Die Kündigung eines befristeten Arbeitsvertrags:

Wir verraten dir, worauf du achten musst!


Befristungen: Wozu es sie gibt – und in welcher Form.

Seit 1996 steigt die Zahl der befristeten Beschäftigungsverhältnisse kontinuierlich – innerhalb der letzten zwanzig Jahre hat sie sich sogar verdoppelt. Allerdings hat auch die Anzahl der Arbeitsverträge insgesamt zugenommen
 
Warum wird ein Arbeitsvertrag überhaupt befristet? Ganz klar: Damit das Arbeitsverhältnis automatisch endet. Das kann sinnvoll sein, wenn es sich bei dem Job um ein einzelnes Projekt handelt oder um eine Schwangerschaftsvertretung. 
 
Womit wir auch schon bei zwei verschiedenen Formen der Befristung wären: die Zweckbefristung und die Zeitbefristung. Bei der Zweckbefristung muss der Arbeitgeber die Beendigung des Arbeitsverhältnisses zwei Wochen vorher ankündigen. Dabei bedarf es hier keiner separaten Kündigung, wie es bei einem unbefristeten Vertrag notwendig ist.
 
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Befristungen müssen gerechtfertigt sein

Einfach so nach Lust und Laune jemanden befristet einstellen – das geht nicht. Die Befristung muss unbedingt gerechtfertigt sein. Zum Beispiel durch folgende Gründe:
 
  • Es besteht lediglich ein vorübergehender Bedarf an neuen Mitarbeitern.
  • Ein neuer Angestellter soll getestet werden, ob er überhaupt in das Unternehmen passt und ob er den Anforderungen gerecht werden kann. Bei solchen Arbeitsverträgen darf eine Verlängerung maximal drei Mal innerhalb von zwei Jahren erfolgen.
  • Der Arbeitnehmer ist vorübergehend die Vertretung für einen Mitarbeiter.
  • Der Arbeitsplatz ist eine saisonale Stelle oder es handelt sich um eine Projektstelle.
  • Wenn es sich um ein neu gegründetes Unternehmen handelt, dürfen die befristeten Verträge mit den Mitarbeitern bis zu vier Jahre verlängert werden. Diese Regelung soll Existenzgründer zu Beginn vor langfristigen Verpflichtungen bewahren.

Die ordentliche Kündigung bei einem befristeten Arbeitsvertrag

Ein befristeter Arbeitsvertrag kann nicht vorzeitig ordentlich gekündigt werden, wie man in § 15 Absatz 3 TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz) erfahren kann. Dadurch bist du als Arbeitnehmer geschützt. Und als Arbeitgeber musst du das wissen. 
 
Ausnahmen können zwar gemacht werden, sie müssen dann aber extra im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt werden. Dann können Arbeitnehmer und Arbeitgeber auch bei einer befristeten Stelle eine ordentliche Kündigung aussprechen. Dabei müssen jedoch die im Vertrag geregelten Kündigungsfristen eingehalten werden. Und wenn keine vereinbart wurden? Dann gelten die gesetzlich festgeschriebenen arbeitsrechtlichen Fristen. Sie betragen vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats und können in § 622 BGB nachgelesen werden.

Einen befristeten Arbeitsvertrag außerordentlich kündigen

Manchmal kann auch ein befristetes Arbeitsverhältnis einfach nicht fortgeführt werden. Dann ist eine außerordentliche Kündigung rechtmäßig – wenn wichtige Gründe vorliegen! Dies muss übrigens nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag geregelt werden.
 
Was aber sind wichtige Gründe? Nach § 626 BGB ist ein wichtiger Grund beispielsweise ein Fehlverhalten des Arbeitnehmers (zum Beispiel Diebstahl). Achtung: Bevor der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer fristlos kündigt, muss er vorher eine Abmahnung aussprechen. Erst danach kann eine außerordentliche Entlassung erfolgen.
 
Ist „außerordentlich“ eigentlich immer auch „fristlos“? Nein. Es kann auch außerordentlich mit einer Auslauffrist gekündigt werden. In dieser Zeit kann sich der Arbeitnehmer nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen. Die Frist wird meistens vom Arbeitgeber festgelegt. Die fristlose Kündigung mit einer Auslauffrist kommt in der Praxis jedoch sehr selten vor. In den meisten Fällen ist eine Weiterführung des Arbeitsverhältnisses tatsächlich unzumutbar.
 
Apropos „unzumutbar“: Von welchem deiner Verträge würdest du dich gerne trennen? Wir helfen dir dabei: von der Kündigung bis zum Wechsel. Denn mit Volders hast du immer ein gutes Gefühl bei deinen Verträgen. Unser Service setzt sich für dich ein! Hier kannst du uns kennenlernen.

Der Aufhebungsvertrag: Alternative zur Kündigung?

Wenn man einen befristeten Arbeitsvertrag unbedingt vorzeitig beenden möchte, ihn aber nicht kündigen kann – dann ist es möglich, ihn aufzuheben. Arbeitgeber und Arbeitnehmer lösen den Vertrag einvernehmlich auf. Sie umgehen damit auch die Risiken eines Kündigungsschutzprozesses, der dem Arbeitnehmer in der Regel zusteht. 
 
Als Arbeitnehmer hast du bei der Aufhebung damit die Chance, eine Abfindung für den Verlust deines Arbeitsplatzes zu bekommen. Diese ist dann Verhandlungssache. Aber auch im Kündigungsschutzprozess besteht diese Möglichkeit, da dieser stark auf eine gütliche Einigung ausgelegt ist. Ansonsten steht dir eine Abfindung nur bei einer betriebsbedingten Kündigung zu. 
 
Und noch ein Vorteil des Aufhebungsvertrags: Du kannst ein unverdächtiges Datum für die Beendigung vereinbaren (beispielsweise zum Monats- oder Quartalsende). So kommen bei deinem zukünftigen Arbeitgeber keine unangenehmen Fragen auf, nachdem er einen Blick auf deinen Lebenslauf geworfen hat. 
 
Kleiner Nachteil: Du hast zwölf Wochen lang keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Deshalb solltest du den Aufhebungsvertrag erst dann unterschreiben, nachdem du deinen neuen Arbeitsvertrag unterzeichnet hast. 

Nach der Kündigung: Darauf solltest du achten.

Zunächst einmal solltest du dich rechtzeitig um ein Arbeitszeugnis bemühen. Das steht dir nämlich auch bei einer Befristung zu.
 
Außerdem musst du dich spätestens drei Tage, nachdem du die Kündigung erhalten hast, bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend melden. Sehr wahrscheinlich hast du nämlich Anspruch auf Arbeitslosengeld – du musst dich aber rechtzeitig darum kümmern. Vereinbare einfach einen Termin und bring alle Unterlagen mit. 
 
Aber Achtung: Falls du einen Aufhebungsvertrag unterschrieben hast, entfällt in der Regel zwölf Wochen lang dein Anspruch auf Arbeitslosengeld! Bei „besonderer Härte“ kann diese Sperrfrist auch auf sechs Wochen reduziert werden. 
 
Warum das so ist? Weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass du deinen Arbeitsvertrag freiwillig hast aufheben lassen. Zum Beispiel, weil du eine neue Stelle hast. Und wenn eine Einkommenslücke entstehen sollte, dann setzt man voraus, dass die Abfindung sie stopft. 
 
Wenn dir gekündigt wurde, liegt der Fall anders: Dann hast du natürlich einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Genau dafür ist es ja da. 

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Arbeitsvertrag fristlos kündigen
Arbeitsvertrag ordentlich kündigen

Jonas Franke
Heike Jestram
Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können viele Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewinnen.