Konto kündigen

Alles Wissenswerte und Tipps

  1. Was sind übliche Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen?
  2. Was muss im Kündigungsschreiben stehen?
  3. Was ist nach der Kündigung zu beachten?

Girokonto

In Deutschland hat nahezu jeder Mensch mindestens ein Konto, auf dem im besten Falle ein Guthaben aufbewahrt wird. Die Banken unterteilen sich in Sparkassen, die in Deutschland meist einem öffentlichen Träger unterstehen, Genossenschaftsbanken, wie die Raiffeisenbank - hier haben sich Kunden mit ähnlichen Interessen zu einer Eignergemeinschaft zusammengeschlossen - und auch noch Privatbanken, wie etwa die Deutsche Bank, die als gewinnorientierte Unternehmen arbeiten. Bei den meisten Berufen ist die Zahlung des Lohnes als Überweisung auf das Girokonto üblich. Auch die Bezahlung vieler Versicherungen, der Miete und ähnlichen regelmäßigen Ausgaben ist fast immer darüber geregelt. Doch durch die vielen verschiedenen Angebote der unterschiedlichen Banken ist nicht jeder Kunde mit seinem Konto zufrieden. Wenn du auch dein Konto kündigen möchtest, musst du aber einige Dinge beachten.

Was sind übliche Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten?

Bei den meisten Girokonten sind keine Kündigungsfristen vorgesehen. Kündigen kannst du kostenlos, direkt online bei uns per Fax, Brief oder auch Einschreiben. Solange du also keine langfristigen Wertpapiere oder Kredite mit der Bank vereinbart hast, kannst du dein Girokonto jederzeit kündigen. Du solltest aber beachten, dass alle Einzugsermächtigungen, die du zum Beispiel mit Versicherungen, deinem Vermieter oder deinem Telefonanbieter vereinbart hast, mit dem Tag der Kontoauflösung ungültig werden. Damit du keinen teuren Zahlungsverzug riskierst, solltest du dir selbst eine Frist einrichten, in der dein neues und dein altes Girokonto parallel laufen. In dieser Zeit solltest du ein gewisses Guthaben noch auf deinem alten Konto belassen, damit eingehende Lastschriften auch abgebucht werden können. Wie lange du diese Frist wählst, hängt davon ab, wie gut du die Umstellung all deiner bestehenden Einzugsermächtigungen überblicken kannst. Meist genügen drei Monate mit zwei Konten völlig aus. 

Was muss im Kündigungsschreiben stehen?

Wenn du dein Konto kündigst, solltest Du genau darauf achten, die richtige Schriftform zu wählen. Ein förmlicher Brief, in welchem du genau erklärst, zu welchem Zeitpunkt dein Girokonto gekündigt werden soll, ist angemessen. Vergiss nicht, deine Kontonummer und, falls sie davon abweicht, deine Kundennummer im Schreiben mit anzugeben. Dein Name und deine Adresse allein genügen nicht zur Identifikation deines Kontos. Online haben wir für fast alle Bank eine Kündigungsvorlage vorbereitet, die du direkt per Fax, Brief oder Einschreiben abschicken kannst.

Damit du erfährst, ob die Kündigung angekommen ist, verlange im Kündigungsschreiben eine Bestätigung. Du solltest auch fragen, was mit deiner EC-Karte geschehen soll. Einige Banken verlangen die Karte zurück, um sie ordnungsgemäß zu vernichten. Andere Banken begnügen sich damit, wenn du die Vernichtung der Karte versprichst.

Schwierigere Fälle einer Kündigung

Falls du nicht nur über ein einfaches Girokonto, sondern über langfristige Anlagen oder Kredite verfügst, ist die Kündigung des Kontos nicht so einfach. Bei Krediten und Sparbüchern ist häufig eine Laufzeit vereinbart, die du zuerst abwarten musst. Unabhängig von Laufzeiten musst du natürlich immer zuerst eventuelle Schulden ausgleichen, bevor du dein Konto kündigen kannst. Möchtest du Sparverträge vorzeitig aufheben, musst du wahrscheinlich einen Teil der gewährten Zinsen zurückzahlen. Wie hoch die Kosten für eine solche vorzeitige Kündigung ausfallen, kannst du im vereinbarten Sparvertrag nachlesen. Hier steht auch detailliert, zu welchem Datum die Papiere fällig werden und damit problemlos zu einem anderen Girokonto transferiert werden können.

Was ist nach der Kündigung zu beachten?

Kontodaten umschreiben

Sobald deine Kündigung wirksam wird, kannst du die bisherige Bankverbindung nicht mehr nutzen. Bei Zahlungen zum Beispiel im Internet solltest du darauf achten, dass du von diesem Tag an die neue Kontonummer angibst.

EC-Karte zerstören oder zurückgeben

Auch deine Karten, die von der entsprechenden Bank ausgestellt wurden, verlieren unmittelbar ihre Gültigkeit. Entferne sie am besten sofort aus deiner Geldbörse, damit du sie nicht versehentlich für eine Lastschriftenzahlung in einem Geschäft benutzt. Sobald du die abschließenden Kontoauszüge von deiner alten Bank erhalten hast, solltest du noch einmal genau alle Zahlungseingänge und -ausgänge prüfen, damit du sicher sein kannst, dass durch den Kontowechsel keine regelmäßigen Zahlungen vergessen wurden. Aber auch eine Doppelzahlung solltest du so schnell wie möglich erkennen, damit du noch die Möglichkeit hast, dein Geld zurückzufordern. 

Restguthaben überweisen

Außerdem solltest du deiner alten Bank deine neue Bankverbindung mitteilen, sodass diese dein Restguthaben dorthin überweist. In diesem Fall wird das Geld, das noch auf dem alten Konto liegt, am Tag der Auflösung automatisch an dein neues Konto geschickt. Falls du keine Einzugsermächtigungen erteilt hattest, kannst du das Geld auch selbst abheben und die fristlose Kündigung aussprechen.


Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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