Die Kündigung einer Rechtsschutzversicherung

So gelingt sie dir problemlos

Eine Rechtsschutzversicherung wird meistens dann abgeschlossen, wenn Streitigkeiten mit dem Vermieter, mit dem Arbeitgeber oder im Straßenverkehr drohen. Fallen bestimmte Risiken weg oder können die Beiträge nicht mehr aufgebracht werden, möchten viele Menschen überflüssige Versicherungen wieder kündigen. Wir erklären in unserem Ratgeber, was du bei der Kündigung einer Rechtsschutzversicherung beachten solltest.

  1. Die Kündigung einer Rechtsschutzversicherung - Diese Faktoren musst du beachten, wenn du selbst kündigst
  2. Die Kündigung einer Rechtsschutzversicherung durch den Versicherer - Das kannst du dann tun

Bei der Kündigung einer Rechtsschutzversicherung müssen einige Aspekte berücksichtigt werden, damit du den Vertrag rechtzeitig und ohne Nachteile beenden kannst. Zu Beginn der Versicherung hast du schließlich einen Versicherungsvertrag abgeschlossen, an den du während der gesamten Vertragslaufzeit gebunden bist. Erfahre hier auf volders.de, worauf es ankommt, wenn du selbst kündigen möchtest, und was du tun kannst, wenn dir der Versicherer kündigt.

Die Kündigung einer Rechtsschutzversicherung - Diese Faktoren musst du beachten, wenn du selbst kündigst

Es kann verschiedene Gründe geben, warum du eine bestehende Rechtsschutzversicherung kündigen möchtest. Vielleicht hast du ein besseres Angebot eines anderen Versicherers gefunden oder du benötigst einen veränderten Leistungsumfang und möchtest die Rechtsschutzversicherung daher wechseln. Liegt einer dieser Fälle vor, solltest du die Kündigung der Rechtsschutzversicherung erst dann absenden, wenn dir bereits ein anderes Angebot vorliegt. Durchgehenden Versicherungsschutz hast du nämlich nur dann, wenn der neue Versicherungsvertrag nahtlos an den alten anschließt. Andernfalls musst du bei der neuen Rechtsschutzversicherung nämlich eine erneute Wartezeit von drei Monaten abwarten, bevor der Versicherer Leistungen gewährt. Kommt es in dieser Zeit zu Streitfällen, bleibst du auf den Kosten dafür sitzen.

Tipp: Bevor du nach einer neuen Versicherung suchst, lies auch unseren Ratgeber "Rechtsschutz-Vergleich". In diesem erläutern wir etwas genauer, auf welche Faktoren es bei einem Versicherungsvergleich ankommt.

Willst du keine neue Rechtsschutzversicherung abschließen, zum Beispiel weil sich deine individuellen Risiken verringert haben, musst du dich zwar nicht um eine neue Versicherung kümmern, kannst aber dennoch nicht von heute auf morgen kündigen. Die Kündigung der Rechtsschutzversicherung bedarf nämlich in der Regel die Beachtung der Laufzeit und der Kündigungsfrist.

Die Laufzeit einer Rechtsschutzversicherung

Zu Beginn der Versicherung hast du mit deinem Versicherer eine bestimmte Laufzeit vereinbart. Üblich sind hier zwischen einem bis zu drei Jahren. Nach Abschluss der ersten Laufzeit verlängert sich der Versicherungsvertrag automatisch um weitere zwölf Monate, wenn er nicht durch dich oder durch den Versicherer fristgemäß gekündigt wurde.

Die Kündigungsfrist der Rechtsschutzversicherung

Auch bei der Rechtsschutzversicherung muss für die Kündigung eine Kündigungsfrist beachtet werden. In der Regel beträgt diese drei Monate zum Ende der Vertragslaufzeit beziehungsweise zum Ende des Verlängerungsjahres. Endet dein Vertrag beispielsweise zum 31. Dezember eines Jahres, muss die Kündigung der Rechtsschutzversicherung spätestens bis zum 30. September des gleichen Jahres erfolgt sein. Das bedeutet, dass das Kündigungsschreiben dem Versicherer bis zu diesem Zeitpunkt nachweislich zugegangen sein muss, damit die Kündigung wirksam wird. Die Kündigung erfordert zwar keine besonderen Formalien, sollte aber der besseren Nachweisbarkeit halber am besten schriftlich erfolgen und per Fax oder per Einschreiben verschickt werden.

Tipp: Willst du keine Kündigungsfrist mehr verpassen? Dann melde dich für unseren Kündigungsservice an. Dieser ist kostenlos, hilft dir aber dabei Geld zu sparen, weil du zu teure Verträge rechtzeitig kündigen kannst. Nach der kostenlosen Registrierung und der Eingabe der relevanten Verträge erinnern wir dich rechtzeitig per E-Mail an die Kündigungsfristen. Außerdem kannst du unsere Musterschreiben und den Versandservice nutzen.

Die Sonderkündigung einer Rechtsschutzversicherung

In bestimmten Fällen ist die Kündigung einer Rechtsschutzversicherung außerordentlich möglich, das heißt vor dem Ende der Laufzeit. Je nach Sonderfall musst du hierbei allerdings unterschiedliche Kündigungsfristen beachten. In folgenden Fällen darfst du die Rechtsschutzversicherung innerhalb eines Monats nach Eintreten des Sonderfalles kündigen:

  • Der Versicherer hat die Beiträge erhöht, aber die Leistungen nicht erweitert.
  • Der Versicherer lehnt die Übernahme einer Leistung ab, obwohl für ihn eine vertragliche Verpflichtung bestand.
  • In einem Versicherungsjahr ist es zu mehreren Rechtsschutzfällen gekommen. Die Kündigung ist nach dem zweiten Fall möglich.

In diesem Fall kannst du die Rechtsschutzversicherung mit sofortiger Wirkung kündigen:

  • Der Versicherungsgrund besteht nicht mehr, zum Beispiel beim Verkehrsrechtsschutz, weil du dein KFZ abgemeldet hast.

Hinweis: Die Sonderkündigung ist zwar je nach Sonderfall sofort oder innerhalb eines Monats möglich, du kannst aber auch eine längere Frist wählen, allerdings maximal bis zum Ende des Versicherungsjahres. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn du noch länger Versicherungsschutz genießen möchtest.

Die Kündigung einer Rechtsschutzversicherung durch den Versicherer - Das kannst du dann tun

Auch der Versicherer hat das Recht, deine Rechtsschutzversicherung zu kündigen. Meistens ist das der Fall, wenn diese für ihn unwirtschaftlich wird, beispielsweise weil er die Leistungen für die gezahlten Beiträge nicht mehr gewähren kann oder du als Versicherungsnehmer zu häufig Leistungen in Anspruch genommen hast. Er ist aber dabei an ähnliche Fristen gebunden wie du. Das heißt, dass die ordentliche Kündigung erst zum Ende der Mindestvertragslaufzeit mit einer Frist von drei Monaten möglich ist. Damit dir durch die Kündigung keine Nachteile entstehen, kannst du dich mit dem Versicherer in Verbindung setzen und statt der Kündigung eine Änderung des Vertrags prüfen lassen. Sinnvoll kann auch eine Kündigungsumkehr sein. Das bedeutet, dass die Kündigung nach Rücksprache mit dem Versicherer durch dich ausgesprochen wird. Bei der Kündigung der Rechtsschutzversicherung durch das Versicherungsunternehmen kann es nämlich passieren, dass dich eine neue Versicherung nicht aufnimmt. Auch für den Versicherer gilt übrigens das Sonderkündigungsrecht, das ihm erlaubt, dir nach dem zweiten regulierten Schadensfall in einem Jahr zu kündigen.

Fazit: Bei der Kündigung einer Rechtsschutzversicherung musst du die Laufzeit und die Kündigungsfrist beachten, sofern das Recht auf Sonderkündigung nicht in Frage kommt. Um den rechtzeitigen Zugang des Kündigungsschreibens beim Versicherer nachweisen zu können, empfiehlt sich der Versand per Einschreiben oder per Fax. Hierfür kannst du komfortabel unseren Kündigungsservice nutzen.

Hinweis: Neben der privaten Rechtsschutzversicherung nutzen viele Personen auch den Arbeitsrechtsschutz, den Mietrechtsschutz, den Verkehrsrechtsschutz oder den Vermieterrechtsschutz. Möchtest du über diese Versicherungen und die Kündigungsmöglichkeiten mehr erfahren? Dann lies dazu die entsprechenden Ratgeber auf unserer Website.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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