Kündigung in der Probezeit

Geltende Regelungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

  1. Die Fristen einer ordentlichen Kündigung innerhalb der Probezeit
  2. Die fristlose Entlassung in der Probezeit
  3. Kündigungsschutz innerhalb der Probezeit

Die Probezeit als Kennlernphase

Ähnlich wie beim Führerschein gibt es auch in der Arbeitswelt eine Probezeit. In dieser können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer kennenlernen und sich einen Eindruck voneinander verschaffen. In der Regel wird der Arbeitnehmer auch darüber hinaus weiterbeschäftigt. Wenn die Phase allerdings mit Problemen behaftet ist, kann es zu einer Kündigung während der Probezeit kommen.

Die Probezeit muss gemäß § 622 Absatz 3 BGB im Arbeitsvertrag festgehalten werden, sofern diese für den Arbeitnehmer bestehen soll. Natürlich kann ein Arbeitnehmer einen neuen Mitarbeiter auch ohne Bewährungsphase anstellen. Die maximale Dauer für die Probezeit beträgt sechs Monate. Alles, was über diese Regelung hinausgeht, ist rechtlich unwirksam und es greifen automatisch die allgemeinen Kündigungsvorschriften des Arbeitsrechts. Hiernach gilt eine Kündigungsfrist vier Wochen zum Monatsende oder zum 15. eines Monats.

Die Fristen einer ordentlichen Kündigung innerhalb der Probezeit

Innerhalb der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis jederzeit innerhalb von zwei Wochen beendet werden. Tarifvertraglich kann jedoch etwas anderes vereinbart werden. Diese Frist besteht für die gesamte Probezeit, weswegen dem Arbeitnehmer auch am letzten Tag dieser Bewährungsphase eine Kündigung mit der Zweiwochenfrist ausgesprochen werden kann. Im Arbeitsvertrag kann auch eine längere Kündigungsfrist vereinbart werden. Eine kürzere Frist ist jedoch laut Gesetz unwirksam. Ausnahme hierzu ist der Tarifvertrag, für welchen nach § 622 Absatz 4 BGB kürzere Fristen, auch während der Probezeit, statthaft sind.

Die fristlose Entlassung in der Probezeit

Wie auch bei einem normalen Arbeitsverhältnis gibt es innerhalb der Probezeit die Möglichkeit, eine außerordentliche Kündigung auszusprechen. Dieses Instrument des Arbeitsrechts greift immer, sobald ein schwerwiegender Vertrauensbruch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorliegt. Alle Regelungen hierzu finden sich im § 626 BGB. Ein solcher Bruch liegt zum Beispiel vor, wenn ein Arbeitnehmer Firmeneigentum entwendet. Dann ist das Festhalten am Arbeitsvertrag für den Arbeitgeber nicht mehr zumutbar und er darf den Arbeitsvertrag mit sofortiger Wirkung beenden -den Arbeitnehmer also fristlos aus dem Unternehmen entlassen.

Auch innerhalb der Probezeit muss jedoch

  • ein wichtiger Grund vorliegen,
  • und die Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen ab Kenntnis des Grundes ausgesprochen werden.

Kündigungsschutz innerhalb der Probezeit

Wenn du in der Probezeit bist, findet das Kündigungsschutzgesetz normalerweise keine Anwendung. Dieses Gesetz greift erst, wenn das Arbeitsverhältnis sechs Monate (also die Höchstdauer der Probezeit) besteht. Eine Kündigung vor Ablauf dieser sechs Monate kann folglich nicht nach ihrer sozialen Rechtfertigung beurteilt werden.

Dennoch muss der Arbeitgeber bestimmte Voraussetzungen bei einer Kündigung in der Probezeit beachten:

  • Wird die Kündigung innerhalb der sogenannten Unzeit ausgesprochen, ist diese unwirksam. Die Unzeit ist hierbei beispielsweise der Tag vor der Beerdigung eines verstorbenen Familienmitgliedes. Der Arbeitnehmer ist in einer solchen Situation herausragenden Belastungen ausgesetzt, durch welche eine besondere Rücksichtnahme erforderlich ist.
  • Alle Kündigungen, welche aufgrund der sexuellen Orientierung oder gewerkschaftlicher und politischer Tätigkeiten erfolgen, sind unwirksam.
  • Falls es einen Betriebsrat im Unternehmen gibt, muss dieser darüber informiert werden, dass der Arbeitnehmer gekündigt werden soll. Erfolgt dies nicht, ist die Kündigung nicht rechtmäßig.
  • Darüber hinaus gibt es Sonderfälle (Schwangere, Schwerbehinderte, Auszubildende), für die Ausnahmeregelungen existieren, da sie einen besonderen Schutz benötigen. Eine Kündigung innerhalb der Probezeit kann bei diesen Personengruppen nur aus einem besonders schwerwiegenden Grund wirksam sein.

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Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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