Auto abmelden

Alles Wissenswerte und Tipps

  1. Wo und wie kann ich mein Auto abmelden?
  2. Wie erfolgt die Abmeldung meines Autos?
  3. Wer meldet mein Auto bei einem Privatkauf ab?
  4. Wie verläuft eine Zwangsabmeldung?
  5. Was ist nach der Abmeldung zu beachten?

Kfz-Abmeldung

Wer sein Auto abmelden möchte, hat meist einen guten Grund. Entweder möchte man sein Kfz verkaufen, vorübergehend nicht nutzen oder gar verschrotten lassen. Die Abmeldung eines Fahrzeuges hat die Vorteile, dass keine Kfz-Versicherung und keine Steuern mehr gezahlt werden müssen. Es gibt jedoch einiges zu beachten, wenn ein Auto außer Betrieb gesetzt wird.

Wo und wie kann ich mein Auto abmelden?

Wenn du dein Fahrzeug abmeldest, wird dieses für maximal sieben Jahre außer Betrieb gesetzt. Nach Ablauf dieser Zeit verlieren die Fahrzeugpapiere ihre Gültigkeit und müssen gegebenenfalls neu beantragt werden. Für den Fall, dass du dir sicher bist, dass dein Auto auch nach diesen sieben Jahren nicht mehr genutzt werden wird, kannst du sich auch für eine endgültige Außerbetriebsetzung entscheiden. Dann benötigst du zudem einen Nachweis über die Verwertung des Kfz.

Die Abmeldung kannst du bei jeder Kfz-Zulassungsbehörde vornehmen. Diese informiert im Anschluss an die Abmeldung deine Kfz-Versicherung sowie die Zollverwaltung, welche die Steuern für Kfz-Fahrzeuge erhebt. Du selbst musst diese Stellen nicht persönlich informieren.

Folgende Unterlagen benötigst du bei der Zulassungstelle:

  • Personalausweis
  • Kfz-Kennzeichen (beide)
  • Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I)
  • Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung II)
  • Verwertungsnachweis einer zertifizierten Altauto-Annahmestelle 

Bei der Abmeldung durch einen Dritten sind diese Papiere zusätzlich notwendig:

  • eine von dir unterschriebene Vollmacht,
  • Personalausweis oder Reisepass mit gültiger Meldebestätigung des Bevollmächtigten,
  • Personalausweis des Vollmachtgebers oder Reisepass mit einer gültigen Meldebestätigung des Vollmachtgebers.

Die Kosten betragen in der Regel 5 bis 25 Euro und hängen von der Art der Kfz- Abmeldung und dem Zulassungsbezirk ab, in welchem du dein Auto abmeldest.

Wie erfolgt die Abmeldung meines Autos?

Auf der Zulassungsbehörde werden bei der Abmeldung des Autos die Plaketten für die Abgasuntersuchung sowie für den TÜV direkt entfernt. Fortan steht dein altes Kennzeichen wieder jedem für eine Neuregistrierung zur Verfügung. Du kannst dein altes Kfz-Kennzeichen jedoch gegen eine Gebühr in Höhe von 2,60 Euro für zwölf Monate reservieren lassen. Dies empfiehlt sich, wenn du dein Fahrzeug nur vorübergehend abmelden möchtest und beispielsweise ein Wunschkennzeichen besitzt.

Du musst dich hierbei um nichts kümmern und erhältst dann jeweils automatisch einen Bescheid, dass keine Versicherungsbeiträge und Kfz-Steuern mehr zu zahlen sind. Weitere Informationen zur Kfz-Versicherung und eventuellen Steuerrückerstattungen findest du in dem Punkt  „Was ist nach der Abmeldung zu beachten?“.

Wer meldet mein Auto bei einem Privatkauf ab?

Wenn du dein Auto privat verkaufen möchtest, stellt sich meist die Frage, wann das Fahrzeug abgemeldet werden soll. Sollst du es direkt abmelden oder lieber bis zum Verkauf warten?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, dem Käufer eine Probefahrt zu ermöglichen. Diese ist natürlich nur mit einem gültigen Kennzeichen und einem Versicherungsschutz möglich. Daher ist es in Deutschland üblich, dass ein Kfz-Fahrzeug zugelassen bleibt, wenn ein Privatverkauf vorliegt. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Du als Käufer musst dich nicht um die Abmeldung kümmern und der Käufer muss sich kein Überführungskennzeichen besorgen.

Die Abmeldung und Neuanmeldung des Autos durch den neuen Eigentümer sollte dann aber unverzüglich erfolgen. Zudem sollte dies auch im Kaufvertrag vermerkt werden. Ebenfalls sind bei einem Privatverkauf, ohne vorherige Abmeldung des Kfz, folgende Punkte im Kaufvertrag zu berücksichtigen:

  • Uhrzeit bei der Übergabe des Fahrzeuges,
  • Frist bis zur Kfz-Ummeldung,
  • Hinweis auf die Überführung des Autos, aber keine sonstige Nutzung.

Im Regelfall wird dem Käufer eine Frist von drei Werktagen eingeräumt. Innerhalb dieser Zeit muss folglich die Ummeldung erfolgen. Bei einem solchen Privatkauf empfiehlt es sich außerdem, die Kfz-Versicherung darüber zu informieren.

Wie verläuft eine Zwangsabmeldung?

Neben der freiwilligen Abmeldung des Autos gibt es auch die Zwangsabmeldung. Diese kann vollzogen werden, wenn der Halter des Fahrzeugs seiner Zahlungspflicht gegenüber der Behörde, welche die Kfz-Steuern erhebt, nicht nachkommt. Ebenso kann eine Zwangsabmeldung vorgenommen werden, wenn die Kfz-Versicherung nicht ordnungsgemäß vom Fahrzeughalter bezahlt wurde. Dann wird der Zulassungsstelle von dem Versicherungsunternehmen mitgeteilt, dass kein Versicherungsschutz mehr vorhanden ist. 

Anschließend wird die Behörde den Fahrzeughalter kontaktieren und ihn zur Zahlung der offenen Versicherungsbeiträge auffordern. Wenn trotzdem keine Zahlung erfolgt, wird das Auto zwangsabgemeldet und muss für eine erneute Nutzung wieder neu angemeldet werden. Eine Wiederanmeldung ist wie auch eine Neuanmeldung mit Kosten verbunden, welche durchschnittlich 25 Euro betragen.

Was ist nach der Abmeldung zu beachten?

Sobald dein Auto erfolgreich abgemeldet wurde, darfst du mit diesem nicht mehr auf öffentlichen Straßen fahren. Auch das Abstellen des Fahrzeugs auf diesen ist nicht mehr zugelassen.

Meldung der Zulassungsstelle an das Finanzamt

Die Zulassungsstelle meldet die Abmeldung des Kfz dem Finanzamt. Hierdurch weiß das Amt Bescheid, dass das steuerpflichtige Fahrzeug nicht mehr genutzt wird. Demnach können auch keine Steuern mehr auf das Fahrzeug erhoben werden. Falls du zu viele Steuern gezahlt hast - weil du beispielsweise für das komplette laufende Jahre bezahlt, das Auto aber im Laufe des Jahres abgemeldet hast – werden diese meist innerhalb weniger Tage deinem Bankkonto gutgeschrieben.

Falls keine Überweisung erfolgt, erhältst du einen Verrechnungsscheck. Einen solchen Scheck musst du bei deiner Bank einlösen und bekommst schließlich den Betrag auf dein Konto gutgeschrieben. In Zeiten von Online-Banking und Überweisungen ist ein Verrechnungsscheck eher selten geworden.

Meldung an die Kfz-Versicherung

Die Abmeldung des Autos wird seitens der Zulassungsstelle ebenfalls an deine Kfz-Versicherung weitergeleitet. Von dieser bekommst du ebenfalls eventuell zu viel geleistete Beiträge zurückerstattet. Falls das Kraftfahrzeug nicht innerhalb von zwei Wochen neu angemeldet wird, tritt die sogenannte Ruheversicherung ein. Diese ist für dich beitragsfrei und bietet einen Versicherungsschutz für maximal 18 Monate. Der Schutz umfasst die unbefugte Nutzung des abgemeldeten Autos sowie die Verursachung eines Haftpflichtschadens.

Das Versicherungsunternehmen leistet dann demjenigen Schadensersatz, welcher zuletzt eine Versicherungsbestätigung bei der Zulassungsbehörde hinterlegt hat. Wenn du dein Auto innerhalb dieser 18 Monate neu anmeldest, kann die Kfz-Versicherung vorerst nicht gewechselt werden. Erst nach Ablauf dieser Frist ist das Versicherungsabkommen endgültig erloschen. Diese Regelungen gelten nur, wenn du dich nicht für eine endgültige Außerbetriebsetzung des Kfz entscheidest oder es verkaufst. Für den Fall, dass du nach der Abmeldung ein neues Auto kaufst, kannst du für dieses eine beliebige Kfz-Versicherung wählen.

Fahrten nach der Abmeldung

Fahrten, welche im Zusammenhang mit der Abmeldung des Autos stehen, sind versicherungstechnisch geschützt. Demnach kannst du nach der Abmeldung mit deinem Fahrzeug nach Hause oder zur nächsten Altauto-Annahmestelle fahren. Allerdings darf das abgemeldete Auto dann nur im gleichen oder einem angrenzenden Zulassungsbezirk bewegt werden.


Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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