Den Handyvertrag wechseln

So einfach geht es - mit wichtigen Tipps vom Experten


Erst vergleichen, dann den Handyvertrag wechseln

Während früher alle Telekommunikationsdienste in den Händen der Deutschen Bundespost beziehungsweise ab 1992 bei T-Mobile Deutschland lagen, gibt es heute eine große Anzahl von Anbietern auf dem Markt. Das hat Auswirkungen auf den Leistungsumfang und die Tarife, die sich in den letzten Jahren deutlich zugunsten der Kunden entwickelt haben. Wer noch einen älteren, z.B. einen im letzten Jahrzehnt, oder gar im letzten Jahrhundert abgeschlossenen Mobilfunkvertrag hat, zahlt meistens sehr hohe Grundgebühren und Verbindungskosten für geringe Leistungen. Es ist daher ratsam, die Tarifkonditionen regelmäßig zu überprüfen und den Handyvertrag bei Bedarf zu wechseln.


Übersicht über die Vielzahl der Mobilfunkanbieter

In Deutschland werden Mobilfunkdaten über drei Funktelefonnetze übertragen. Während die beiden D-Netze von Vodafone und der Telekom betrieben werden, verwaltet die Telefónica Deutschland (O₂) das E-Netz. Die drei Netzbetreiber vermieten Netzressourcen an andere Provider, die entweder mit nur einem Netzbetreiber zusammenarbeiten oder auch Verträge für alle Netze anbieten. Unter anderem werden Ressourcen der großen Mobilfunkanbieter von folgenden Providern genutzt:


  • Telekom: Congstar, klarmobil, Lebara mobile, callmobile
  • Vodafone: EDEKAmobil. ROSSMANNmobil, o.tel.o, allmobil
  • Telefónica Deutschland (O₂): Aldi Talk, Tchibo Mobil, Simyo, BASE, blau Mobilfunk

Wenn du den Handyvertrag wechseln möchtest und ein bestimmtes Netz favorisierst, solltest du bei der Auswahl des Mobilfunkproviders daher darauf achten, mit welchem Netzbetreiber er zusammenarbeitet.

Diese Faktoren sind bei einem Mobilfunkvergleich wichtig

Wenn du den Handyvertrag wechseln möchtest, richte dein Augenmerk vorrangig auf die angebotenen Tarife und den Leistungsumfang. Besonders folgende Aspekte sind wichtig:


Netzauswahl

Zwar sind heutzutage alle Netze ziemlich flächendeckend ausgebaut, dennoch haben einige größere Testmagazine auch im Jahr 2016 noch die beiden D-Netze gegenüber E-Plus als die leistungsstärkeren ermittelt, wobei das D-Netz der Telekom nochmals vor dem von Vodafone liegt.


Internetgeschwindigkeit und Datenvolumen

Die Auswahl der Internetgeschwindigkeit hängt in erster Linie von dem eigenen Surfverhalten ab. Wer das mobile Internet nur gelegentlich nutzt, kommt auch mit der Geschwindigkeitsstufe GPRS aus. Nutzt du jedoch regelmäßig Internetdienste, wie Facebook oder Whatsapp, oder lädst häufig Videos oder Bilder ins Netz, empfiehlt sich eine schnellere Verbindung, wie EDGE mit einer Übertragungsrate von bis zu 220 kbit/s oder UMTS (3G) mit einer Geschwindigkeit zwischen 7,2 bis 42,2 MBit/s. Noch schneller geht es mit LTE, das Downloadraten von bis zu 100 MBit/s möglich macht, allerdings bisher noch nicht überall verfügbar ist.


Laufzeit


Meistens werden Verträge mit 24 Monaten Laufzeit angeboten, die sich um weitere 12 Monate verlängern, wenn sie nicht fristgemäß gekündigt werden. Es gibt aber auch Angebote mit Laufzeiten von 12 Monaten oder einem Monat. Je länger die Laufzeit ist, umso günstiger sind oftmals die Tarife. Dafür bindet man sich aber für lange Zeit an den gleichen Anbieter. Falls du dein Handy selten nutzt, kann sich auch ein Prepaidtarif lohnen. Hier werden nur die Verbrauchskosten gezahlt, aber keine Grundgebühr. Ein Prepaidtarif bietet sich oft auch an, wenn man aufgrund zu hoher Gesprächsgebühren den Handyvertrag wechseln und vor Ablauf des alten Vertrags noch keinen neuen abschließen möchte.


Konditionen

So wie die Nutzung eines Mobiltelefons von Mensch zu Mensch verschieden ist, unterscheiden sich auch die Konditionen der einzelnen Anbieter. Wenn du deinen alten Handyvertrag kündigen möchtest, um einen neuen abzuschließen, kannst du nur selbst entscheiden, welche Optionen für dich wichtig sind. Neben der Netzverfügbarkeit sind das vor allem aber das Datenvolumen und die Geschwindigkeit der Datenübertragung bei der Nutzung des mobilen Internets. Außerdem können folgende Leistungsbausteine individuell eine Rolle spielen:

  • Auslandsoptionen für das Internet
  • Flatrates für Musik oder Gaming und/oder Video on Demand
  • angebotener Cloud-Speicher
  • verfügbare WLAN-Hotspots
  • Bereitstellung mehrerer SIM-Karten
  • Homezone-Option mit zusätzlicher Festnetznummer
  • einfache Möglichkeit des Tarifwechsels


Tarife

Die Wahl des richtigen Tarifs hängt vom individuellen Telefon- und Surfverhalten ab. Die Provider bieten hier die unterschiedlichsten Preismodelle an. Eine Grundgebühr, die je nach Anbieter stark variieren kann, wird bei Verträgen jedoch fast immer fällig.

  • Flatrates: Mit der monatlichen Grundgebühr sind je nach Angebot Telefonate, SMS und Internetnutzung bereits abgedeckt. Es gibt allerdings auch Tarife, die nur einen der Bausteine in der Flatrate enthalten haben. Diese sind dann üblicherweise preiswerter. Wenn du beispielsweise keine SMS verschickst oder fast gar nicht ins Festnetz telefonierst, kannst du bei Verzicht auf diese Optionen Geld sparen.
  • Abrechnung nach Zeittarifen: Bei diesen Verträgen zahlst du neben der monatlichen Grundgebühr die verbrauchten Telefon- und Surfminuten sowie meistens einen festen Betrag pro SMS. Hier musst du aufpassen, denn auch wenn die Grundgebühr zunächst gering erscheint, können für Telefonate und Internetnutzung schnell hohe Kosten entstehen.
  • Abrechnung nach Datenvolumen: Seitdem immer mehr Nutzer mit ihrem Handy im Internet surfen, sind die Datentarife auf dem Vormarsch. Der Zahlbetrag ist in diesem Fall abhängig von dem verbrauchten Datenvolumen.

Den Handyvertrag beim gleichen Anbieter wechseln

Anstatt einen Vertrag zu wechseln, kannst du auch den Handytarif wechseln und beim gleichen Mobilfunkprovider bleiben. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn sich die Konditionen für Tarife des Anbieters geändert haben oder du ein größeres Datenvolumen benötigst. Der Wechsel in einen teureren Tarif (Upgrade) ist allerdings grundsätzlich einfacher als in einen günstigeren. In der Regel ist es hierfür nicht notwendig, den alten Handyvertrag zu kündigen, er wird vom Anbieter kostenlos angepasst. Rein rechtlich gehst du allerdings einen neuen Vertrag ein. Das bedeutet, dass eine neue Laufzeit beginnt, die gegebenenfalls wieder 24 Monate betragen kann. Wählst du einen niedrigeren Tarif (Downgrade) und willst den Handyvertrag wechseln, bestehen die Anbieter meistens auf Vertragserfüllung oder verlangen Wechselgebühren. Außerdem kann es zeitliche Sperren geben, sodass ein Tarifwechsel erst nach fristgerechter Kündigung und Ablauf des alten Vertrags möglich ist.

Der Wechsel zu einem anderen Anbieter

Für das Angebot eines anderen Mobilfunkanbieters solltest du dich erst zum Ende des alten Vertrags entscheiden, um doppelte Kosten zu vermeiden. Neben der Laufzeit musst du beim Kündigen des Mobilfunkvertrags eine Kündigungsfrist beachten. Wenn du unseren Service nutzt, ist das nicht schwer, denn wir erinnern dich rechtzeitig daran.

Tipp: Falls du weitere Fragen zur Kündigung mit und ohne Rufnummernmitnahme hast, kannst du in unserem Ratgeber "Handyvertrag kündigen" mehr über dieses Thema erfahren.

Wann macht es Sinn, den Handyanbieter zu kündigen?

Die Kündigung deines alten Handyanbieters ist bei einem Anbieterwechsel immer notwendig. Dabei übernimmt dies nicht dein neuer Anbieter. Du musst selbst kündigen – und dies rechtzeitig und am besten schriftlich. Wenn du nur einen Tarifwechsel bei deinem Anbieter vornimmst, ist keine Kündigung erforderlich.

Bei Handyanbietern gibt es übrigens nur unter wenigen Umständen ein Sonderkündigungsrecht. Oftmals kannst du außerordentlich kündigen, wenn du ins Ausland umziehst und dort die Dienste deines aktuellen Anbieters nicht mehr in Anspruch nehmen kannst. Wenn dein alter Vertragsnehmer insolvent geht, wird der Vertrag oftmals von diesem gekündigt.

Wann kann der Handyanbieter gewechselt werden?

Wann du deinen aktuellen Handyanbieter wechseln kannst, hängt von deinem derzeitigen Vertrag ab. Einige Anbieter haben Verträge mit einer 24-monatigen Vertragslaufzeit, einer zwölf-monatigen automatischen Verlängerung sowie einer Kündigungsfrist von drei Monaten an. Andere hingegen bieten auch flexible Tarifpakete, bei denen Mindestvertragslaufzeit, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung jeweils nur einen Monat betragen. Damit du genau weißt, wie lange dein Vertrag läuft und wie lang die Fristen sind, solltest du in die Vertragsbedingungen schauen. Aufgrund der automatischen Vertragsverlängerung solltest du vor einem Wechsel sicherstellen, dass dein alter Vertrag ordnungsgemäß gekündigt wurde.

Wie lange anschließend der Wechsel dauert, hängt von einigen Faktoren ab. Beispielsweise wird vor einem neuen Vertragsabschluss eine Bonitätsprüfung des Kunden vorgenommen, wodurch sich der Wechsel verzögern kann. Wenn du deine Rufnummer mitnehmen willst, kann sich der Wechsel ebenfalls verschieben. Beantrage die Rufnummernmitnahme daher rechtzeitig vor dem Handyanbieter-Wechsel.

Können bei einem Handyanbieter-Wechsel Nachteile entstehen?

Generell ist ein Wechsel des Handyanbieters nicht mit Risiken verbunden. Du solltest dennoch darauf achten, dass dein neuer Vertrag eine moderate Laufzeit (maximal zwei Jahre) hat und die Kündigungsfrist nicht länger als drei Monate ist. Auch bei Angeboten, welche mit großen Einsparungen werben, solltest du vorsichtig sein und die Vertragskonditionen genau prüfen. Schaue zudem, ob die Tarifbedingungen die gesamte Vertragslaufzeit gültig sind oder nur in den ersten Monaten. Es gibt nämlich Anbieter, die nach dieser Zeit einen höheren Preis verlangen.

Wie geht man bei einem Handyanbieter-Wechsel vor?

Wenn du mit Hilfe eines Vergleichs festgestellt hast, dass dein aktueller Handyanbieter einen zu teuren Tarif anbietet und du für die gleichen oder gar bessere Konditionen einen günstigeren Vertrag abschließen kannst, solltest du wechseln. Generell ist dies keine große Sache. Du bestellst einfach deinen Wunsch-Tarif bei deinem neuen Anbieter und kündigst deinen alten Vertrag.

Da es aktuell eine Vielzahl an Handytarifen gibt, solltest du dir vorher überlegen, welche Anforderungen dein Vertrag erfüllen sollte. Beachte dabei die folgenden Punkte:

  • Benötigst du ein neues Smartphone oder nur einen Vertrag? Falls du auch ein Gerät möchtest, solltest du dir beim Vergleich alle Verträge mit Handys anzeigen lassen. Andernfalls schließt du dies einfach aus – viele Verträge sind dann günstiger.
  • Nutzt du dein Smartphone eher wenig oder wünschst du eine volle Kostenkontrolle? Dann empfiehlt sich für dich ein Wechsel vom Vertrag zu Prepaid.
  • Überlege dir außerdem, welche Flats du nutzen möchtest beziehungsweise welche sich für dich überhaupt lohnen. Daher solltest du einfach mal schauen, was du mit deinem Handy am häufigsten machst: Telefonieren, simsen oder im Internet surfen? Je nach Auswahl, kannst du dich dann auch für eine dazugehörige Flatrate entscheiden.
Falls du die Mitnahme deiner alten Rufnummer wünschst, kannst du dies einfach beantragen. Oftmals übernimmt sogar der neue Handyanbieter die Kosten hierfür.

Fazit: Handyvertrag wechseln leicht gemacht

Wer seinen Handyvertrag wechseln möchte, kann in den meisten Fällen Geld sparen oder von einem besseren Leistungspaket profitieren. Dennoch sollten einige Sachen beachtet werden:

  1. Vor dem Wechsel sollten die Handyanbieter miteinander verglichen werden, um dadurch den günstigsten zu finden.
  2. Wenn du dich für einen neuen Vertragspartner entschieden hast, musst du dich bei diesem anmelden und den Vertrag unterschreiben.
  3. Kündige deinen alten Vertrag schriftlich und fristgerecht.
  4. Jetzt musst du eventuell nur noch warten, bis deine Bonität vom neuen Mobilfunkanbieter überprüft und bis die Rufnummer übertragen wurde (falls du dich für eine Rufnummernmitnahme entschieden hast).
Den Handyvertrag zu wechseln ist immer sinnvoll, wenn du dadurch bessere Leistungen oder einen günstigeren Tarif erhältst. Je nach deiner Situation und deinen Vertragskonditionen kann allerdings auch der Wechsel in einen anderen Tarif des gleichen Anbieters ratsam sein.



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Jonas Franke
Heike Jestram
Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können viele Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewinnen.