Der richtige Stromvergleich

So findest du den günstigsten Stromtarif!


Der Strommarkt in Deutschland

Auf dem deutschen Strommarkt herrscht ein starker Konkurrenzkampf, denn es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Stromanbietern, die mit verschiedenen Tarifen, Angeboten und Bonuszahlungen um Kunden werben. Als Verbraucher kann man da schnell den Überblick verlieren. Dies sollte einen aber nicht von einem Stromvergleich abhalten. Denn mit diesem lässt sich der richtige Stromanbieter für sich finden und einiges an Geld sparen.


Spare kräftig durch einen Anbieterwechsel

Wer kennt das nicht: Du öffnest deine Stromabrechnung und ärgerst dich über die hohen Beiträge. Dabei muss das nicht sein, denn jeder Verbraucher hat das Recht auf die freie Wahl seines Stromversorgers. Durch den Wechsel deines Stromanbieters kannst du oftmals viel Geld sparen. Doch bevor du einen Stromwechsel durchführst, solltest du dich natürlich über die aktuelle Lage am Markt informieren und die Strompreise miteinander vergleichen. Dadurch erfährst du, welcher Stromanbieter die besten Konditionen für dich hat.

Wann sollte man vergleichen und für wen lohnt es sich?

Ein Stromvergleich zahlt sich immer aus, insbesondere wenn du noch beim Grundversorger deiner Region bist oder du bereits seit mehreren Jahren denselben Stromtarif hast. Außerdem empfiehlt sich ein Vergleich, wenn das Ende deiner Mindestvertragslaufzeit naht. Nach dieser steigen nämlich oftmals die kWh-Preise bzw. profitierst du von keinen Bonuszahlungen mehr, wodurch du mit einem anderen Tarif in der Regel sparen kannst. Daher ist es grundsätzlich für jeden sinnvoll, die einzelnen Stromanbieter in regelmäßigen Abständen (ca. einmal pro Jahr) miteinander zu vergleichen. Hierdurch kannst du im Laufe der Zeit viel Geld sparen. Sinnvoll ist ein Strompreisvergleich auch, wenn das Ende deiner Mindestvertragslaufzeit naht. Dann erhöhen meist viele Anbieter ihre Preise bzw. profitierst du nicht mehr von Boni und Rabatten.

Was du bei einem Stromvergleich berücksichtigen solltest?

Wenn du einen Strompreisvergleich durchführen möchtest, solltest du auf einige Punkte achten:


Achte auf die Vertragslaufzeit!

Die meisten Verträge habe eine Mindestvertragslaufzeit von 12 oder 24 Monaten. Dies hat bestimmte Vorteile, da hier häufig Bonuszahlungen und Preisgarantien gewährt werden. Wer flexibler sein und sich die Option eines schnellen Vertragswechsels offen halten möchte, der sollte auf ein monatliches Kündigungsrecht achten.


Am Teuersten ist die Grundversorgung

Wer sich nicht selbst um seinen Stromanbieter kümmert, bekommt automatisch den Grundversorgungstarif. Dieser hat zwar zum Vorteil, dass er jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen zum Monatsende kündbar ist. Dennoch ist dies meist die teuerste Variante. Eine Grundversorgung ist nur dann sinnvoll, wenn die Immobilie selten genutzt wird, wie dies beispielsweise bei Garagen oder Wochenendhäusern der Fall ist. Dort greift die im Grundversorgungstarif enthaltene Bestabrechnung. Diese garantiert dem Kunden, dass er nach dem günstigsten Tarif abgerechnet wird - die Festlegung geschieht folglich rückwirkend.


Sind Preisgarantien und Neukundenboni sinnvoll?

Viele Stromanbieter werben mit einer Preisgarantie und einem Neukundenbonus. Aber sind diese Optionen für die Endverbraucher sinnvoll? Mit einer Preisgarantie wird der Strompreis für einen vereinbarten Zeitraum gesichert. Jedoch handelt es sich in der Regel nur um einen eingeschränkt garantierten Strompreis, weil Steuererhöhungen und Veränderungen der EEG-Umlage meist ausgeschlossen werden. Somit wird lediglich ein Teil des gesamten Strompreises garantiert. Wenn ein Neukundenbonus gewährt wird, solltest du auf die Mindestlaufzeit des Stromvertrages achten. Oftmals gibt es diesen Bonus nur bei einer festen Laufzeit, weswegen du den Vertrag nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit wieder kündigen solltest. Im Anschluss an diese wird es nämlich meist teurer.


Vorsicht bei Billigstromanbietern

Seitdem die Strompreise kontinuierlich steigen, gelangen immer mehr Billigstromanbieter auf dem Markt. Auf den ersten Blick scheint man bei diesen auch tatsächlich viel zu sparen. Dennoch solltest du gerade hier genauer hinschauen und dir die AGB durchlesen. Demnach ist nicht nur der jeweilige Preis entscheidend, sondern ebenso die vertragliche Ausgestaltung. Bei den sogenannten Pakettarifen wird beispielsweise der Jahresverbrauch im Voraus gebucht, die Bezahlung erfolgt jedoch erst nach Abschluss der Jahresabrechnung. Hierbei solltest du unbedingt auf eine relativ genaue Einschätzung deines Stromverbrauchs achten, denn in der Regel erfolgt bei einem geringeren Verbrauch keine Erstattung. Wird der gebuchte Jahresverbrauch jedoch überschritten, kann es sein, dass die kWh deutlich teurer ist als bei anderen Stromanbietern.


Sollte man auch Ökostrom-Tarife in den Stromvergleich mit einbeziehen?

Der konventionelle Strom wird aus der Verbrennung fossiler Energieträger wie Stein- oder Braunkohle sowie aus Atomkraftwerken gewonnen. Ökostrom bedeutet hingegen, dass der Strom möglichst umweltverträglich aus regenerativen Energieträgern wie Wasser-, Wind- oder Solarkraft gewonnen wird. Ebenso werden Biogasanlagen immer weiter ausgebaut und für eine flächendeckende Nutzung vorbereitet. Damit tragen die Anbieter von Ökostrom wesentlich zum Ausstieg aus der Atomenergie bei, was sich positiv auf die zukünftige Entwicklung des Strommarktes auswirken kann.

Bei einem Vergleich der einzelnen Stromversorger werden auch Ökostrom-Tarife mit einbezogen. Wer sich für diese Alternative entscheidet, erhält seinen Strom natürlich aus derselben Leitung wie sein Nachbar, der sich für die konventionelle Stromversorgung entschieden hat. Bei der Wahl eines Ökostrom-Tarifs ist es ebenfalls sinnvoll, auf feste Zugaben des Stromanbieters zu achten. Diese richten sich auf die Errichtung neuer Erzeugungsanlagen für Ökostrom. Auf Wunsch kannst du dir bei einem Stromvergleich auch nur die Angebote für Ökostrom anzeigen lassen.


Welche Zahlweise sollte man wählen?

Es empfiehlt sich, eine monatliche Zahlweise zu wählen. Denn eine jährliche Abschlagszahlung birgt die Gefahr, dass im Falle einer Insolvenz des Stromanbieters dem Kunden seine bereits geleisteten Zahlungen für das laufende Jahr verloren gehen. Dann hast du als Stromkunde nur eine sehr geringe Chance, das Geld wiederzubekommen. Dieses Risiko entfällt, wenn du dich für einen monatlichen Abschlag entscheidest.

Was bringt mir ein solcher Vergleich?

Für einen Stromvergleich sprechen vor allem diese vier Vorteile:

  • Du kannst jährlich bis zu einigen hundert Euro sparen.
  • Ein Stromvergleich birgt keine Kosten und kann schnell und bequem online durchgeführt werden.
  • Der Wechsel des Stromanbieters kann ebenso ohne viel Aufwand online erledigt werden.
  • Durch einen Stromvergleich behältst du den Überblick am Markt der Strompreise und sicherst dir den besten Tarif.

Wie funktioniert ein solcher Vergleich?

In der Regel ist ein Stromvergleich mit einem Vergleichsrechner in nur wenigen Schritten durchführbar:

  • Du gibst deine Postleitzahl und deinen Stromverbrauch (in kWh) ein.
  • Optional kannst du einige Kriterien wie Ökostrom, Neukundenbonus oder Preisgarantie auswählen, wonach die Ergebnisse gefiltert werden.
  • Aus den Ergebnissen wählst du den für dich passenden Tarif aus.
  • Im Anschluss kannst du deinen Stromanbieter wechseln und den neuen Anbieter mit der Kündigung deines alten Vertrages beauftragen (lese hierzu den nächsten Abschnitt).

Wie geht es nach dem Stromvergleich weiter?

Nachdem du die Stromanbieter nach deinen Kriterien miteinander verglichen hast, solltest du auch direkt wechseln. Nachdem der Vertrag abgeschlossen wurde, musst du nur noch auf die Bestätigung beider Anbieter warten. Im Bestätigungsschreiben bekommst du auch das Datum, zu wann der Wechsel durchgeführt wird, mitgeteilt. Am Tag des Wechsels ist dann lediglich das Ablesen des aktuellen Zählerstandes erforderlich.

Die Kündigung deines alten Stromvertrages wird normalerweise vom neuen Lieferanten übernommen. Dieser sollte deshalb deine Beauftragung rechtzeitig vorliegen haben. Falls du einen Stromvertrag hast, der eine automatische Verlängerung um ein Jahr vorsieht und du den Stromvergleich relativ spät durchgeführt hast, solltest du sicherheitshalber eine eigene Kündigung verschicken. Dies kannst du schnell und bequem online mit unseren anwaltlich geprüften Kündigungsschreiben erledigen.

Wenn du dein Sonderkündigungsrecht beim alten Stromanbieter aufgrund einer Preiserhöhung in Anspruch nimmst, musst du die Kündigung in jedem Fall selbst durchführen. Von diesem außerordentlichen Kündigungsrecht kannst du grundsätzlich bei jeder Preisanpassung Gebrauch machen. Es kann jedoch sein, dass dein Anbieter Preiserhöhungen auf Basis von staatlichen Vorgaben oder einer veränderten EEG-Umlage vom Sonderkündigungsrecht ausschließt. Dies solltest du vor dem Schreiben der Kündigung prüfen.



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Jonas Franke
Heike Jestram
Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können viele Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewinnen.