Eine Immobilie mit einem Bausparvertrag finanzieren

Vorher steht der Vergleich von Anbietern und Konditionen

Wenn du zur Finanzierung einer Immobilie einen Bausparvertrag abschließen möchtest, solltest du vorher einen Vergleich der Anbieter und Tarife durchführen. Nur dann kannst du sicher sein, die besten Leistungen zu erhalten. Lies unseren Ratgeber und erfahre, was das Bausparen ist und worauf es bei einem Anbietervergleich ankommt.

  1. Einen Bausparvertrag abschließen - Das solltest vor dem Vergleich der Angebote wissen
  2. Bausparvertrag - Diese Faktoren sind beim Vergleich der Bausparkassen auch wichtig

Das Bausparen ist eine gute Möglichkeit, um genügend Kapital für das eigene Haus oder die Eigentumswohnung zusammenzubekommen. Es handelt sich hierbei um eine besondere Sparform, die meistens durch spezielle Bausparkassen angeboten wird und in der Regel aus einem Sparplan und der Gewährung eines Darlehens für die Immobilienfinanzierung besteht. Um den Überblick im Dschungel der Tarife zu behalten, lohnt sich vor dem Abschluss von einem Bausparvertrag unbedingt ein Vergleich. In unserem Ratgeber kannst du dich darüber informieren, welche Faktoren dabei wichtig sind.

Einen Bausparvertrag abschließen - Das solltest vor dem Vergleich der Angebote wissen

Mit einem Bausparvertrag kannst du den Kauf oder den Bau einer Immobilie finanzieren. Bei dessen Abschluss vereinbarst du mit der Bausparkasse die Summe, die insgesamt erreicht werden soll. Das typische Bausparen besteht dann aus zwei Phasen, und zwar der Anspar- und der Darlehensphase.

Die Ansparphase

Bei der Ansparphase zahlst du regelmäßig einen im Vertrag vereinbarten Betrag auf dein Bausparkonto ein, bis du etwa vierzig oder fünfzig Prozent der gesamten Bausparsumme erreicht sind. Welche Prozentzahl hier angesetzt wird, hängt von der Bausparkasse und vom Tarif ab. Wann die Ansparphase beendet wird, das heißt der prozentuale Betrag erreicht ist, hängt von folgenden Faktoren ab:

Die Höhe der Einzahlungen

Um die Mindestsparsumme zu erreichen, erwartet die Bausparkasse die Einzahlung eines Regelsparbetrags. Wie hoch dieser sein muss, hängt von den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) ab, die die Grundlage für jeden mit einer Bausparkasse abgeschlossenen Vertrag bilden. In der Gestaltung der ABB sind die Anbieter frei, so dass sich diese von Bausparkasse zu Bausparkasse unterscheiden können. Je nach Anbieter und Tarif kann der regelmäßige Beitrag zwischen 3 bis 10 Promille von der Bausparsumme liegen. Aufgrund der derzeitigen Zinsentwicklung drosseln einige Bausparkassen übrigens die Regelsparrate. Das bedeutet, dass du keine höheren Beträge als die vereinbarten einzahlen kannst.

Beispiel: Du hast eine Bausparsumme in Höhe von 100.000 Euro gewählt und die Regelsparrate beträgt 5 Promille. Die monatliche Sparsumme erfordert eine Mindestbesparung von 500 Euro. Gegebenfalls ist dies auch die maximale Summe.

Zu welchem Zeitpunkt du die Beiträge an die Bausparkasse zahlst, vereinbarst du mit dieser. Möglich ist die monatliche, die vierteljährliche, die halbjährliche und die jährliche Zahlung.

Die Guthabenzinsen

Bis vor einigen Jahren lagen die Zinsen bei einem Bausparvertrag im Vergleich zu anderen Sparformen meistens deutlich höher. Aus diesem Grund waren Bausparverträge bei Sparern auch besonders beliebt. Derzeit liegt der effektive Jahreszins etwa bei 1,5 Prozent im Jahr.

Hinweis: Hochverzinste Altverträge sind bei den Bausparern zwar beliebt, nicht aber bei den Bausparkassen. Deshalb versuchen einige daher, ihre Kunden loszuwerden und den Bausparvertrag zu kündigen. Nach Urteilen des Bundesgerichtshofs (BHG) ist das derzeit aber nur dann möglich, wenn die Bausparsumme bereits komplett angespart wurde oder wenn der Vertrag seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif ist, auch wenn die Bausparsumme noch nicht erreicht ist. Wenn du einen alten Vertrag hast und von deiner Bausparkasse gekündigt wirst, solltest du daher erst die aktuelle Gesetzeslage prüfen, bevor du der Kündigung zustimmst.

Vermögenswirksame Leistungen und staatliche Zulagen

Bei den vermögenswirksamen Leistungen (VL) handelt es sich um Geldleistungen, die einem Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber im Rahmen einer betrieblichen Vereinbarung, des Arbeits- oder eines Tarifvertrags gewährt werden. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es jedoch nicht. Wird das Bausparen durch die VL gefördert, werden vom Arbeitgeber derzeit maximal 40 Euro im Monat gezahlt. Die VL werden durch den Staat zusätzlich durch die Arbeitnehmersparzulage (ANSpZ) in Höhe von neun Prozent auf die Arbeitgeberleistungen gefördert, wenn der Sparer als Alleinstehender pro Jahr nicht mehr als 17.900 Euro verdient. Bei verheirateten Paaren beträgt die Höchstsumme zurzeit 35.800 Euro.

Hinweis: Für die vermögenswirksamen Leistungen sowie die Arbeitnehmersparzulage gilt eine Sperrfrist von sieben Jahren. Innerhalb dieser Zeit ab Vertragsabschluss darfst du das geförderte Guthaben nur für Vorhaben einsetzen, die mit dem Bau, dem Kauf, der Verbesserung oder der Erhaltung einer Immobilie zu tun haben. Nach Ablauf dieser Frist hast du die freie Entscheidung, wofür du das Bausparguthaben einsetzt. Bevor du für den Bausparvertrag einen Vergleich anstellst, lohnt es sich zu prüfen, ob vermögenswirksame Leistungen zu erwarten sind.

Wenn du alleinstehend bist und dein Jahreseinkommen 25.600 Euro (51.200 Euro bei Verheirateten) nicht übersteigt, hast du als Inhaber eines Bausparvertrags außerdem einen Anspruch auf eine Wohnungsbauprämie (WoP) in Höhe von 8,8 Prozent auf die maximal geförderte jährliche Sparleistung (bei Ledigen derzeit 512 Euro; bei verheirateten Paaren 1.024 Euro) Das bedeutet die jährliche Wohnungsbauprämie beträgt rund 45,06 beziehungsweise 90,11 Euro. Ein Bausparvertrag ist im Vergleich zu anderen Anlageformen durch die höheren Zinsen und die Fördermöglichkeiten häufig überlegen.

Die Darlehensphase

Wenn die Ansparphase beendet ist, spricht man davon, dass der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Das heißt, dass das Guthaben zur Auszahlung bereit ist und die Darlehensphase beginnt, sofern du diese mit der Bausparkasse vereinbart hast. Die Zuteilungsreife ist dann gegeben, wenn folgende Bedingungen erreicht wurden:

  • der im Vertrag festgelegte Prozentsatz der gesamten Bausparsumme
  • der vertraglich festgelegte Zeitraum für die Zuteilung (Mindestvertragsdauer) und die Mindestsparzeit
  • die durch den Anbieter berechnete Mindestbewertungszahl

Hast du dich neben der Auszahlung deines Guthabens entschieden, ein Darlehen von der Bausparkasse anzunehmen, profitierst du derzeit in der Regel von günstigen Zinsen. Du solltest daher unbedingt bei einem Vergleich für das Bausparen mit Darlehen die Zinsen vergleichen.

Bausparvertrag - Diese Faktoren sind beim Vergleich der Bausparkassen auch wichtig

Wenn du vorhast, einen Bausparvertrag abzuschließen, ist ein Anbieter-Vergleich wichtig, da sich die Konditionen und Tarife drastisch unterscheiden können. So solltest du für den Bausparvertrag beim Vergleich die Abschlussgebühr berücksichtigen. Diese ist nach Meinung des Bundesgerichtshofes (BGH) zulässig und beträgt meistens mindestens ein Prozent der Bausparsumme. Vorsicht solltest du walten lassen, wenn du einen Bausparvertrag im Vergleich ohne Abschlussgebühr findest. Es kann sich entweder um einen unseriösen Anbieter handeln oder die eingesparte Gebühr wird durch hohe Sollzinsen in der Darlehensphase wieder ausgeglichen.

Fazit: Ein Bausparvertrag ist eine gute Möglichkeit, Kapital aufzubauen, da meistens die Zinsen höher liegen als bei anderen Sparformen und das Bausparen außerdem durch die vermögenswirksamen Leistungen und die Arbeitnehmersparzulage gefördert werden kann. Außerdem gewährt der Staat für Personen, deren Einkommen unterhalb einer festgelegten Grenze liegt, eine Wohnungsbauprämie. Bevor du einen Bausparvertrag abschließt, ist es ratsam, einen Vergleich der Anbieter und Tarife durchzuführen und hierbei besonders auf die Sollzinsen während der Darlehensphase und auf die Abschlussgebühren zu achten.

Tipp: Lies auch unsere anderen Ratgeber zum Thema Bausparen und erfahre, ob du einen Bausparvertrag bei der Steuer angeben musst, ob beim Bausparvertrag der Verkauf an Dritte möglich ist oder ob du den Bausparvertrag an eine andere Bank übertragen kannst.
Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können
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