Leasingvertrag kündigen

Möglichkeiten für die Kündigung des Leasingvertrags

  1. Wie kann der Leasingnehmer einen Kfz-Leasingvertrag kündigen?
  2. Wie kann der Leasinggeber den Vertrag kündigen?
  3. Welche Alternative gibt es zur Kündigung des Leasingvertrags?

Leasing als Alternative zum Autokauf

Das Leasen eines Autos ist eine beliebte Alternative zum Neuwagenkauf, denn es bietet einige Vorteile: Eine hohe Anschaffungsinvestition ist nicht notwendig und die monatlichen Raten sind meistens überschaubar. Problematisch kann es allerdings dann werden, wenn sich die persönliche Lebenssituation während der Laufzeit eines Leasingvertrags ändert. Durch eine Erkrankung, eine Scheidung oder Arbeitslosigkeit kann es passieren, dass die Leasingraten nicht mehr aufgebracht werden können oder das Auto nicht mehr benötigt wird. Die Möglichkeiten, einen Leasingvertrag zu kündigen, sind allerdings sehr begrenzt.

Die Kündigung eines Kfz-Leasingvertrags durch den Leasingnehmer

Eine Kündigung des Leasingvertrags ist in der Regel während der vertraglich vereinbarten Grundmietzeit nicht möglich und auch gesetzlich nicht vorgesehen. Da die monatlichen Raten durch den Leasinggeber aufgrund der  Vertragslaufzeit ermittelt worden sind, würde dieser bei einer möglichen vorzeitigen Kündigung einen finanziellen Verlust erleiden. Gegen einen höheren monatlichen Betrag bieten einige Leasinggeber allerdings an, ein Kündigungsrecht in den Vertrag aufzunehmen. Üblicherweise wird dies aber erst nach einer vierzigprozentigen Vertragserfüllung der Fall sein, da es ansonsten zu Problemen mit dem Finanzamt führen kann, das den Vertrag unter Umständen dann als nachteiligen Mietkauf einstuft. Beim Mietkauf geht das KFZ nach Bezahlung der Raten in das Eigentum des Käufers über, während es beim Leasing Eigentum des Leasinggebers bleibt. Steuerlich hat der Mietkauf daher die Erhebung einer Umsatzsteuer auf die Raten zur Folge. Eine außerordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn sich die Grundlage des Vertrags geändert hat. Dies ist in folgenden Situationen der Fall:

  • Das Fahrzeug hat einen Totalschaden erlitten und eine Reparatur ohne Restmängel ist daher nicht möglich.
  • Das Fahrzeug wurde gestohlen und nicht wieder oder nur mit Totalschaden aufgefunden.
  • Der Leasingnehmer ist verstorben. Die Erben können den Vertrag in diesem Fall innerhalb der gesetzlichen Frist von einem Monat nach Kenntnisnahme des Todes gemäß § 580 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) kündigen.

Im Normalfall sind für diese Fälle jedoch häufig Schadensersatzzahlungen und Gebühren im Vertrag vereinbart worden, die die Kündigung zu einer teuren Angelegenheit werden lassen. Im schlimmsten Fall können die Kosten sogar so hoch sein, wie die noch ausstehenden Raten. Wenn die Kündigung aus den genannten Gründen möglich ist und sich dennoch finanziell lohnt, solltest du dem Vertragspartner deinen Kündigungswillen schriftlich mitteilen und am besten per Einschreiben mit der Post versenden. Nur dann kannst du die erfolgreiche Zustellung im Zweifelsfall beweisen. Das Kündigungsschreiben muss folgende Angaben enthalten:

  • deinen vollständigen Name
  • deine komplette Adresse
  • deine Kunden- und die Vertragsnummer
  • den Kündigungstermin
  • den Kündigungsgrund

Die Kündigung durch den Leasinggeber

Auch der Leasinggeber kann den Kfz-Leasingvertrag nicht ohne Weiteres kündigen, sondern muss hierfür einen wichtigen Grund angeben. Dieser besteht beispielsweise unter folgenden Bedingungen:

  • Der Leasingnehmer kommt seinen Zahlungen nicht nach und ist mindestens zwei Leasingraten im Verzug.
  • Die Rechte des Leasingnehmers werden durch den Leasinggeber verletzt, zum Beispiel durch unerlaubte Überlassung des Fahrzeugs an einen Dritten oder die nicht sachgerechte Nutzung.
  • Der Leasingnehmer hat bei Vertragsabschluss wichtige Tatsachen verschwiegen oder unwahr behauptet, die hierfür relevant waren, wie zum Beispiel die Kreditwürdigkeit.

Die Alternative zur Kündigung: Die Leasingübernahme

Wenn der Leasingvertrag zur finanziellen Belastung wird, muss die Kündigung nicht immer die erste Wahl sein, zumal es nicht so einfach ist, aus dem laufenden Vertrag auszusteigen.

Leasingübernahme - was genau bedeutet das?

Besser ist es in den meisten Fällen, den Leasingvertrag an eine dritte Person abzugeben. Der neue Vertragseigentümer zahlt dann nach der Übergabe des Kfz die monatlichen Raten bis zum Vertragsende weiter. Für den neuen Leasingnehmer ergibt sich daraus ein Vorteil: Er übernimmt einen Vertrag, dessen Laufzeit kürzer als üblich ist. Falls du in deinem Bekannten- oder Kollegenkreis niemanden kennst, der deinen Leasingvertrag übernehmen kann, findest du im Internet zahlreiche Leasingbörsen, auf denen du deinen Vertrag anbieten kannst. Auch einige Autohändler kaufen Leasingverträge auf.

Das ist bei einer Leasingübernahme wichtig

Für eine Übernahme des Leasingvertrags ist die schriftliche Zustimmung durch den Leasinggeber oder das beteiligte Bankunternehmen notwendig. Für den dabei entstehenden Verwaltungsaufwand verlangen diese häufig eine Gebühr. Du solltest bei dieser Variante außerdem darauf achten, dass dein Name aus allen Leasingdokumenten getilgt wird. Damit verhinderst du, dass Forderungen gegen dich geltend gemacht werden, wenn der neue Leasingnehmer seinen Zahlungen nicht nachkommt. Ideal ist es, wenn du eine schriftliche Vereinbarung mit dem neuen Leasingnehmer triffst. Diese sollte folgende Punkte enthalten:
  • Befreiung von einer Haftung für den Restwert
  • gegebenenfalls der Betrag bereits geleisteter Zahlungen, der dir durch den Neuleasingnehmer erstattet wird
  • Zustand des Fahrzeugs mit der Auflistung vorhandener Schäden
Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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