Direktversicherung kündigen

Alles Wissenswerte und Tipps

  1. Kündigung durch den Arbeitgeber nicht möglich?
  2. Kündigung durch den Versicherer?
  3. Direktversicherung nach Arbeitsplatzverlust?
  4. Deine Kündigung der Direktversicherung

Direktversicherung

Direktversicherungen sind eine besondere Form der Kapitallebensversicherungen (betrieblichen Altersvorsorge). Eine Direktversicherung wird vom Arbeitgeber für seine Angestellten abgeschlossen. Die Beiträge für diese Versicherung sind ein Teil des Gehaltes. Mit dem Erreichen des Rentenalters kann der Versicherte entscheiden, ob er die Versicherungssumme in Form einer Einmalzahlung oder als lebenslange Rente erhalten möchte.

Wichtig: Als Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge bleiben die Beiträge jedoch von der Berechnung der Steuern und der Sozialversicherungsbeiträge ausgenommen.

Da heute allerdings immer weniger Arbeitnehmer ihr Arbeitsleben lang bei einem Arbeitgeber bleiben, ist die Frage nach der Kündigung einer Direktversicherung aktuell wie nie. Da bei dieser Versicherung Antragsteller und Versicherter nicht die gleiche Person sind, ist die Frage nicht einfach zu beantworten.

Kündigung durch den Arbeitgeber nicht möglich?

Wenn Dein Chef versucht, die Direktversicherung, die er für seine Angestellten abgeschlossen hat, zu kündigen, wird er keinen Erfolg haben. Die Beiträge zur Versicherung sind Teil Deines Gehaltes und nur Du kannst über die Versicherung verfügen. Dein Chef könnte Dir ja auch nicht nachträglich einen Teil Deines Gehaltes wieder abnehmen. Er ist allerdings nicht verpflichtet, die Beiträge weiter zu bezahlen, wenn Dein Arbeitsvertrag aufgelöst wird. Ob Du kündigst oder Dein Arbeitgeber, ist dabei unerheblich. In diesem Fall liegt allerdings keine Kündigung der Direktversicherung vor. Der Vertrag wird lediglich auf Dich übertragen (Recht auf "Portabilität"), was Dir einige Entscheidungsfreiheit lässt, wie weiter vorgegangen wird.

Kündigung durch den Versicherer?

Falls das Unternehmen, in dem Du arbeitest, insolvent ist und die Beiträge zur Direktversicherung nicht mehr zahlt, kann die Police ebenfalls nicht so einfach gekündigt werden. Direktversicherungen sind selbst gegen die Insolvenz der Antragsteller versichert. So wird sichergestellt, dass dieser Gehaltsbestandteil auch tatsächlich bei Dir ankommt. Nach Bekanntwerden der Insolvenz kann es jedoch sein, dass der Versicherer Dich beauftragt über den weiteren Ablauf mit der Versicherung zu entscheiden.

Direktversicherung nach Arbeitsplatzverlust?

Eine frisch auf Dich übertragene Direktversicherung kannst Du privat weiter zahlen, um die Altersvorsorge aufrechtzuerhalten. In diesem Fall steht Dir allerdings nicht die vorher gewährte Steuerfreiheit der Beiträge zu. Der Vertrag verliert ein wenig an Attraktivität, wenn er nicht mehr im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses fortgeführt wird, weil du die Steuervorteile nicht nutzen kannst. 

Wenn Du keinen Arbeitgeber hast, der die Versicherung übernehmen möchte, kannst Du den Vertrag auch beitragsfrei stellen. In diesem Fall musst Du nichts mehr einzahlen und erhältst die bis dahin angesparte Versicherungssumme oder die entsprechend niedrige monatliche Rente im Alter ausgezahlt.

Bei neuem Arbeitsplatz bzw. Arbeitsplatzwechsel

Wenn Du bereits eine neue Arbeit hast, kannst Du mit Deinem neuen Arbeitgeber vereinbaren, dass der Vertrag dort weitergeführt wird. Dein Arbeitgeber ist grundsätzlich verpflichtet, eine solche Versicherung anzubieten. Eventuell ist hierfür ein Wechsel des Versicherungsunternehmens notwendig. Dies kann der Arbeitgeber beeinflussen. Unter welchen Bedingungen das geht, kannst Du direkt mit Deinem Versicherer besprechen. 

  • Übertragung und Weiterführung des alten Vertrages bei deinem neuen Arbeitgeber.
  • Private Übernahme mit Eigenbeiträgen (wenn der neue Arbeitgeber den Vertrag nicht übernimmt)

Deine Kündigung der Direktversicherung

Um die steuerlichen Vorteile der Direktversicherung zu rechtfertigen, müssen die Policen eine Unkündbarkeitsklausel enthalten. Dies bedeutet, dass Du die Direktversicherung nicht vor dem 60. Lebensjahr kündigen kannst (Verfügungsbeschränkung in § 2 Abs. 2 BetrAVG). Lediglich die Optionen der Übertragung und der Beitragsfreistellung stehen Dir offen. Auch das Beleihen und Verpfänden der Police ist ausdrücklich ausgeschlossen. Da die Beiträge der Versicherung steuerfrei sind, musst Du im Alter auf die Erträge der Versicherung noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Lediglich die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung sparst Du durch diese Verzögerung tatsächlich ein.

veröffentlicht am 05.06.2014

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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