Vergleich Gesetzliche Krankenversicherung

So findest du die passende Krankenkasse

  1. Wer benötigt überhaupt eine gesetzliche Krankenversicherung?
  2. Was vor dem Versicherungsvergleich zu berücksichtigen ist
  3. Was sind die Hauptleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung?
  4. Worauf ist bei einem Vergleich zu achten?
  5. So gehst du bei einem Wechsel der Krankenkasse vor

Ein Krankenkassen-Vergleich lohnt sich

Die Krankenversicherung übernimmt für Versicherte die Leistungen für die Krankheitsvorsorge sowie die Behandlung bei Krankheiten, nach Unfällen und bei Schwangerschaften. In Deutschland ist diese Versicherung unter bestimmten Voraussetzungen gesetzlich vorgeschrieben. Die meisten Bürger sind in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert; in Ausnahmefällen ist jedoch auch eine Individualversicherung in einer privaten Krankenversicherung möglich. Seit dem 1. Januar 2009 finanzieren sich die Krankenkassen durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfond der Versicherungsträger und den Beiträgen der Versicherten, die seit diesem Stichtag für alle Krankenkassen und Mitglieder einheitlich sind. Eine Ausnahme hiervon ist der ermäßigte Beitragssatz für Mitglieder, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben. Trotz des einheitlichen Beitragssatzes lohnt sich ein Vergleich der vielen gesetzlichen Krankenkassen, da diese ihren Mitgliedern oftmals sehr unterschiedliche Leistungen gewähren und einige Kassen Zusatzbeiträge für bestimmte Leistungen erheben.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist eine Pflichtversicherung

Die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung ist in § 5 des Sozialgesetzbuches (SGB) V festgelegt.

Wer muss sich gesetzlich versichern?

In erster Linie müssen alle Arbeiter, Angestellte und Auszubildende, die für ein Entgelt beschäftigt sind, Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden. Diese entrichten einen Beitrag, der sich an den beitragspflichtigen Einnahmen des Versicherten orientiert. Von der Versicherungspflicht sind auch Rentner, Arbeitslose, volljährige Studenten und Schüler sowie geringfügig Beschäftigte in der Regel nicht befreit.

Ausnahmen der Versicherungspflicht

Es gibt zahlreiche Ausnahmen von der Versicherungspflicht. So müssen beispielsweise nicht arbeitende Ehepartner eines Krankenkassenmitglieds und dessen minderjährige Kinder keine eigene Versicherung abschließen. Arbeitnehmer und Angestellte, deren Bruttojahreseinkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreitet (Stand 2017: 57.600 Euro), sind von der Pflicht befreit, in die gesetzliche Krankenkasse einzutreten und können eine private Versicherung wählen. Selbständige haben Wahlfreiheit, das heißt, sie können sich freiwillig in einer GKV oder in einer privaten Krankenkasse versichern. Anders sieht es bei Publizisten und Künstlern aus, die bei einem Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze über die Künstlersozialkasse Beiträge an die gesetzlichen Krankenkassen entrichten. Liegt das Einkommen über dem Betrag, ist der Weg in eine private Krankenversicherung offen.

Vor dem Vergleich: Verschiedene Arten der gesetzlichen Krankenkassen

In Deutschland gibt es derzeit über 100 Krankenkassen, von denen die Mehrzahl Betriebskrankenkassen bilden, die jedoch auch für Betriebsfremde geöffnet sind. Zu den Betriebskrankenkassen gehören zum Beispiel die Audi BKK, die Salus BKK und die BKK Verkehrsbauunion. Die meisten Versicherten haben hingegen die Allgemeinen Ortskrankenversicherungen (AOK) und die Ersatzkassen, die historisch aus berufsständischen Pflichtversicherungen entstanden sind. Ersatzkassen (EKK) sind unter anderem die DAK Gesundheit (DAK), die Barmer und die Techniker Krankenkasse (TK). Daneben gehören auch die Innungskrankenkassen, beispielsweise die IKK Brandenburg und Berlin (IKKBB), die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) und die Knappschaft (KBS) zu den gesetzlichen Krankenkassen.

Die Hauptleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Gesetzlich vorgeschriebene Leistungen

Der Leistungsumfang der GKV ist in Deutschland in den §§ 11 - 68 des SGB V klar geregelt und gliedert sich insbesondere in:

  • Leistungen zur Früherkennung und Verhütung von Krankheiten
  • Leistungen bei Krankheiten sowie Schwangerschaft und Mutterschaft
  • Zuzahlung und Erstattung von Kosten für Zahnersatz

Die Krankenkassen haben die Pflicht, allen Versicherten den gleichen Leistungsumfang zu gewähren, dürfen aber nur Leistungen zahlen, die medizinisch notwendig sind. Hierbei gilt das Sachleistungsprinzip, das heißt, dass die gesamten Kosten oder Teilkosten für medizinische Sach- und Dienstleistungen durch die Krankenkasse übernommen werden. Unter anderem sind folgende Maßnahmen erstattungsberechtigt:

  • Zahnuntersuchungen sowie Prophylaxe und kiefernorthopädische Behandlung bei Kindern und Erwachsenen
  • Empfängnisverhütung
  • Schwangerschaft, Entbindung und Mutterschaftsgeld
  • Kinderuntersuchungen
  • Schutzimpfungen
  • Untersuchungen zur Krebsvorsorge
  • medizinische Rehabilitation
  • Arznei-, Verband-, Hilfs- und Heilmittel
  • Behandlung im Krankenhaus
  • häusliche Krankenpflege
  • Behandlung bei Krankheiten inklusive Operationen
  • Krankengeld bei Erkrankung des Versicherten und seiner minderjährigen Kinder

Mögliche, krankenkassenspezifische Zusatzleistungen

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen steht es den Krankenkassen frei, weitere Leistungen anzubieten, für die unter Umständen ein Zusatzbeitrag erhoben wird. Zum erweiterten Leistungsumfang gehören beispielsweise:

  • Auslandskrankenversicherung
  • Schutzimpfungen für Auslandsreisen
  • homöopathische Heil- und Arzneimittel
  • Naturheilverfahren und anthroposophische Behandlung
  • Haushaltshilfen bei langwierigen Erkrankungen
  • Rooming-In bei Krankenhausaufenthalten von Kindern

Diese Punkte solltest du bei einem Krankenkassenvergleich berücksichtigen

Da es den Krankenkassen frei steht, welche Zusatzleistungen sie ihren Mitgliedern innerhalb des normalen Beitrags einräumen, solltest du dir die Bedingungen der einzelnen Krankenkassen genau durchlesen. So sind bei einigen Krankenkassen die Erstattung für homöopathische Medizin und die Behandlung durch einen Heilpraktiker bereits im Standardtarif enthalten. Je nach deiner persönlichen Situation und deinen Ansprüchen können aber auch folgende Faktoren von Bedeutung sein:

  • Gibt es rund um die Uhr eine medizinische Hotline?
  • Zahlt die Krankenkasse einen jährlichen Geldbonus für gesundheitsbewusstes Verhalten?
  • Werden Facharzttermine unkompliziert vermittelt?
  • Bietet die Krankenkasse Programme für die Vorbeugung von Krankheiten an, wie zum Beispiel Rückenkurse?
  • Werden Zuschüsse für Gesundheitskurse gezahlt, wie beispielsweise Kurse zur Ernährung oder Suchtprävention?
  • Wird bei der Wahl eines Krankenhauses Unterstützung angeboten?
  • Werden die Kosten für Reiseimpfungen übernommen?
  • Bezahlt die Krankenkasse die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung auch für Versicherte unter 35 Jahren?

Der Vergleich der gesetzlichen Krankenkassen wird als Service auf den meisten Vergleichsportalen im Internet angeboten und ist sehr unkompliziert. In der Regel musst du nur angeben, welche Personen versichert werden sollen, in welchem Bundesland du lebst, welcher Berufsgruppe du angehörst und wie hoch dein aktuelles Bruttoeinkommen ist. Bei einem erweiterten Vergleich kannst du zudem eingrenzen, welche Krankenkassen Serviceleistungen, Bonusprogramme, Naturheilverfahren und Wahltarife anbieten.

So funktioniert der Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse

Wenn du die Krankenkasse wechseln möchtest, musst du die Kündigungsfrist bei deiner bisherigen Kasse beachten. Bist du schon länger als achtzehn Monate Mitglied einer bestimmten Krankenkasse, kannst du jederzeit mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende kündigen. Da keine Kasse gesetzlich Pflichtversicherte ablehnen darf, gehst du bei einer Kündigung kein Risiko ein. Sofern du weniger als achtzehn Monate versichert warst, hast du ein Sonderkündigungsrecht, wenn die Kasse die Zusatzbeiträge erhöht. Um Mitglied einer neuen Krankenkasse zu werden, ist eine Kündigungsbestätigung des bisherigen Versicherers notwendig. Diese reichst du zusammen mit dem Mitgliedsantrag ein. Die neue Kasse wird dir eine Mitgliedsbescheinigung ausstellen, die du bei deinem Arbeitgeber oder sonstigen zuständigen Stellen, wie der Künstlersozialkasse, vorlegst. Damit ist der Wechsel von der alten in die neue Krankenkasse bereits vollzogen.


Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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