Die Kündigungsfristen bei einem Minijob

Was beachtet werden muss - Hinweise vom Experten

Der Minijob als kleiner Nebenverdienst

Von einem Minijob oder einer geringfügigen Beschäftigung spricht man, wenn das monatliche Arbeitsentgelt maximal 450 Euro beträgt. Das heißt im Jahr darf die Verdienstgrenze von 5.400 Euro nicht überschritten werden und das Durchschnittsgehalt pro Monat darf über die gesamte Beschäftigungszeit 450€ nicht überschreiten. Des Weiteren muss der Job regelmäßig ausgeübt werden. Für dich als Minijobber ergeben sich die gleichen Rechte und Pflichten wie für Angestellte, die in Voll- oder Teilzeit im Unternehmen arbeiten. Neben den Rechten auf Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall verfügst du bei einer geringfügigen Beschäftigung unter anderem ebenso über einen Anspruch auf die Einhaltung des Kündigungsschutzes nach § 622 BGB.

Kündigungsfristen bei einer ordentlichen Kündigung

Gesetzliche Fristen für den Arbeitnehmer

Da Minijobber Vollzeitangestellten gleichgestellt sind, hast du jederzeit das Recht eine ordentliche Kündigung unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen auszusprechen. Falls in deinem Arbeits- oder Tarifvertrag etwas anderes vereinbart wurde, gilt diese Vereinbarung anstatt der gesetzlichen Frist.  Das BGB besagt, dass für dich als Arbeitnehmer eine vierwöchige Frist besteht . Dabei kannst du zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats kündigen. Diese Kündigungsfrist darf nicht überschritten werden. Es dürfen aber per Vertrag längere Fristen vereinbart werden, wenn diese die Fristen des Arbeitgebers nicht überschreiten.


Gesetzliche Kündigungsfristen für den Arbeitgeber

Innerhalb der ersten zwei Jahre beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist vier Wochen beziehungsweise 28 Tage. Dein Arbeitgeber kann dann entweder zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats kündigen. Per Gesetz ist festgelegt, dass ab einer zweijährigen Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers die folgenden Kündigungsfristen für den Arbeitgeber gelten:

  • Dauer der Betriebszugehörigkeit: unter 6 Monaten; Kündigungsfrist: 2 Wochen
  • Dauer der Betriebszugehörigkeit: unter 2 Jahren; Kündigungsfrist: 4 Wochen
  • Dauer der Betriebszugehörigkeit: unter 5 Jahren; Kündigungsfrist: 1 Monat
  • Dauer der Betriebszugehörigkeit: unter 8 Jahren; Kündigungsfrist: 2 Monate
  • Dauer der Betriebszugehörigkeit: unter 10 Jahren; Kündigungsfrist: 3 Monate
  • Dauer der Betriebszugehörigkeit: unter 12 Jahren; Kündigungsfrist: 4 Monate
  • Dauer der Betriebszugehörigkeit: unter 15 Jahren; Kündigungsfrist: 5 Monate
  • Dauer der Betriebszugehörigkeit: unter 20 Jahren; Kündigungsfrist: 6 Monate
  • Dauer der Betriebszugehörigkeit: ab 20 Jahren; Kündigungsfrist: 7 Monate



Abweichende Kündigungsfristen

Während der Probezeit, die maximal sechs Monate betragen darf, gelten abweichende Regelungen. In dieser Zeit kannst du mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden und auch selbst innerhalb von 2 Wochen kündigen.

In deinem Arbeits- oder Tarifvertrag können zu den gesetzlichen Regelungen abweichende Kündigungsfristen gelten . Daher solltest du, wenn du deinen Minijob ordentlich kündigen möchtest, zunächst in deinem Vertrag nachsehen. Wenn es sich bei deinem Minijob um ein zeitlich befristetes Beschäftigungsverhältnis beziehungsweise eine vorübergehende Aushilfe handelt, gilt die folgende Ausnahmeregelung: Bei einem Minijob, der nur bis zu drei Monate oder zwölf Wochen besteht, kann im Arbeitsvertrag eine kürzere als die gesetzlich geregelte Kündigungsfrist vereinbart werden. Falls der Minijob länger als drei Monate besteht, können kürzere Fristen für die ersten drei Monate der Beschäftigung gelten.

Keine Kündigungsfristen bei einer außerordentlichen Kündigung

Im Falle einer außerordentlichen oder auch fristlosen Kündigung musst du gemäß der Vorschriften des Arbeitsrechts keinerlei Fristen einhalten. Jedoch brauchst du für eine solche Kündigung einen oder mehrere triftige Gründe. In der Regel muss der außerordentlichen Kündigung eine Abmahnung vorangehen. Der Kündigungsgrund muss nicht im Kündigungsschreiben erwähnt werden. er muss jedoch auf Verlangen des Gekündigten unverzüglich schriftlich mitgeteilt werden.

Für den Fall, dass dich dein Arbeitgeber fristlos kündigt, muss er dich vorher abmahnen. Zudem muss die Kündigung innerhalb von zwei Wochen nach Bekanntgabe der Gründe zugestellt werden.

Bei einer fristlosen Kündigung gibt es keine generell anwendbaren Gründe. Hier wird immer der Einzelfall betrachtet. Die Kündigung ist nur dann wirksam, wenn eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses unter Einhaltung der Kündigungsfristen für beide Vertragsparteien nicht zumutbar ist .

Der Aufhebungsvertrag als Alternative

Mit einem Aufhebungsvertrag einigst du dich mit deinem Arbeitgeber einvernehmlich darüber, dass der Minijob ab einem bestimmten Datum nicht mehr fortgeführt wird. Auch bei dieser Art der Auflösung des Arbeitsverhältnisses sind keinerlei Kündigungsfristen einzuhalten. Beachte allerdings, dass in einem solchen Fall auch kein Kündigungsschutz besteht.

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Jonas Franke
Heike Jestram
Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können viele Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewinnen.