Kündigung befristeter Arbeitsvertrag

Alles was du zu einer Befristung wissen musst

  1. Welche Besonderheit unterliegt ein befristeter Arbeitsvertrag?
  2. Kann eine befristete Stelle ordentlich gekündigt werden?
  3. Welche Voraussetzungen gelten für eine außerordentliche Kündigung?
  4. Welche Alternative gibt es zur Kündigung?
  5. Worauf ist nach der Kündigung zu achten?

Die Möglichkeiten einer Befristung

Während vor einiger Zeit die Ausstellung eines unbefristeten Arbeitsvertrags zum beruflichen Alltag gehörte, steigt die Anzahl der befristeten Arbeitsverträge in Deutschland. Der Sinn, welcher hinter solchen Verträgen mit einer Befristung steht, ist die automatische Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach einem festgelegten Zeitraum, der Fertigstellung eines Projektes oder auch der Wiederkehr eines Mitarbeiters (beispielsweise bei einer Schwangerschaftsvertretung).

Im ersten Fall spricht man von einer Zeitbefristung, während letzteres zu den zweckbefristeten Arbeitsverträgen zählt. Bei einer solchen Zweckbefristung muss der Arbeitgeber übrigens zwei Wochen vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses diese ankündigen. Dabei bedarf es hier keiner separaten Kündigung, wie es bei einem unbefristeten Vertrag notwendig ist.

Es gilt die Besonderheit der Rechtfertigung

Eine Besonderheit bei einer solchen Art von Arbeitsverträgen besteht darin, dass die Befristung gerechtfertigt sein muss. Dabei können die folgenden Gründe vorliegen:

  • Es besteht lediglich ein vorübergehender Bedarf an neuen Mitarbeitern.
  • Ein neuer Angestellter soll getestet werden, ob er überhaupt in das Unternehmen passt und ob er den Anforderungen gerecht werden kann. Bei solchen Arbeitsverträgen darf eine Verlängerung maximal drei Mal innerhalb von zwei Jahren erfolgen.
  • Der Arbeitnehmer ist vorrübergehend die Vertretung für einen Mitarbeiter.
  • Der Arbeitsplatz ist eine saisonale Stelle oder es handelt sich um eine Projektstelle.
  • Wenn es sich um ein neu gegründetes Unternehmen handelt, dürfen die befristeten Verträge mit den Mitarbeitern bis zu vier Jahre verlängert werden. Diese Regelung soll Existenzgründer zu Beginn vor langfristigen Verpflichtungen bewahren.

Die ordentliche Kündigung bei einem befristeten Arbeitsvertrag

Eine weitere Besonderheit bei befristeten Arbeitsverträgen ergibt sich aus § 15 Absatz 3 TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz). Demnach kann ein solcher Vertrag weder vom Arbeitnehmer noch vom Arbeitgeber vorzeitig  ordentlich gekündigt werden. Dies dient dem Schutz des Arbeitnehmers, welcher durch die Befristung bereits beeinträchtigt ist.

Ausnahmen hiervon müssen gesondert im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt werden. Durch solche vereinbarten Kündigungsbedingungen können Arbeitnehmer und Arbeitgeber in einer befristeten Stelle dennoch eine ordentliche Kündigung aussprechen. Dabei müssen die im Vertrag geregelten Kündigungsfristen eingehalten werden. Sofern keine vereinbart wurden, gelten die gesetzlich festgeschriebenen arbeitsrechtlichen Fristen. Diese betragen vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats und können in § 622 BGB nachgelesen werden.

Der befristete Arbeitsvertrag und die außerordentliche Kündigung

Wenn wichtige Gründe vorliegen, welche das Fortbestehen des Arbeitsverhältnisses unmöglich machen, ist auch bei einem befristeten Arbeitsverhältnis eine außerordentliche Kündigung gestattet. Dies muss dabei nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag geregelt werden.

Nach § 626 BGB ist ein wichtiger Grund beispielsweise ein Fehlverhalten des Arbeitgebers (zum Beispiel Diebstahl). Bevor der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer jedoch fristlos kündigt, muss er vorher eine Abmahnung aussprechen. Erst danach kann eine außerordentliche Entlassung erfolgen.

Außerordentlich bedeutet übrigens nicht immer fristlos. Die außerordentliche Kündigung kann auch mit einer Auslauffrist ausgesprochen werden. Dann wird der Arbeitnehmer für eine bestimmte Zeit weiterbeschäftigt, damit er sich nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen kann. In der Regel wird diese Frist vom Arbeitgeber festgelegt. Die fristlose Kündigung mit einer Auslauffrist kommt in der Praxis jedoch sehr selten vor, da in den meisten Fällen eine Weiterführung des Arbeitsverhältnisses tatsächlich unzumutbar ist.

Der Aufhebungsvertrag als Alternative zur Kündigung

Neben einer Kündigung ist bei einem befristeten Arbeitsvertrag auch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch einen Aufhebungsvertrag möglich. Hiermit lösen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Vertrag einvernehmlich auf und umgehen die Risiken eines Kündigungsschutzprozesses, welcher dem Arbeitnehmer in der Regel zusteht. Zudem hast du als Arbeitnehmer damit die Chance, eine Abfindung für den Verlust deines Arbeitsplatzes auszuhandeln.

Ein weiterer Vorteil eines Aufhebungsvertrags liegt bei einer außerordentlichen Kündigung darin, dass du ein unverdächtiges Datum für die Beendigung vereinbaren kannst (beispielsweise zum Monats- oder Quartalsende). Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass bei deinem zukünftigen Arbeitgeber Fragen aufkommen.

Darauf ist nach der Kündigung des Arbeitsverhältnisses zu achten

Wenn dir deine befristete Arbeitsstelle gekündigt wurde, solltest du dich rechtzeitig um ein Arbeitszeugnis bemühen. Ein solches steht dir nämlich auch bei einer Befristung zu.

Spätestens drei Tage nachdem du die Kündigung erhalten hast, solltest du dich bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend melden. Denn auch wenn du gekündigt wurdest, hast du normalerweise Anspruch auf Arbeitslosengeld. Für die Meldung solltest du einen Termin vereinbaren, zu dem du dann persönlich mit deinen Papieren erscheinst.

Beachte: Falls du einen Aufhebungsvertrag unterschrieben hast, entfällt in der Regel zwölf Wochen lang dein Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Dieser Anspruch entfällt, da juristisch davon ausgegangen wird, dass du deine Arbeitslosigkeit in einem solchen Fall selbst verursacht hast. Ebenso wird vermutet, dass sich die finanzielle Lücke, welche durch den Verlust des Arbeitsplatzes entsteht, durch die Abfindungssumme ausgleicht. Anders würde es aussehen, wenn du gekündigt worden bist. Dann hast du natürlich einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Mit dem Unterschreiben eines Aufhebungsvertrages gehst du allerdings freiwillig vorher aus dem Arbeitsverhältnis, womit die Selbstverursachung begründet werden kann.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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