Minijob kündigen

Rechte und Pflichten eines Minijobbers bei einer Kündigung

  1. Wie kündigt man einen Minijob?
  2. Was ist bei einer außerordentlichen Kündigung zu beachten?
  3. Wie funktioniert ein Aufhebungsvertrag als Kündigungsalternative?

Rechte und Pflichten von Minijobbern

Viele Menschen nutzen die Gelegenheit zu einem Nebenverdienst, z.B. um neben der Kindererziehung etwas Geld zu verdienen. Dabei wird immer dann von einem Minijob gesprochen, wenn der Verdienst maximal 450 Euro pro Monat beträgt. Grundsätzlich haben Minijobber die gleichen Rechte und Pflichten, die für Angestellte in Vollzeit gelten. Diese betreffen beispielsweise Urlaub, Krankheit, Sonderzahlungen und Kündigung.

Bei einer Nebentätigkeit wie dem Minijob kann es natürlich vorkommen, dass die Wege von Arbeitnehmer und Arbeitgeber auseinandergehen. Wenn du als Arbeitnehmer kündigen möchtest, gilt es, ein formell korrektes und rechtswirksames Kündigungsschreiben zu verfassen.

Einen Minijob ordentlich kündigen

Du als Arbeitnehmer hast jederzeit die Möglichkeit, deinen Minijob fristgemäß zu kündigen. Dabei musst du die Kündigungsfristen, die sich aus dem § 622 BGB ergeben, einhalten. Abweichende Fristen können sich aus dem Arbeits- oder Tarifvertrag ergeben. Hierbei dürfen allerdings zum Schutz des Arbeitnehmers die gesetzlichen Kündigungsfristen nicht unterschritten werden. Damit wird umgangen, dass besonders kurzer Fristen vereinbart werden. Bei längeren Kündigungsfristen gilt hingegen die Einschränkung, dass alles, was für den Arbeitgeber gilt, auch für den Arbeitnehmer vereinbart werden muss. Somit sind längere Fristen nur gesetzmäßig, wenn sie für beide Parteien gelten. Falls keine individuellen Vereinbarungen getroffen wurden, kannst du bis vier Wochen vor deinem letzten Arbeitstag zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats kündigen.

Beispiel: Du hast deinen Minijob am 01. September 2015 begonnen und möchtest zum 01. April 2016 kündigen. In diesem Fall muss deine Kündigung spätestens bis zum 31. Februar bei deinem Arbeitgeber eingegangen sein.

Die Form einer ordentlichen Kündigung

Wenn du deinen Minijob kündigen möchtest, musst du die Schriftform einhalten. Dabei sollte die Kündigung die folgenden Informationen enthalten:

  • die Adresse deines Arbeitgebers,
  • deine Anschrift,
  • das aktuelle Datum,
  • einen aussagekräftigen Betreff (zum Beispiel "Kündigung meines Arbeitsvertrages"),
  • die Willenserklärung, dass du kündigen möchtest,
  • das gewünschte Enddatum der Beschäftigung.

Falls du dir mit dem Enddatum nicht sicher bist, kannst du auch einfach die Formulierung "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" hinzufügen. Zudem hat jeder Arbeitnehmer nach dem Arbeitsrecht einen Anspruch auf ein  Arbeitszeugnis. Auch dieses solltest du gleich im Kündigungsschreiben erbeten.

Es ist wichtig, dass du die auf Papier verfasste Kündigung handschriftlich unterschreibst. Ein Kündigungsschreiben, das per E-Mail, Fax oder gar per SMS erfolgt, ist bei Arbeitsverträgen nicht gültig.

Du solltest auch um eine schriftliche Bestätigung deiner Kündigung bitten. So hast du die Sicherheit, dass dein Arbeitgeber die Kündigung erhalten hat und diese auch ordnungsgemäß sowie wirksam ist.

Im besten Fall gibst du die Kündigung persönlich bei deinem Vorgesetzten oder in der Personalabteilung ab. Wenn eine persönliche Übergabe nicht möglich ist, wird die  Zustellung per Einschreiben empfohlen. Durch die Sendungsverfolgung verfügst du über den Beweis, dass die Kündigung deinem Arbeitgeber rechtzeitig zugegangen ist.

Verlängerung der Frist für den Arbeitgeber

Je nachdem, wie lange du deinen Minijob im Unternehmen bereits ausübst, kann sich die Kündigungsfrist für deinen Arbeitgeber verlängern. Wenn du beispielsweise bereits zwei Jahre dort arbeitest, kann dich dein Arbeitgeber nur noch zum Monatsende kündigen. Nach fünf Jahren Betriebszugehörigkeit beträgt die Frist zwei Monate, nach acht Jahren drei Monate, nach zehn Jahren vier Monate usw. Nach 20 Jahren in einem Betrieb muss dein Arbeitgeber eine Frist von sieben Monaten einhalten. Für den Arbeitnehmer bleiben die Fristen dabei stets unverändert.

Die Kündigung des Minijobs ohne Einhaltung von Fristen

Einen Minijob können du und dein Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen ohne jegliche Einhaltung von Fristen kündigen. Wenn du außerordentlich kündigst oder außerordentlich gekündigt wirst, muss ein wichtiger Grund vorliegen, wegen dem die weitere Fortführung des Arbeitsverhältnisses für beide Parteien unzumutbare wäre. Der Grund muss dabei nicht im Kündigungsschreiben genannt werden. Wenn der Gekündigte diesen jedoch erfahren möchte, muss ihm der Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitgeteilt werden.

Die Kündigung ist nur aus "wichtigen Grund" möglich und er muss dazu führen, dass eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses für den Arbeitnehmer bzw. Arbeitgeber unzumutbar ist. Ein solches  Sonderkündigungsrecht steht dir beispielsweise zu, wenn

  • das Gehalt nicht pünktlich oder gar nicht gezahlt wird,
  • du als Arbeitnehmer gefährdet bist und nichts dagegen unternommen wird (zum Beispiel, wenn du in einer gesundheitsgefährdenden Umgebung arbeiten musst) oder
  • du gemobbt wirst und der Arbeitgeber nichts dagegen unternimmt.

Beachte hierbei, dass beim Vorliegen eines solchen Grundes vor der fristlosen Kündigung eine Abmahnung erfolgen muss.

Die Alternative zur Kündigung des Minijobs - Der Aufhebungsvertrag

Neben einer Kündigung gibt es auch die  Möglichkeit des Aufhebungsvertrags, um ein Beschäftigungsverhältnis auf Minijob-Basis zu beenden. Hierfür ist das Einverständnis beider Vertragsparteien notwendig.

Diese Option ist vor allem dann interessant, wenn beispielsweise die Einhaltung der Kündigungsfrist nicht mehr möglich ist. Ebenso kannst du mit Hilfe eines Aufhebungsvertrags schneller aus dem Minijob herauskommen, um eine neue Beschäftigung anzufangen.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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