Die Rufnummernmitnahme

Das solltest du wissen

Durch eine Rufnummernmitnahme hast du als Nutzer die Möglichkeit, bei einem Anbieterwechsel deine alte Rufnummer zu behalten. Damit bleibst du unproblematisch für Freunde und Verwandte nach einem Anbieterwechsel erreichbar. Allerdings gibt es für die Rufnummernmitnahme einige Punkte, die du beachten musst. Erfahre hier auf uns, worauf es ankommt und wann die Rufnummernmitnahme nicht möglich ist.

  1. Rufnummernmitnahme beim Handyvertrag
  2. Rufnummernmitnahme beim Festnetzanbieter
  3. Rufnummernmitnahme beim Vertragswechsel beim selben Anbieter
  4. Gebühren und Leistungen der Anbieter

Der Vorgang bei dem deine bisherige Rufnummer zu dem neuen Anbieter umgeschaltet wird, wird als Rufnummernportierung bezeichnet. Sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk ist eine Rufnummernmitnahme möglich. Die Portierung funktioniert jedoch nur, wenn die Kundendaten beim alten und neuen Anbieter übereinstimmen. Du kannst die Handynummer mitnehmen, wenn du den Anbieter zum Ende der Vertragslaufzeit wechselst oder, wenn du während eines laufenden Mobilfunkvertrags einen weiteren Vertrag abschließt. Willst du deinen Vertrag kündigen, funktioniert die Rufnummernmitnahme leider trotzdem manchmal nicht problemlos. Wir erklären dir daher in unserem Ratgeber, was du beachten musst, wenn du deine bisherige Nummer behalten möchtest.

Rufnummernmitnahme beim Handyvertrag

Dein alter Mobilfunkanbieter ist verpflichtet deine Rufnummer freizugeben, wenn du einen neuen Vertrag abschließen möchtest. Bei der Portierung deiner Handynummer bleibt nicht nur die eigentliche Rufnummer, sondern auch die bisherige Netzvorwahl erhalten.

Gesetzgebung Rufnummernmitnahme Mobilfunk

Wenn du den Mobilfunkanbieter wechselst, kannst du deine Rufnummer zum neuen Anbieter mitnehmen. Laut dem Telekommunikationsgesetz (TKG) gehört die Rufnummer seit dem Jahr 2002 dir und nicht dem Provider. Geregelt wird diese Tatsache im § 46 TKG und sie ist in allen Mobilfunknetzen möglich.

Den Handyvertrag kündigen mit Rufnummernmitnahme zum Ende der Vertragslaufzeit

Die Rufnummernmitnahme beim Mobilfunk ist am einfachsten dann möglich, wenn die Mindestvertragslaufzeit erreicht ist und du den Vertrag nicht verlängern möchtest. Die Mindestvertragslaufzeit ergibt sich aus dem Vertrag, den du mit dem Mobilfunkanbieter abgeschlossen hast. Üblich sind vierundzwanzig Monate, aber es gibt durchaus auch kürzere Vertragslaufzeiten. Liegt dir der Vertrag nicht vor, kannst du die Laufzeit auch beim Kundenservice deines Providers oder in deinem Kunden-Account auf dessen Website erfahren. Bei der Kündigung des Mobilfunkvertrags musst du eine Kündigungsfrist beachten. Zwar kann diese von Anbieter zu Anbieter variieren, aber bei längeren Verträgen beträgt sie meistens drei Monate zum Ende der Vertragslaufzeit.

Tipp: Nutze unseren kostenlosen Service. Nach der Registrierung kannst du deine Vertragsdaten in deinem Account hinterlegen. Wir erinnern dich dann rechtzeitig an die Kündigungsfrist und stellen dir eine Kündigungsvorlage und einen Versandservice zur Verfügung. So kannst du den Handyvertrag garantiert fristgemäß kündigen.

Rufnummer mitnehmen nach Kündigung des Handyvertrags- Darauf solltest du achten

Zwar ist dein alter Mobilfunkanbieter dem Gesetz nach verpflichtet, deine Rufnummer freizugeben, für den neuen Anbieter besteht allerdings kein Kontrahierungszwang. Somit ist er zur Portierung nicht verpflichtet. In der Praxis kommt dieser Fall allerdings so gut wie nie vor, da die Mobilfunkanbieter Neukunden gewinnen und nicht abschrecken möchten.

Für die Portierung entstehen in der Regel Kosten, die jedoch nach einer Entscheidung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) im Jahr 2005 maximal 29,95 Euro betragen dürfen. Zuzüglich der Mehrwertsteuer können also höchstens 30,72 Euro verlangt werden. Viele Mobilfunkanbieter gewähren Neukunden nach einem Vertragswechsel übrigens einen Wechselbonus, der mit den ersten Mobilfunkrechnungen verrechnet wird.

Nach dem Handyvertrag kündigen kannst du die Nummer behalten, wenn du den Antrag dafür bis spätestens 30 Tage nach Vertragsende beim neuen Anbieter gestellt hast. Dieser stellt die Portierungsanfrage an den bisherigen Anbieter. Empfehlenswert ist es allerdings, den Portierungsantrag direkt mit der Kündigung beim alten Provider zu stellen, damit die Portierung nahtlos erfolgen kann. Das Portierdatum kann nämlich nicht durch den Kunden gewählt werden, sondern es wird vom ehemaligen Anbieter bestimmt. Wichtig ist es, dass deine persönlichen Daten (Name, Adresse) bei deinem bisherigen Anbieter korrekt sind, damit sie hinterher mit denen beim neuen Anbieter übereinstimmen. Andernfalls kann die Portierung beim ersten Versuch scheitern. Nach Korrektur der Daten ist sie zwar noch möglich, aber du wirst dann erst später unter deiner bekannten Nummer erreichbar sein.

Tipp: Wenn du einen neuen Mobilfunkvertrag über das Internet abschließt, kannst du im entsprechenden Webformular meistens auswählen, ob deine Rufnummer portiert werden soll. Du darfst aber nicht vergessen, deinen Portierungswunsch dem bisherigen Provider mitzuteilen. Das erledigst du entweder schriftlich (idealerweise in deinem Kündigungsschreiben) oder über die entsprechende Option in deinem Account.

Rufnummernmitnahme im Mobilfunknetz vor Vertragsende

Seit dem Jahr 2012 ist nach einer Überarbeitung des Telekommunikationsgesetzes gemäß § 46 Absatz 4 die Rufnummernmitnahme auch ohne den Handyvertrag zu kündigen möglich. Den  Handyvertrag zu wechseln vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit ist also nicht notwendig. Außerdem ist das häufig auch nicht möglich, sofern kein Sonderkündigungsrecht für Mobilfunk greift. Liegen Gründe für eine Sonderkündigung vor, ist das Vorgehen für die Portierung die gleiche, wie bei der Rufnummernmitnahme bei der Kündigung zum Ende der Vertragslaufzeit. Auch wenn dein bisheriger Vertrag noch läuft, kannst du daher die Rufnummer zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Gründe für einen neuen Vertrag können zum Beispiel ein höheres Datenvolumen und eine Flatrate sein.

Hinweis: Willst du wissen, wann du das Recht zur Sonderkündigung hast? Dann lies unseren Ratgeber „Handyvertrag kündigen“. In diesem erläutern wir sowohl diesen Aspekt als auch die ordentliche Kündigung näher.

Die Rufnummernmitnahme ohne Kündigung des bisherigen Mobilfunkvertrags

Findet die Portierung vorzeitig statt, das heißt vor Ablauf des bisherigen Vertrags, läuft dieser trotzdem bis zum Ende der Vertragslaufzeit weiter. Der bisherige Provider wird dir in diesem Fall für den alten Vertrag eine andere Mobilfunknummer zuteilen und eine neue SIM-Karte schicken. Auch wenn du diese nicht nutzt, musst du zumindest die Grundgebühr bis zum Vertragsende weiterzahlen.

Hinweis: Einige Anbieter benötigen die sogenannte Portierungserklärung zur Durchführung der Rufnummernmitnahme. Nur durch diese kann dein alter Anbieter deine Rufnummer vorzeitig freigeben.

Rufnummernmitnahme bei Prepaid

Der § 46 gilt auch für Prepaid-Verträge, somit muss auch hier der Wechsel zu einem anderen Anbieter unter Beibehaltung der Rufnummer ermöglicht werden. Jedoch solltest du darauf achten, dass auf deinem Handy genug Guthaben vorhanden ist, falls Portierungsgebühren anfallen. Meist muss zudem eine Verzichtserklärung unterschrieben werden, dass eventuell übriggebliebenes Guthaben nach Vertragsende verfällt.

Rufnummernmitnahme nach Kündigung des Festnetzanbieters

Auch im Festnetz ist es möglich, die Rufnummer zu portieren. Hier sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Rufnummer nur behalten werden kann, wenn sich die Adresse innerhalb des jeweiligen Vorwahlbereichs verändert. Wenn du in eine andere Stadt oder Region ziehst, musst du auch deine Festnetznummer wechseln. Ziehst du innerhalb desselben Vorwahlgebiets um und bleibst bei deiner Telefongesellschaft, ist keine Rufnummernportierung nötig.

Wenn du deinen Festnetzanbieter wechselst, besteht ein Rechtsanspruch auf Beibehaltung deiner Rufnummer. Bei deinem neuen Anbieter kannst du die Portierung beauftragen. Dieser setzt sich mit deinem bisherigen Anbieter in Kontakt und kümmert sich um die nötigen Schritte. Du solltest eine Bearbeitungszeit von vier bis sechs Wochen für die Rufnummernübernahme und die Kündigungsfrist deines alten Vertrags einplanen. Deinen alten Vertrag solltest du nicht selbst kündigen, da deine Festnetznummer nicht mehr für einen neuen Anschluss übernommen werden kann, sobald sie nicht mehr vergeben ist. Am Tag der Portierung muss der Vertrag bei dem bisherigen Anbieter gekündigt sein. Zudem muss ein Vertrag mit dem neuen Anbieter abgeschlossen sein, der die Portierung der Rufnummer beinhält.

Beachte: Wenn du Telefon und DSL getrennt beziehst, solltest du die Kündigung des DSL-Anschlusses selbst veranlassen. Der neue Anbieter kündigt lediglich den Telefonvertrag bei einer Portierung.

Rufnummernmitnahme beim Vertragswechsel beim selben Anbieter

Solltest du lediglich deinen Tarif wechseln, jedoch beim selben Anbieter bleiben, besteht nach dem TKG kein Anspruch auf Rufnummernportierung. Dies ist beispielweise der Fall, wenn du einen günstigeren Tarif bei deinem aktuellen Anbieter findest. Hier ist es vom Anbieter abhängig, ob er die Rufnummernmitnahme ermöglicht. Meist ist dies jedoch der Fall.

Gebühren und Leistungen der Anbieter

Einige Anbieter bieten einen Bonus für die Rufnummernmitnahme bei Vertragsabschluss an. Auch unterscheiden sich teils die Fristen zur Rufnummernportierung. Wenn du deine Rufnummer mitnehmen möchtest, kannst du in unseren Tabellen die wichtigsten Fristen und Gebühren der Anbieter entnehmen.

Mobilfunkanbieter Abgehende Portierung Eingehende Portierung Bonus
Aldi talk Gebühren: 24,95 € Frist: bis 90 Tage nach Kündigung des alten Vertrags möglich
25 €
o2
Frist: Bis 90 Tage nach Vertragsende möglich
Gebühren: 29,95 €
Frist: 4 Monate vor Kündigungsdatum bis 90 Tage nach Kündigung Gebühren: Freischaltung kostenfrei /
Vodafone
Frist: Mitnahme jederzeit möglich, bis 90 Tage nach Vertragsende
Gebühren: pro Rufnummer 29,95 €
Frist: Beauftragung frühestens vier Monate vor oder spätestens drei Monate nach Ende des bisherigen Vertrags
Gebühren: Mitnahme kostenfrei
/
Congstar Frist: Mitnahme bis 30 Tage nach Vertragsende möglich
Gebühren: 24,99 €
Frist: ab 120 Tage vor und 30 Tage nach Kündigung 25 €
Winsim
k.A. Frist: Vertragsende darf bei Bestellung maximal 120 Tage in der Zukunft bzw. maximal 85 Tage in der Vergangenheit liegen
Gebühren: kostenfrei
/
Telekom
Frist: Bis 90 Tage nach Vertragsende möglich
Gebühren: 29,95 €
Frist: frühestens 123 Kalendertage vor Vertragsende und spätestens 90 Kalendertage nach Vertragsende /
Smartmobil k.A. Gebühren: kostenfrei bis zu 25 €
Otelo
Gebühren: 25 € Frist: 120 Tage vor und 90 Tage nach Vertragsende
Gebühren: kostenfrei
25 €
Base
Gebühren: 24,95 € Frist: bis 90 Tage nach Vertragsende 25 €
Sparhandy
k.A. Frist: frühestens 123 Tage vor und spätestens 90 Tage nach Kündigung /



Festnetzanbieter Abgehende Portierung Eingehende Portierung
Vodafone Gebühren: alle Festnetz-Nummern für insgesamt 29,95 € Frist: bis 90 Tage nach Vertragsende möglich
Gebühren:
  • Erste Nummer =kostenfrei
  • 2.-10. Rufnummer: unabhängig von der Anzahl einmalig 9,99 €

Telekom
Frist: Anbieterwechselauftrag vom neuen Anbieter muss spätestens sieben Werktage vor dem Datum des Vertragsendes bei der Telekom eingehen
Gebühren:
  • Erste Nummer: zwischen 6,92 € und 8,10 €
  • Jede weitere: zwischen 42 und 52 Cent
Frist: Bis zu etwas mehr als zwei Wochen vor Kündigung ist Online-Bestellung möglich
Gebühren: kostenfrei
Congstar
Gebühren: einmalig 29,99 € je Vorgang, nicht je Rufnummer Gebühren: kostenfrei
1&1 Gebühren: 29,90 € Gebühren: kostenfrei


Fazit: Mobilfunkkunden können gemäß des Telekommunikationsgesetzes ihre Rufnummer nach Kündigung des aktuellen Vertrags mitnehmen. Die Rufnummernmitnahme zu einem anderen Anbieter ist aber auch möglich, wenn der alte Vertrag nicht gekündigt wird, sondern parallel weiterläuft. Auch beim Festnetz ist eine Rufnummernportierung problemlos möglich, solange kein Umzug außerhalb des Vorwahlbereichs stattfindet. In beiden Fällen müssen Fristen eingehalten werden.

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Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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Die Rufnummernmitnahme
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