Fondsgebundene Rentenversicherung kündigen

Wann ist eine Kündigung sinnvoll und welche Alternativen gibt es?

  1. Was ist eine fondsgebundene Rentenversicherung?
  2. Was muss beim Kündigen einer fondsgebundenen Rentenversicherung beachtet werden?
  3. Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?

Kündigung einer fondsgebundenen Rentenversicherung

Seitdem die gesetzliche Rente regelmäßig auf dem Prüfstand steht, sichern sich viele Menschen zusätzlich ab, zum Beispiel mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung. Diese hat einige Vor-, aber auch Nachteile. So hängt beispielsweise die Rendite von der Entwicklung des Finanzmarktes ab. Bleibt die Rendite hinter den Erwartungen zurück oder können die Beiträge nicht mehr erbracht werden, wird häufig eine Kündigung des Vertrags in Erwägung gezogen. Das ist jedoch nicht immer empfehlenswert, weil die ausgezahlte Versicherungssumme dabei unter Umständen durch hohe Verwaltungskosten minimiert wird. Vor der Kündigung der fondsgebundenen Rentenversicherung lohnt es sich daher, Alternativen zu prüfen.

Was ist eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Die fondsgebundene Rentenversicherung ist ein Baustein der privaten Altersvorsorge. Es handelt sich hier streng genommen um eine kapitalbildendende Lebensversicherung, bei der die zu erwartende Versicherungssumme von vertraglich vereinbarten Fondsanteilen abhängt. Der Versicherungsnehmer zahlt monatliche Beiträge in einer vorher festgelegten Höhe, mit denen Anteile an Renten-, Aktien- oder Immobilienfonds gekauft werden. An deren Entwicklung ist der Wert der Rentenversicherung gebunden.

Wann lohnt sich der Abschluss einer fondsgebundenen Rentenversicherung?

Die fondsgebundene Rentenversicherung kann für risikobewusste Personen eine sinnvolle Möglichkeit der privaten Absicherung sein. Idealerweise wird diese Versicherungsart im jungen Lebensalter abgeschlossen, da Schwankungen am Finanzmarkt über einen langen Zeitraum besser ausgeglichen werden können. Experten empfehlen allerdings die Kombination verschiedener Absicherungsmöglichkeiten.

Vorteile der fondsgebundenen Lebensversicherung

Mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung sind einige Vorteile verbunden:
  • es können höhere Renditen erzielt werden, als mit klassischen Rentenversicherungen
  • es kann ein Hinterbliebenenschutz vereinbart werden; Angehörige erhalten dann nach dem Tod des Versicherungsnehmers eine feste Summe oder eine Rente für einen im Vertrag vereinbarten Zeitraum
  • es kann eine Berufsunfähigkeitsrente vereinbart werden
  • fondsgebundene Renten sind steuerlich begünstigt, sofern der Vertrag bis zum Renteneintritt läuft und die Beiträge bis zum Schluss gezahlt werden
  • es gibt ein Kapitalwahlrecht, durch welches die gesamte Versicherungssumme auf einen Schlag ausgezahlt werden kann

Nachteile der fondsgebundenen Lebensversicherung

Da der Finanzmarkt unberechenbar ist, übernehmen die Versicherungen in der Regel keine Garantie für die zukünftige Rentenhöhe. Außerdem gehen fondsgebundene Lebensversicherungen häufig mit sehr hohen Abschlusskosten einher. In den ersten Versicherungsjahren werden diese meistens von den Beiträgen abgezogen, sodass nur ein Teil der eingezahlten Monatsbeträge in den Fonds fließt. Unter Umständen werden zusätzlich Verwaltungskosten und Fonds-Managementkosten fällig. Bei Neuverträgen ab 2005 muss die Hälfte der Versicherungssumme gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG (Einkommenssteuergesetz) nach Ablauf des Versicherungszeitraums versteuert werden. Versicherungsnehmer, die einen sogenannten Altvertrag bereits vor 2005 abgeschlossen haben, brauchen die Rente unter bestimmten Voraussetzungen nicht zu versteuern: Der Vertrag muss nach dem 60. Geburtstag auslaufen und muss für mindestens zwölf Jahre gelaufen sein.

Garantiefonds

Bei einem sehr schwachen Fondsmarkt kann es zu einem Teilverlust der eingezahlten Beiträge kommen, wenn der Versicherer die Anlage in einem Garantiefonds nicht vorgesehen hat. In diesem Fall garantieren einige Versicherungsunternehmen entweder die Rückzahlung der gesamten eingezahlten Beiträge, in der Zwischenzeit erreichte, vereinbarte Höchstsummen oder einen Prozentsatz des gesamten Anlagebetrags. Leider sind die Produkte mit einem Garantiefonds häufig sehr komplex und bergen höhere Kosten für den Versicherungsnehmer - ein Grund, warum sie von Verbraucherschützern kritisiert werden. Ein Verlustrisiko besteht zudem trotz der Garantie, weil es sich nicht um eine gesetzliche oder staatliche Garantie handelt, wie zum Beispiel bei der Einlagensicherung von Sparkonten.

Was muss beim Kündigen einer fondsgebundenen Rentenversicherung beachtet werden?

Die Kündigung einer fondsgebundenen Rentenversicherung ist mit einigen Nachteilen verbunden und sollte daher wohlüberlegt sein. Ist die Kündigung unumgänglich, gibt es einige wichtige Kriterien zu beachten.

Diese Aspekte sind bei der Kündigung zu beachten

  • Kündigungsfrist: Diese kann je nach Vertrag zwischen vier Wochen und zu drei Monaten liegen.
  • Laufzeit: Der Rückkaufswert der Versicherung ist höher, je länger die Laufzeit des Vertrags bereits andauert.
  • Rückkaufswert: Als Faustregel gilt, dass der Rückkaufswert vor Ablauf der Versicherung immer geringer ist, als die eingezahlten Beiträge. Das hat insbesondere mit den Verwaltungskosten und der Steuer zu tun.
  • Steuer: Bei vorzeitiger Kündigung der fondsgebundenen Rentenversicherung wird eine Abgeltungssteuer für die ausgezahlte Summe fällig; eine steuerfreie Auszahlung des Rückkaufswertes ist erst nach einer zwölfjährigen Vertragsdauer möglich.
  • Verwaltungskosten: Vor allem in den ersten Vertragsjahren können die Abschluss- und Tilgungskosten fast die gesamte Versicherungssumme ausmachen, sodass im schlimmsten Fall gar kein Geld ausgezahlt wird.
  • Marktwert: Der aktuelle Marktwert des Fonds ist für die Höhe der ausgezahlten Summe mit entscheidend.
  • Hinterbliebenen- oder Berufsunfähigkeitsschutz: Wenn im Versicherungsvertrag eine oder beide Zusatzleistungen vereinbart worden sind, enden diese mit der Kündigung.

So kann die fondsgebundene Rentenversicherung gekündigt werden

Hast du dich trotz der Nachteile entschieden, die Rentenversicherung zu kündigen, ist in der Regel ein formloses Schreiben an das Versicherungsunternehmen ausreichend. Dieses sollte allerdings folgende Angaben enthalten, damit der Versicherer das Kündigungsschreiben dem Vertrag zuordnen und die Kündigung problemlos vonstattengehen kann:
  • Name und Anschrift des Versicherungsunternehmens
  • Name und Anschrift des Versicherungsnehmers
  • Datum des Kündigungsschreibens
  • Vertrags- oder Versicherungsnummer
  • Kunden- beziehungsweise Versichertennummer
  • Kündigungstext
  • Bitte um Bestätigung der Kündigung
  • deine Unterschrift
Das Kündigungsschreiben verschickst du am besten entweder per Fax oder per Einschreiben, denn dann kannst du den fristgemäßen Zugang beim Versicherer im Zweifelsfall beweisen. Hast du noch ausreichend Zeit, bevor die Kündigungsfrist ausläuft, kannst du das Schreiben auch per E-Mail versenden. Achte dann aber darauf, dass du vor Ablauf der Frist eine Kündigungsbestätigung erhalten hast.

Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?

An Stelle einer Kündigung können Alternativen sinnvoll sein, um zu große Verluste zu vermeiden:

Beitragsfreistellung: Auf Antrag ist eine Freistellung von der monatlichen Beitragszahlung möglich, sofern eine beitragsfreie Mindestversicherungssumme angespart wurde. Die Verwaltungskosten laufen in der beitragsfreien Zeit allerdings weiter und mindern die Erträge aus dem Fonds. Der vereinbarte Risikoschutz verringert sich bei vereinbarter Beitragsfreistellung.

Verkürzung der Laufzeit: Unter Umständen lohnt sich die Frage nach einer Laufzeitverkürzung, wobei Versicherer hierzu nicht verpflichtet sind. Die Laufzeitverkürzung hat den Vorteil, dass es keine steuerlichen Nachteile gibt und das Versicherungsunternehmen keinen Stornoabzug vornimmt. Der Hinterbliebenen- oder Berufsunfähigkeitsschutz verringert sich bei einer Verkürzung der Laufzeit oder fällt je nach Vertrag sogar ganz weg.

Verkauf: Bei einem Verkauf der fondsgebundenen Rentenversicherung an private Personen oder Versicherungsankäufer fallen keine Stornogebühren an. Der Käufer übernimmt die gleichen Konditionen und führt den Vertrag weiter. In diesem Fall bleibt im besten Fall sogar der Risikoschutz erhalten, wenn der Käufer den Vertrag fortsetzt. Von der ausgezahlten Summe zieht der Ankäufer jedoch in der Regel den Kaufpreis der Versicherungspolice, seine bis zum Eintritt des Risikos gezahlten Beiträge sowie Zinsen und eine Bearbeitungsgebühr ab. Einen Anspruch auf die Fortführung des Vertrags durch den Ankäufer hat der Verkäufer nicht. Der Käufer kann diesen auch weiterverkaufen oder kündigen. Vor dem Verkauf solltest du verschiedene Angebote prüfen. Außerdem ist es ratsam, den Vertrag nur an einen seriösen Anbieter zu veräußern. Diesen erkennst du daran, dass er Mitglied im Bundesverband Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) ist.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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