Eine Pflegezusatzversicherung abschließen

Nicht ohne einen Vergleich der aktuellen Angebote

Eine Pflegezusatzversicherung schließt die Lücke zwischen dem, was durch die gesetzliche Pflegeversicherung geleistet wird und dem, was letztendlich für die Pflege im Alter, nach Unfällen oder bei Krankheit wirklich bezahlt werden muss. Bevor du eine Pflegezusatzversicherung abschließt, solltest du einen umfassenden Vergleich vornehmen, um das optimale Angebot zu erhalten.

  1. Die verschiedenen Arten der Pflegezusatzversicherung im Vergleich
  2. Diese Punkte sind vor Abschluss einer Pflegezusatzversicherung bei einem Vergleich wichtig

Im Jahr 1995 wurde in Deutschland die gesetzliche Pflegeversicherung eingeführt, die für jede Person mit einem Wohnsitz in Deutschland verpflichtend ist und von jeder Krankenkasse angeboten wird. Leider deckt diese Versicherung im Falle einer Pflegebedürftigkeit nicht immer alle Kosten ab. Das bedeutet, dass du oftmals selbst etwas hinzuzahlen musst, um die benötigten Leistungen komplett zu erhalten. Eine Alternative zur Selbstzahlung ist der Abschluss einer freiwilligen Pflegezusatzversicherung, die weitergehende Leistungen übernimmt. Da es unterschiedliche Arten gibt und sich auch die Angebote sowie die Tarife der Versicherer teils stark unterscheiden, lohnt sich vor dem Vertragsabschluss für die Pflegeversicherung ein Vergleich. Erfahre in unserem Ratgeber, auf welche Faktoren es bei diesem ankommt.

Die verschiedenen Arten der Pflegezusatzversicherung im Vergleich

Für die private Pflegeversicherung ist der Vergleich nicht ganz einfach, da die Versicherungsunternehmen verschiedene Arten anbieten, die jeweils einen unterschiedlichen Leistungsumfang bieten. Jede dieser Pflegeversicherungsarten hat ihre Vor- und Nachteile. Deshalb musst du bei der Pflegezusatzversicherung vor einem Vergleich überlegen, welche Punkte in der Zukunft für dich am wichtigsten sind. Du hast derzeit die Auswahl zwischen der Pflegerenten-, der Pflegekosten- oder der Pflegetagegeldversicherung. Außerdem gibt es die sogenannte Pflege-Bahr, bei der es sich um eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung handelt. Grob unterteilt unterscheiden sich die Leistungen der genannten Arten folgendermaßen:

  • Pflegerentenversicherung: Abhängig von der Pflegestufe (seit Januar 2017 Pflegegrad) wird eine Pflegerente gezahlt, die nicht versteuert werden muss.
  • Pflegekostenversicherung: Die Versicherung übernimmt die tatsächlich angefallenen und durch Belege nachgewiesenen Beträge, die der Versicherte im Normalfall selbst tragen muss, weil die gesetzliche Pflegeversicherung beschränkte Leistungen gewährt.
  • Pflegetagegeldversicherung: Abhängig vom Pflegegrad und der vertraglichen Vereinbarung zahlt die Versicherung für jeden Tag der Pflegebedürftigkeit einen prozentualen Geldbetrag.
  • Pflege-Bahr: Diese Versicherung funktioniert ähnlich wie die Riester-Rente und wird bei monatlicher Einzahlung von mindestens 10 Euro durch den Versicherten mit 5 Euro durch den Staat unterstützt.
Hinweis: Mehr Details über die unterschiedlichen Arten der Pflegezusatzversicherung erfährst du in unseren Ratgebertexten "Die freiwillige Pflegeversicherung - Ein Vergleich verhilft dir zum besten Angebot" und "Die Pflegetagegeldversicherung - Durch einen Vergleich die Übersicht im Tarifdschungel nicht verlieren". Es ist empfehlenswert diese zu lesen, bevor du für die Pflegezusatzversicherung den Vergleich online durchführst.

Diese Punkte sind vor Abschluss einer Pflegezusatzversicherung im Vergleich wichtig

Wie für fast alle Versicherungen ist auch bei der Pflegezusatzversicherung der Vergleich online auf verschiedenen Vergleichsportalen möglich. Du wirst allerdings etwas suchen müssen, denn nicht auf jedem Portal werden alle Arten der Pflegezusatzversicherungen verglichen. Einfacher ist es meistens, Tarifvergleichsrechner von Versicherungsmaklern zu benutzen. Auch diese sind in der Regel anonym nutzbar und verpflichten nicht zum Vertragsabschluss. Bei einem Vergleich solltest du insbesondere auf diese Punkte achten:

  • Wie lange ist die Wartezeit, das heißt, ab welchem Zeitpunkt nach Beginn der Pflegezusatzversicherung gewährt der Versicherer Leistungen?
  • Räumt der Versicherer eine Beitragsbefreiung oder ein Ruhen des Versicherungsvertrags ein, wenn du vorübergehend die regelmäßigen Beiträge nicht aufbringen kannst?

Vor dem Abschluss der Pflegezusatzversicherung steht meistens die Gesundheitsprüfung

Bei der Pflegezusatzversicherung musst du nach dem Vergleich beachten, dass die meisten Versicherer vor dem Abschluss einer Pflegezusatzversicherung eine Art Gesundheitsprüfung durchführen. In der Regel heißt das, dass du verschiedene Fragen zu deinem derzeitigen Gesundheitszustand und zu erlittenen oder chronischen Erkrankungen beantworten musst. Es kann daher sein, dass dich der Versicherer, den du nach dem Vergleich der Pflegerenten- oder Pflegekostenversicherung favorisierst, nicht aufnimmt. Dennoch solltest du die Fragen zur Gesundheit so ehrlich und genau wie möglich beantworten. Falschinformationen können dazu führen, dass das Versicherungsunternehmen letztendlich bestimmte Leistungen nicht gewährt. Zudem ist das ein Grund für die fristlose Kündigung durch den Versicherer. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen, und zwar die Pflege-Bahr und die Pflegetagegeldversicherung:

  • Pflege-Bahr: Der Abschluss dieser Pflegezusatzversicherung ist grundsätzlich ohne Gesundheitsprüfung möglich, wie du bei einem Vergleich feststellen wirst. Das heißt, Antragsteller dürfen von Versicherungsunternehmen aufgrund von Vorerkrankungen weder abgelehnt noch mit Leistungsausschlüssen gestraft werden.
  • Pflegetagegeldversicherung: Auch diese freiwillige Zusatzversicherung unterliegt dem Kontrahierungszwang, was bedeutet, dass Antragsteller vom Versicherungsunternehmen akzeptiert werden müssen - unabhängig davon, was die Gesundheitsprüfung ergibt. Risikozuschläge oder der Ausschluss von Leistungen dürfen ebenfalls nicht vorgenommen werden.

Fazit: Mit einer Pflegezusatzversicherung sicherst du dich gegen einen finanziellen Engpass im Falle von Pflegebedürftigkeit ab. Vor einem Vergleich solltest du dich allerdings entscheiden, welche Art der Pflegezusatzversicherung für dich die beste ist. Hast du Vorerkrankungen, kann der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung in manchen Fällen kompliziert werden. Wenn du die Pflege-Bahr oder eine Pflegetagegeldversicherung abschließen möchtest, müssen die Versicherer dich allerdings trotz negativer Gesundheitsprüfung aufnehmen.

Tipp: Du möchtest auch zu anderen Versicherungen mehr erfahren? Dann informiere dich beispielsweise in unseren Ratgebern "Eine sinnvolle Krankenzusatzversicherung durch einen Vergleich finden" oder "Eine fondsgebundene Lebensversicherung kündigen - Das musst du wissen".
Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
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