Kündigung Abo

Alles Wichtige zur Kündigung eines Abonnements

  1. Welche Abonnement-Arten gibt es?
  2. Welche Vorteile hat ein Abonnement?
  3. Welche Nachteile hat ein Abonnement?
  4. Worauf sollte vor Abschluss eines Abonnements geachtet werden?
  5. Welche Laufzeit dürfen Abonnements haben?
  6. Wie kann ein Abonnement gekündigt werden?
  7. Welche Angaben sollte ein Kündigungsschreiben enthalten?

Kündigung eines Abonnements

Das Abonnement, kurz Abo, gibt es schon seit dem 18. Jahrhundert. Mit dem Wort, das der französischen Sprache entlehnt ist, wurde eine Vorbestellung bezeichnet oder, wie es in Meyers Kleinem Konversations-Lexikon aus dem Jahr 1898 beschrieben ist "die Erwerbung des Rechts auf gewisse Leistungen, z. B. Konzerte, durch Vorausbezahlung des meist ermäßigten Preises". Heutzutage gibt es kaum jemanden, der nicht schon mindestens einmal in seinem Leben ein Abonnement abgeschlossen hat, denn diese werden für die unterschiedlichsten Leistungen angeboten. Da mit dem Abschluss eines Abonnements aber gewissermaßen ein Vertrag abgeschlossen wird, gelten für die Laufzeit und die Kündigung einige gesetzliche Bestimmungen.

Diese Arten von Abonnements gibt es

Grundsätzlich kann ein Abo für alle Leistungen angeboten werden, die mehr als einmal in Anspruch genommen werden. Daher gibt es die unterschiedlichsten Abo-Arten, sowohl in der realen Welt als auch im Internet. Nicht aus dem Alltagsleben wegzudenken sind zum Beispiel die Abonnements im Öffentlichen Personennahverkehr in Form von Monats- oder Jahreskarten oder als BahnCard. Auch das Abonnieren von Zeitungen und Zeitschriften sowie Büchern ist in vielen Haushalten üblich. Seit einigen Jahren bieten Lebensmittel- oder Hofläden sowie gärtnerische Initiativen die Lieferung von Obst, Gemüse oder Fleisch als Abo an. Seit dem Aufkommen von Computern und dem Internet hat das Abo zudem ein enormes Comeback erfahren. Im Abonnement werden unter anderem bezogen:

  • die meisten Telekommunikationsdienstleistungen
  • Newsletter oder Web-Feeds
  • Software, wie Antivirenprogramme, Microsoft Office 365 oder die Adobe Creative Cloud
  • der Zugriff auf Online-Musik- oder Videodienste

Diese Vorteile hat ein Abonnement für den Abonnenten

Auch für den Empfänger von Waren oder Leistungen ergibt sich durch ein Abonnement eine Reihe von Vorteilen:

  • Waren oder Dienstleistungen sind im Abo meistens preiswerter als im Einzelkauf
  • der Bezug der Leistungen erfolgt regelmäßig, ohne dass der Abonnent sich darum kümmern muss
  • viele Anbieter räumen ihren Abonnenten im Rahmen eines Abos weitere Vorteile in Form von Einkaufsrabatten oder Sonderangeboten ein

Bei Software-Abonnements sind die Einstiegskosten geringer als bei Kaufversionen und im Preis sind zumeist regelmäßige Updates enthalten; damit arbeiten Abonnenten immer mit der neuesten und sichersten Version.

Nachteile von Abonnements

Abonnements haben einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem Erwerb von Einzelprodukten: Sie laufen über einen längeren Zeitraum und lassen sich in der Regel nur unter Einhaltung einer festgelegten Kündigungsfrist beenden. Vor dem Abschluss eines Abos solltest du daher immer prüfen, ob du es wirklich benötigst und die Kosten dafür über mehrere Monate tragen kannst. Leider haben sich schon viele Menschen durch zu viele und unüberlegte Abonnements verschuldet.

Worauf du vor Abschluss eines Abonnements achten solltest

Ein Abonnement ist ein Vertrag, der in der Regel mit Kosten verbunden ist, und darf daher nicht allzu leichtfertig abgeschlossen werden. Um in keine Abofalle zu tappen, solltest du dir vor Abschluss die Konditionen und dabei insbesondere die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters sorgfältig durchlesen. Diese enthalten wichtige Informationen zur Laufzeit, zu den Leistungen, zu den Kosten, zur Kündigungsfrist und zum Prozedere der Kündigung. Die Angaben in den AGB unterscheiden sich eventuell von den Werbeversprechen. Da du ihnen aber mit Abschluss des Abos zugestimmt hast, sind sie rechtskräftig. Insbesondere die Laufzeit ist wichtig: Einige Anbieter verlängern das Abonnement nach dem vereinbarten Zeitraum automatisch um weitere 12 Monate, wenn du nicht rechtzeitig kündigst.

Die Laufzeiten von Abos sind gesetzlich festgelegt

Zwar hat der Gesetzgeber in § 309 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch, Absatz 9, Laufzeit bei Dauerschuldverhältnissen) festgelegt, dass die Laufzeit eines Abos höchstens 24 Monate betragen darf und danach nur um weitere 12 Monate verlängert werden kann, aber bei hohen monatlichen Kosten können sich die Abobeträge auch für diese Zeiträume stark summieren. Hast du ein Abo über das Internet oder als sogenanntes Haustürgeschäft abgeschlossen, sieht der Gesetzgeber in § 355 BGB ein Widerrufsrecht vor. Du kannst das Abo in diesem Fall innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsunterzeichnung beziehungsweise nach Zugang einer wirksamen Widerrufsbelehrung stornieren.

So kannst du ein Abonnement kündigen

Die Kündigungsfrist, die in den AGB des Anbieters aufgeführt sein muss, darf nach Vorgabe des Gesetzgebers maximal drei Monate vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit betragen. Kürzere Kündigungsfristen sind somit möglich, wenn der Anbieter sie einräumt. Innerhalb dieser Frist kannst du ohne die Angabe von Gründen kündigen. Am besten sprichst du die Kündigung immer schriftlich aus. Hierbei bleibt es dir vorbehalten, ob du das Kündigungsschreiben per Post oder per Fax verschickst. Sofern deine Vertragsbedingungen nicht ausdrücklich die schriftliche Form festlegen, genügt auch eine E-Mail. Um sicherzugehen, dass das Schreiben den Empfänger innerhalb der Kündigungsfrist erreicht und zur besseren Beweisbarkeit empfiehlt sich allerdings ein Einschreiben mit Rückschein. Dieses benötigst du nicht, wenn du die Abokündigung schon frühzeitig einreichst und vom Anbieter eine schriftliche Kündigungsbestätigung vor Ablauf der Frist erhalten hast.

Diese Angaben sollte ein Kündigungsschreiben enthalten

Auch wenn für das Kündigungsschreiben eines Abonnements keine feste Form vorgeschrieben und daher keine Vorlage notwendig ist, sind doch bestimmte Angaben notwendig. Sonst kann der Anbieter die Kündigung eventuell nicht dem richtigen Abonnenten und Vertrag zuordnen. Folgende Punkte sollten deshalb nicht fehlen:

  • vollständiger Name und Anschrift des Abonnenten
  • Vertrags- oder Abo-Nummer
  • falls vorhanden: Kundennummer
  • gewünschtes Vertragsende (in der Regel nach Ablauf der Laufzeit). Am besten wählst du daher die Formulierung: "Hiermit kündige ich zum nächstmöglichen Zeitpunkt."

Sofern du für die Bezahlung des Abonnements ein Mandat zur SEPA-Lastschrift (Einzugsermächtigung) erteilt hast, ist es sinnvoll, dieses zu widerrufen. Außerdem solltest du um eine schriftliche Kündigungsbestätigung innerhalb einer Frist von zwei Wochen bitten.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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