Telefon abmelden

Hilfreiche Tipps zur Kündigung des Festnetzanbieters

  1. Wann sollte der Festnetzanschluss nicht gekündigt werden?
  2. Wann ist die Kündigung eines Festnetzanschlusses sinnvoll?
  3. Wie kann ein Festnetzanschluss gekündigt werden?
  4. Wie geht es nach der Kündigung weiter?

Das Abmelden eines Festnetzanschlusses

Nach einer Umfrage der Bitkom sollen im Jahr 2015 rund 74 Prozent aller Deutschen ein internetfähiges Mobiltelefon genutzt haben - Tendenz steigend. Das ist auch kein Wunder, ersetzt das Smartphone doch inzwischen mehrere Geräte. Durch angebotene Flatrates halten sich zudem die Kosten für das Telefonieren und die mobile Internetnutzung im Vergleich zu früheren Jahren in Grenzen. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, hatten bereits im Jahr 2015 die Mobiltelefone die Festnetztelefone überholt und der Trend hält an. Immer mehr Telefonnutzer entscheiden sich daher dafür, auf einen Festnetzanschluss gänzlich zu verzichten oder möchten einen vorhandenen abmelden. Hierbei sind allerdings einige wichtige Aspekte zu beachten. Eine einfache Abmeldung ist nämlich nicht möglich, sondern der Vertrag muss gekündigt werden.

Wann sollte der Festnetzanschluss nicht gekündigt werden?

Wer häufig zu Hause telefoniert, sollte sich die Kündigung des Festnetzanschlusses überlegen: Denn noch immer ist die Verbindungsqualität deutlich besser, als beim Mobilfunk . Während ein Handy zudem meistens an einen Nutzer gebunden ist, steht das Festnetz mehreren Personen im Haushalt unkompliziert zur Verfügung. Hinzu kommt, dass viele Anbieter den Festnetzanschluss mit der Nutzung von DSL kombinieren. Nach der Kündigung des Telefonanschlusses kann dann auch nicht mehr im Breitbandnetz gesurft werden. Gerade dieses bietet aber immer noch mehr Komfort beim Surfen im Internet, beim Videostreaming und dem Down- oder Upload von Dateien. Auch eine Kombination von Festnetz- und Mobilfunkanschluss ist nicht selten. Die Kündigung des Festnetzanschlusses hätte in diesem Fall den Wegfall der Mobilfunknummer zur Folge. Die einzige Lösung ist dann die Mitnahme der Nummer zu einem anderen Anbieter.

Wann ist die Kündigung eines Festnetzanschlusses sinnvoll?

Für die Kündigung eines Festnetzanschlusses kann es verschiedene Gründe geben, zum Beispiel:

  • du telefonierst und surfst kaum noch über das Festnetz
  • ein anderer Anbieter hat ein besseres Angebot
  • du ziehst in eine andere Stadt oder ins Ausland
  • der Inhaber des Telefonanschlusses ist verstorben oder zieht in ein Senioren- beziehungsweise Pflegeheim

Möchtest du den Festnetzanschluss wegen seltener Benutzung kündigen, lohnt es sich, das Telefonier- und Surfverhalten mindestens einen Monat lang zu beobachten. Hilfreich ist hierbei ein Einzelverbindungsnachweis.

So kann ein Festnetzanschluss gekündigt werden

Möchtest du deinen Festnetzanschluss abmelden, musst du den Vertrag kündigen. Hierbei wird in der Regel zwischen der ordentlichen und der außerordentlichen Kündigung unterschieden. Welche Kündigungsart im individuellen Fall in Betracht kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Die ordentliche Kündigung

Die ordentliche Kündigung ist immer zum Ende einer Vertragslaufzeit möglich. Die Erstlaufzeit beträgt hierbei bei den meisten Anbietern 24 Monate. Wird der Vertrag vor Ablauf der Vertragslaufzeit nicht fristgemäß gekündigt, verlängert er sich um maximal zwölf weitere Monate und kann erst zum Ende dieser wieder gekündigt werden. Aber Vorsicht: Wenn du gegen Ende der Vertragslaufzeit auf ein neues Angebot des Providers eingehst, schließt du einen neuen Vertrag ab, der wiederum 24 Monate laufen kann. Der Vertragspartner ist allerdings dazu verpflichtet, dich auf den neuen Vertragsabschluss hinzuweisen, denn andernfalls gilt nur die zwölfmonatige Laufzeit. Bei der Kündigung musst du eine Kündigungsfrist einhalten, die in der Regel drei Monate beträgt.

Beispiel: Du kannst deinen Vertrag zum 31.12. eines Jahres kündigen. Dann muss dein Kündigungsschreiben bis einschließlich zum 30.09. desselben Jahres bei deinem Anbieter eingehen.


Zur Sicherheit solltest du immer die Kündigungsfrist in deinem Vertrag oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) deines Vertragspartners prüfen.

Die außerordentliche Kündigung

Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du einen Telefonvertrag außerordentlich kündigen. Insbesondere ist das dann möglich, wenn das Vertragsverhältnis durch Probleme oder Störungen beeinflusst wird. Meistens ist das der Fall, wenn der Provider die vertraglich zugesicherten Leistungen nicht liefert oder liefern kann. Weitere Gründe können folgende sein:
  • nach Neuabschluss eines Vertrags stellt sich heraus, dass der Anschluss im Wohngebiet oder im Haus durch den Anbieter nicht möglich ist
  • nach dem Neuabschluss versäumt es der Provider, den Anschluss zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt zu schalten
  • die DSL-Geschwindigkeit ist deutlich langsamer als vom Provider angegeben
  • die Telefon- und/oder Internetverbindung weist regelmäßig und über längere Zeiträume deutliche Störungen auf
  • die Telefon- und/oder Internetverbindung fällt komplett aus
  • die Telefonrechnung ist fehlerhaft und wird durch den Anbieter nicht korrigiert
  • der Anschlussinhaber ist verstorben
  • der Anschlussinhaber zieht in eine andere Stadt oder ins Ausland und der Provider kann den Umzug des Festnetzanschlusses aus technischen Gründen nicht durchführen; ist dies jedoch möglich, muss der Anschluss in die neue Wohnung mitgenommen werden
  • der Provider erhöht einseitig die Preise (also ohne Zustimmung durch den Kunden und etwaige Vertragsänderungen)
  • die zur Verfügung gestellte Hardware funktioniert nicht und wird durch den Provider nicht ersetzt
Generell gilt allerdings, dass dem Vertragspartner zunächst eine realistische Frist zur Abhilfe gesetzt werden muss, bevor die Kündigung möglich ist. Je nach Mangel liegen diese Fristen zwischen zehn Werktagen und drei Wochen. Kann das Problem nicht beseitigt werden oder möchte der Provider das nicht, ist die Kündigung allerdings ohne Fristsetzung möglich. Im Zweifelsfall sollte in diesem Fall ein Anwalt oder der Verbraucherschutz eingeschaltet werden.

Die Kündigung erklären

Unabhängig davon, ob es sich um eine ordentliche oder eine außerordentliche Kündigung handelt, sollte diese schriftlich erklärt und sichergestellt werden, dass sie dem Vertragspartner auch wirklich zugegangen ist. Idealerweise wird sie daher als Einschreiben mit Rückschein oder per Fax verschickt. Die Kündigung per E-Mail ist möglich, allerdings fällt hier im Streitfall der Nachweis des rechtzeitigen Versands gegenüber Gerichten schwerer. Wenn du ganz sicher gehen möchtest, nutzt du für den Versand alle drei Möglichkeiten oder zwei davon. Das Kündigungsschreiben sollte folgende Angaben enthalten:
  • deinen Name und die Rechnungsadresse
  • den Name und die Anschrift des Providers
  • deine Kundennummer
  • Betreff
  • bei der außerordentlichen Kündigung die Fristsetzung
  • den gewünschten Kündigungstermin
  • einen Widerruf der Bankeinzugsermächtigung
  • die Bitte um Zusendung einer Kündigungsbestätigung

So geht es nach der Kündigung weiter

Die ordentliche Kündigung wird wirksam, wenn sie dem Anbieter nachweisbar fristgemäß zugegangen ist, auch wenn er keine Kündigungsbestätigung versendet hat. Zur Sicherheit solltest du diese aber nachdrücklich anfordern. Bei der außerordentlichen Kündigung musst du die Frist abwarten, die du dem Provider zur Abhilfe der Probleme gesetzt hast. Erst mit Ablauf der Frist wird die Kündigung wirksam, sofern der Vertragspartner nicht erfolgreich tätig geworden ist. Unter Umständen musst du die zur Verfügung gestellte Hardware zurücksenden. Viele Anbieter verzichten darauf allerdings, weil diese meistens schon längst nicht mehr den neuesten technischen Standards entspricht. Sofern du den Festnetzanschluss gekündigt hast, um zu einem anderen Anbieter zu wechseln, hast du wahrscheinlich schon die  Tarife verglichen und das beste Angebot herausgesucht.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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