Kündigung Mobilfunkvertrag

Alles Wissenswerte und Tipps

  1. Was sind übliche Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen?
  2. Wann kann ich außerordentlich kündigen?
  3. Welche Alternativen zur Kündigung habe ich?
  4. Was muss ich nach der Kündigung beachten?

Der Markt für Mobilfunkanbieter

Neben den bekannten Mobilfunkanbietern wie Telekom oder Vodafone wird der Markt noch von vielen weiteren Dienstleistern hart umkämpft. Auch wenn die Handynetze mit D1, D2 und E-Plus noch immer sehr überschaubar sind, kannst Du als Kunde Stunden damit verbringen, den günstigsten Anbieter zu finden. Der Markt ist ständig in Bewegung, sodass es im Grunde immer wieder dazu kommt, dass der aktuelle Vertrag sich als äußerst ungünstig herausstellt. Allerdings ist es nur schwer möglich, den Vertrag vorzeitig zu kündigen.

Fristgemäße Kündigung des Mobilfunkvertrages

Wenn die Mindestlaufzeit abläuft und der Vertrag nicht fortgeführt werden soll, ist eine fristgemäße Kündigung recht einfach. Wichtig ist allerdings, dass Du rechtzeitig prüfst, mit welcher Kündigungsfrist der Vertrag beendet werden muss. In der Regel werden Handyverträge über eine Laufzeit von 12 oder 24 Monaten abgeschlossen. Mit Ablauf dieser Zeit verlängert sich der Vertrag entweder um weitere 12 Monate oder die Vertragsbedingungen ändern sich. 

So kann zum Beispiel ein Rabatt wegfallen, wenn keine Mindestvertragslaufzeit mehr besteht. Die Frist für eine ordentliche Kündigung liegt in der Regel bei drei Monaten vor dem Ende der Mindestlaufzeit. Wer seinen Mobilfunkvertrag kündigen möchte, muss dies also mehr als drei Monate vor dem Vertragsende seinem Mobilfunkanbieter mitteilen. Ob die drei Monate in Deinem Fall reichen, musst Du in Deinem Vertrag nachlesen. Ist jedoch eine Frist von mehr als sechs Monaten vereinbart, hast Du gute Chancen, dass Du den Vertrag auch ohne Einhaltung der Frist kündigen kannst, weil so lange Fristen rechtlich bedenklich sind. Verlasse Dich aber lieber nicht darauf. 

Zur Kündigung genügt ein einfacher Brief, in dem Du Deine Vertragsdaten genau angibst und mitteilst, dass Du den Vertrag zum Ende der Mindestlaufzeit kündigen möchtest. Um sicherzugehen, dass der Brief rechtzeitig ankommt, kannst Du ihn als Einschreiben schicken. Normalerweise ist das aber nicht notwendig. Bei einer fristgerechten Kündigung musst Du keine Gründe für diesen Schritt angeben. 

Kurz gesagt: Übliche Vertragslaufzeiten sind 12 oder 24 Monate und Kündigungsfristen mit 3 Monaten. Verträge verlängern sich automatisch um 12 Monate.

Du kannst auch direkt unser Kündigungsschreiben nutzen und die Kündigung direkt online per Fax kostenlos verschicken.

Außerordentliche Kündigung des Vertrages

Nur besondere Gründe

Trotz der langen Laufzeiten von Handyverträgen gibt es leider nur wenige Gründe, aus denen Du vorzeitig aus dem Vertrag austreten kannst. Ein Umzug in eine Region mit schlechter Netzabdeckung ist zum Beispiel kein triftiger Grund. Da Mobilfunkverträge vor allem mobil genutzt werden, ist eine lokale Beeinträchtigung rechtlich nicht als Kündigungsgrund anerkannt. Du kannst dennoch versuchen, mit Deinem Anbieter zu verhandeln. 

Kulanz vom Anbieter

Vielleicht entlässt er Dich aus Kulanzgründen vorzeitig aus dem Vertrag. Eine weitere Möglichkeit wäre auch, dass er Dir die Option gibt, über ein anderes Netz zu telefonieren, ohne dadurch höhere Kosten zu verursachen. Eine ähnliche Möglichkeit, den Vertrag anzupassen, kannst Du auch bei jedem anderen Vertrag ins Gespräch bringen. 

Arbeitslosigkeit

Unabhängig von dem Kündigungsgrund ist bei einer außerordentlichen Kündigung immer vorgesehen, dass beide Vertragspartner zuvor versuchen, einen Kompromiss zu finden. Möchtest Du zum Beispiel kündigen, weil Deine SIM-Karte gestohlen wurde, wird Dein Anbieter Dir stattdessen eine Ersatzkarte zuschicken. Falls Du wegen einer unerwarteten Arbeitslosigkeit kündigen möchtest, kann Dein Anbieter auch versuchen, Dich mit einem günstigeren Tarif zu halten. Bei einem Grundtarif ohne hohe Mindestumsätze sieht der Gesetzgeber auch bei Empfängern der Grundsicherung nicht vor, dass eine vorzeitige Kündigung gestattet werden muss. 

Ausland

Falls Du für mehrere Monate ins Ausland gehst, wo Du den Vertrag nicht nutzen kannst, bieten viele Anbieter die Option, den Vertrag ruhen zu lassen. Die noch übrigen Monate der Mindestlaufzeit werden dann einfach nach Deiner Rückkehr weitergezählt. 

Alternativen zur Kündigung

Tarifwechsel

Falls Du Deinen Vertrag nicht vorzeitig beenden kannst, gibt es weitere Möglichkeiten für Dich. Gegen eine Gebühr kannst Du bei vielen Anbietern zum Beispiel den Tarif wechseln, so dass Deine monatlichen Kosten sinken. Ob sich dies lohnt, hängt davon ab, wie lange Dein Vertrag noch läuft und wie groß die Ersparnis beim Tarifwechsel sein wird. 

Vorzeitige Vertragsbeendigung durch Abschlusszahlung

Manche Anbieter erlauben es auch, dass Du Dich aus dem Vertrag herauskaufst. Du kannst dann die noch ausstehenden Gebühren vorzeitig bezahlen, um den Vertrag zu beenden. Diese Option ist allerdings nicht günstiger als die fristgerechte Kündigung, sofern Du Dich daran hältst, den Vertrag einfach nicht mehr zu nutzen. 

Übertragung an andere Person

Wenn in Deinem Bekanntenkreis jemand einen neuen Vertrag eingehen möchte, kannst Du Deinen Vertrag auch einfach auf jemand anderen übertragen. Du sparst dadurch die restlichen Gebühren. Dein Bekannter sollte jedoch prüfen, ob er nur die restliche Laufzeit Deines Vertrages übernimmt, oder ob er eine neue Mindestlaufzeit von 12 oder 24 Monaten vereinbaren muss. Falls Du ein gutes Handymodell hast, kannst Du sogar im Internet Käufer für Deinen Vertrag finden. 

Was ist nach der Kündigung zu beachten?

Falls Du unter der gleichen Rufnummer erreichbar bleiben möchtest, bleibt oft nur die fristgerechte Kündigung. Gegen eine Gebühr wird die Nummer freigegeben und Du kannst sie im nächsten Vertrag nutzen. Mit oder nach der Kündigung sind mehrere Sachen zu beachten. Insbesondere die SIM-Lock Entsperrung ist sehr wichtig, so dass du dein Handy mit einem anderen Anbieter nutzen kannst oder es bei Ebay für mehr Geld verkaufen kannst.

Handynummer mitnehmen

Wenn Du  Deinen Handyanbieter wechselst, hast Du gesetzlichen Anspruch auf die Mitnahme deiner Rufnummer. Dein neuer Mobilfunkanbieter erledigt normalerweise die Übernahme der Handynummer. Du musst allerdings bis zum 31. Tag nach Ende des Vertrages dem neuen Anbieter Bescheid sagen, sonst kann die Telefonnummer neu vergeben worden sein. Diesen Vorgang nennt die Branche auch Portierung oder Rufnummernportierung. Das vereinfacht in vielen Fällen bei der Kündigung vom Handyvertrag den Umzug zum neuen Anbieter. Der § 46 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) schreibt das den Anbietern auch verbindlich vor. Die Portierung der Rufnummer bei der Kündigung des Handyvertrages kann mit Kosten verbunden sein. Beim Handyvertrag kündigen darf der ehemalige Vertragspartner eine faire Gebühr für seinen Arbeitsaufwand berechnen.

Handy behalten

Du musst in der absoluten Mehrheit der Fälle dein Handy nicht zurückgeben. Das kannst du einfach behalten oder bei Ebay verkaufen.

SIM-Lock Sperre

Nach 24 Monaten Laufzeit kannst du deine SIM-Karte entsperren lassen, so dass dieses Handy auch mit anderen Anbietern genutzt werden kann. Vor Ablauf der 24 Monate kostet die Entsperrung. Bei manchen Anbietern bis zu 100,00 EUR.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
über 250.000 Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewonnen.
Kündige oder wechsle deine Verträge kostenlos mit nur einem Klick.

Kündigung Mobilfunkvertrag
5
16 Bewertungen (4.8 Durchschnitt)