Die Kündigungsfristen bei einem 450 Euro-Job

Diese Fristen müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer einhalten

Mit einem Minijob Geld dazuverdienen

Wer nicht die Zeit für eine Vollzeitstelle hat, weil anderen Verpflichtungen wie der Kindererziehung nachgegangen werden muss, für den eignet sich ein 450 Euro-Job. Dieser sogenannte Minijob ist eine gute Möglichkeit, um sich etwas Geld dazu zu verdienen. Bis zu einem monatlichen Gehalt von 450 Euro gilt ein Job immer als geringfügig. Der Arbeitgeber muss hierbei eine pauschale Abgabe von Sozialversicherung und Lohnsteuer leisten, während der Anteil für den Arbeitnehmer geringer als bei einem Vollzeit-Angestellten ausfällt.

Besonderheiten bei einem 450 Euro-Job

Ein derartiges Arbeitsverhältnis unterliegt wie auch eine 40 Stunden Stelle dem deutschen Arbeitsrecht. Allerdings gibt es hier einige Besonderheiten zu beachtet:

  • Es ist zwischen einer geringfügig entlohnten und einer kurzfristigen Beschäftigung zu unterscheiden. Im ersten Fall darfst du lediglich 450 Euro monatlich verdienen. Der zweite Fall liegt vor, wenn das Arbeitsverhältnis nur für eine kurze Dauer - nicht mehr als 70 Arbeitstage bzw. 60 Kalendertage oder drei Monate innerhalb eines Jahres - aufgenommen wurde. Dabei ist die Höhe der Entlohnung unerheblich und du kannst folglich mehr als 450 Euro pro Monat verdienen. Die drei Monate dürfen auch nacheinander folgen und müssen nicht auf das Jahr verteilt werden.
  • Als Arbeitnehmer eines 450 Euro-Jobs bist du meist von der Versicherungspflicht hinsichtlich Kranken-, Pflege- sowie Arbeitslosenversicherung befreit, da dein Arbeitgeber diese Kosten für dich übernimmt. Lediglich hinsichtlich der Rentenversicherung bist du zur Einzahlung verpflichtet. Der Arbeitgeber zahlt eine pauschale Abgabe.

Wer als Arbeitnehmer einen 450 Euro-Job ausübt, wird im Allgemeinen in Teilzeit angestellt und gilt nach dem Gesetz als Teilzeitbeschäftigter. Da seit dem 01. Januar 2015 der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 pro Stunde gilt, beträgt für geringfügig Beschäftigte die monatliche Arbeitszeit aktuell 52,9 Stunden. Ab dem 01. Januar 2017 beträgt der gesetzlicher Mindestlohn 8,84 Euro pro Stunde. Dann gilt sogar nur noch eine maximale monatliche Arbeitszeit von 50,9 Stunden.

Die geltenden Kündigungsfristen für einen 450 Euro-Job

Auch in einem 450 Euro-Job gelten gesetzliche Kündigungsfristen, an welche sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer halten müssen. Die gesetzliche Frist beträgt grundsätzlich vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Damit umfasst die Kündigungsfrist exakt 28 Tage und nicht einen Monat.

Bei geringfügig entlohnten Arbeitsverhältnissen, welche bereits seit über zwei Jahren bestehen, ist es bei manchen Arbeitgebern üblich eine längere Kündigungsfrist zu vereinbaren. Dabei darf die für dich geltende Kündigungsfrist die für den Arbeitgeber geltende nicht übersteigen.

Für den Arbeitgeber gelten die folgenden Kündigungsfristen bei einem Minijob. Diese verlängern sich mit den Jahren, seit denen du bei diesem angestellt bist.


  • Anstellungszeit: ab 2 Jahre; Kündigungsfrist: 1 Monat
  • Anstellungszeit: ab 5 Jahre; Kündigungsfrist: 2 Monate
  • Anstellungszeit: ab 8 Jahre; Kündigungsfrist: 3 Monate
  • Anstellungszeit: ab 10 Jahre; Kündigungsfrist: 4 Monate
  • Anstellungszeit: ab 12 Jahre; Kündigungsfrist: 5 Monate
  • Anstellungszeit: ab 15 Jahre; Kündigungsfrist: 6 Monate
  • Anstellungszeit: ab 20 Jahre; Kündigungsfrist: 7 Monate
Die Kündigungsfrist bezieht sich jeweils zum Ende eines Kalendermonats.

Existierende Ausnahmen bei den Kündigungsfristen

Bei einem 450 Euro-Job gibt es eine Ausnahmeregelung, die zu kürzeren Kündigungsfristen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber führt. Diese Regelung tritt dann in Kraft, wenn es sich um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis mit einer zeitlichen Befristung handelt. In diesem Fall wird im Allgemeinen von einer vorübergehenden Aushilfskraft gesprochen.

Soll ein Minijob lediglich für die Dauer von drei Monaten ausgeübt werden, ist es rechtlich möglich, im Arbeitsvertrag eine kürzere Kündigungsfrist zu vereinbaren. Auch wenn das Arbeitsverhältnis für einen längeren Zeitraum abgeschlossen wird, können diese kürzeren Kündigungsfristen innerhalb der ersten drei Monate gelten. Die Kündigungsfrist muss dabei mindestens zwei Wochen betragen.

Wenn du über einen Tarifvertrag geringfügig angestellt bist, können ebenso abweichende Kündigungsfristen gelten. Hier darf die Kündigungsfrist des Arbeitnehmers die für den Arbeitgeber ebenfalls nicht überschreiten.

Weiterführendes Wissen zur Kündigung eines Minijobs

Innerhalb der ersten sechs Monate eines 450 Euro-Jobs kannst du ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Ist eine Probezeit im Arbeitsvertrag geregelt, gilt innerhalb dieser, sofern nichts anderes vereinbart, eine Kündigungsfrist von zwei Wochen zu jedem Tag für beide Parteien.

Das Kündigungsschutzgesetz greift ab dem siebten Monat eines Minijobs. Dann kann der Arbeitgeber nur aus den gesetzlich geregelten Gründen dem Arbeitnehmer kündigen.

Das Kündigungsschreiben muss in schriftlicher Form eingereicht werden, mündliche Vereinbarungen sind unwirksam. Ist der 450 Euro-Job durch den Arbeitsvertrag befristet oder unterschreibt du einen Aufhebungsvertrag, sind sämtliche Regelungen über die Kündigungsfristen oder das Kündigungsschutzgesetz ungültig. Wenn es im Unternehmen einen Betriebsrat gibt, muss dieser vor der Kündigung des Minijobbers angehört werden. Falls der Rat gegen die Kündigung ist, ist diese unwirksam. Wenn du der Meinung bist, dass deine Kündigung ungerechtfertigt ist, kannst du ab Erhalt der Kündigung innerhalb von drei Wochen eine Kündigungsschutzklage einreichen.

Kostenlose Kündigungsvorlagen zum Herunterladen

Jonas Franke
Heike Jestram
Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können viele Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewinnen.