und Fristen beachten
  3. Alternative zur Kündigung der Unfallversicherung

Die Unfallversicherung ist dann besonders wichtig, wenn der Beruf oder Hobbys mit besonderen Unfallrisiken verbunden sind. Berufsunfälle sind häufig durch die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) abgesichert, die für einige Personengruppen verpflichtend ist, sodass eine Kündigung nur in bestimmten Fällen möglich ist. Anders sieht es mit der privaten Unfallversicherung aus, die unter anderem Risiken im Alltag absichert und zum Beispiel dann abgeschlossen wird, wenn ein riskanter Sport ausgeübt wird. Erfahre hier bei uns, wie du die gesetzliche oder die private Unfallversicherung kündigen kannst und welche Aspekte dabei zu beachten sind.

Die gesetzliche Unfallversicherung kündigen - Diese Schwierigkeiten gibt es

Nach dem Siebten Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VII) haben die meisten gesetzlich versicherten Arbeitnehmer einen Leistungsanspruch bei einer Berufskrankheit, einem Arbeitsunfall oder einem Unfall auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle. Die Leistungen werden in der Regel durch die Berufsgenossenschaften als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung gewährt; die Beiträge zahlt der Arbeitgeber oder sie werden, wie bei Schülern und Studenten, aus Steuermitteln beglichen.

Pflichtversicherte können die Unfallversicherung nicht kündigen

Gehörst du zu einer Personengruppe, die vom Gesetz her in der gesetzlichen Unfallversicherung pflichtversichert ist, kannst du die gesetzliche Unfallversicherung nicht kündigen. Nach § 2 SGB VII sind das beispielsweise Angestellte, Landwirte, Studenten, Schüler oder Empfänger von Arbeitslosengeld.

So können Freiberufler und Selbständige die gesetzliche Unfallversicherung verlassen

Freiberufler und Selbständige, die durch ihren ausgeübten Beruf verpflichtet sind, einer Berufsgenossenschaft beizutreten, sind abhängig von der Branche auch gesetzlich unfallversichert, zahlen die Beiträge aber selbst. Wenn du die Selbständigkeit oder Freiberuflichkeit aufgibst, endet die Pflichtmitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft und damit die gesetzliche Unfallversicherung automatisch. Kündigungsfristen gibt es zwar nicht direkt, aber die Einstellung eines Unternehmens oder ein Unternehmerwechsel müssen der Berufsgenossenschaft innerhalb von vier Wochen mitgeteilt werden.

Die private Unfallversicherung kündigen - Laufzeiten und Fristen beachten

Da die private Unfallversicherung freiwillig ist, darf sie wie jeder Versicherungsvertrag unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum Ende der im Vertrag vereinbarten Laufzeit gekündigt werden. Du solltest dir dabei jedoch überlegen, dass du nach der Kündigung der Unfallversicherung ohne Versicherungsschutz bist, außer wenn du eine Folgeversicherung bei einem anderen Anbieter abschließt oder die Risiken nicht mehr bestehen.

Vertragslaufzeiten und Kündigungsfrist bei der ordentlichen Kündigung

Die Kündigungsfrist der Unfallversicherung beträgt, ähnlich wie die Haftpflichtversicherung-Kündigungsfrist, in der Regel drei Monate zum Ende der Laufzeit, die meistens bei einem Jahr bis höchstens drei Jahren liegt. Das Versicherungsjahr beginnt immer mit dem Tag, an dem die Versicherung beginnt, und nicht zwangsläufig wie das Kalenderjahr am 1. Januar.

Beispiel: Du hast zum 1. Februar 2017 einen Vertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr abgeschlossen. Eine Kündigung ist frühestens zum 1. Februar 2018 möglich. Das Kündigungsschreiben muss beim Versicherer bis spätestens am 31. Oktober 2017 eingegangen sein.

Die außerordentliche Kündigung

Die außerordentliche Kündigung, auch Sonderkündigung genannt, ist in diesen Fällen möglich:

  • wenn der Versicherer einen Schaden reguliert hat
  • wenn der Versicherer die Regulierung eines Schadens abgelehnt hat
  • wenn der Versicherer die Beiträge ohne Verbesserung der Versicherungsleistungen erhöht hat

Wenn du jedoch eine dynamische Unfallversicherung abgeschlossen hast, bei der sich die Beiträge jährlich nach Vereinbarung erhöhen, ist das Sonderkündigungsrecht bei der jährlichen Beitragserhöhung nicht anwendbar. Die Kündigungsfrist beträgt bei der außerordentlichen Kündigung unabhängig von der Vertragslaufzeit vier Wochen nach vollständiger Schadensregulierung beziehungsweise nach Eingang des Schreibens, das die Beitragserhöhung ankündigt. Im ersten Fall kann die Kündigung sofort wirksam werden, im zweiten Fall greift sie mit Eintritt der Beitragserhöhung.

Beispiel: Der Versicherer hat eine Beitragserhöhung ab 1. Oktober eines Jahres angekündigt. Das Schreiben ist dem Versicherten am 15. Juli zugegangen. Die Kündigung muss beim Versicherer bis zum 12. August eingegangen sein, damit die Kündigung zum 1. Oktober wirksam wird.

Unfallversicherung kündigen - Gibt es Geld zurück?

Bei Abschluss der Unfallversicherung hast du mit dem Versicherer eine Versicherungssumme vereinbart, die eigentlich nur im Schadensfall zur Auszahlung kommt. Es gibt aber auch Unfallversicherungen mit einer Beitragsrückgewähr. Häufig handelt es sich hierbei um Kombinationen von klassischen Unfallversicherungen mit Lebensversicherungen. Versicherungsnehmer, die so eine Versicherung abgeschlossen haben, erhalten Geld zurück, wenn sie die kombinierte Unfallversicherung kündigen. Die ausgezahlte Summe entspricht dem vertraglich vereinbarten Rückkaufswert. Ob die Voraussetzungen dafür vorliegen, kannst du deinem individuellen Versicherungsvertrag entnehmen.

Das Kündigungsschreiben

Die Kündigung der privaten Unfallversicherung ist formlos möglich. Aufgrund der besseren Beweisbarkeit ist allerdings die Textform empfehlenswert. Damit der Versicherer dein Schreiben einfach zuordnen kann, sollte es folgende Angaben enthalten:

  • deinen Name und deine Anschrift
  • die Versicherungs- oder Kundennummer
  • den Kündigungstermin

Bei einer außerordentlichen Kündigung solltest du auch den Kündigungsgrund angeben.

Hinweis: Du willst deine private Unfallversicherung kündigen? Nutze eine Vorlage, die du nach Anmeldung bei uns in deinem Account findest. Außerdem erinnern wir dich an die Kündigungsfrist, sodass du die rechtzeitige Kündigung nicht verpasst, und bieten dir einen Versandservice an.

Alternative zur Kündigung der Unfallversicherung

Wenn du die Unfallversicherung kündigen möchtest, weil du die Beiträge vorübergehend nicht bezahlen kannst, ist es unter Umständen sinnvoller, sie stattdessen außer Kraft zu setzen. Das bedeutet, dass du während einer bestimmten Zeitspanne keine Beiträge zahlen musst, aber auch keinen Versicherungsschutz genießt. Nicht jeder Versicherer bietet diese Option an, sodass die Aussetzung des Vertrags nur individuell geklärt werden kann.

Fazit: Eine gesetzliche Unfallversicherung kann in der Regel nicht gekündigt werden. Bei der Kündigung einer privaten Unfallversicherung müssen Fristen und Laufzeiten eingehalten und eventuell mit einem Verlust der bereits eingezahlten Beiträge gerechnet werden. Die Kündigung ist formlos möglich und wird dir erleichtert, wenn du unseren Kündigungsservice nutzt.

Tipp: Lies auch unsere Ratgeber "BU-Versicherung kündigen", "Haftpflichtversicherung wechseln", "Reiserücktrittsversicherung kündigen" und "Haftpflichtversicherung kündigen" und erfahre, welche Punkte du jeweils beachten musst und wie du dir das Kündigen erleichtern kannst.


Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
über 250.000 Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewonnen.
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