Krankenversicherungen im Vergleich

So findest du den besten Service zum niedrigen Preis

  1. Was sind gesetzliche Krankenkassen?
  2. Welche Krankenkassen gibt es in Deutschland?
  3. Welche Leistungen bieten die gesetzlichen Krankenkassen?
  4. Welche Faktoren spielen beim Krankenkassenvergleich noch eine Rolle?
  5. Was ist beim Wechsel der Krankenkasse zu beachten?

Optimale Leistungen und geringe Zusatzbeiträge durch einen Vergleich der Krankenkassen

Seit 1996 besteht in Deutschland die Wahlfreiheit in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das bedeutet, dass die Krankenkasse in der Regel selbst gewählt werden kann. Zwar sind die Leistungen der gesetzlichen Kassen zum größten Teil gleich, aber ein Vergleich lohnt sich dennoch, denn Unterschiede bestehen häufig in der Höhe der Zusatzbeiträge, den Erstattungen durch die Kasse sowie den Leistungen.

Gesetzliche Krankenkassen als Einrichtungen des deutschen Gesundheitssystems

Die Krankenkassen sind in Deutschland ein wichtiger Teil des Gesundheits- und Sozialsystems, da sie als Vertreter der gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten für Heilbehandlungen nach Krankheiten oder Unfällen, Therapien sowie Mutterschaft komplett oder teilweise übernehmen. Krankenkassen arbeiten maßgeblich nach den Vorgaben des fünften Sozialgesetzbuches ( SGB V) und sind damit gehalten, die Gesundheit von Versicherten zu erhalten oder wiederherzustellen. Gesetzliche Krankenkassen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und unterscheiden sich damit von den privaten Krankenversicherungen, die wirtschaftlich selbständig tätig sind.

Überblick über die Krankenkassenarten in Deutschland

Die Anzahl der Krankenkassen hat sich in den letzten Jahrzehnten zwar stark verringert, aber statistischen Angaben nach gab es zu Beginn des Jahres 2016 noch 118 gesetzliche Krankenkassen, die sich in verschiedene Arten gliedern. Das hat historische Gründe, denn bis zum Jahr 1996 wurden Versicherte einer Krankenkasse automatisch anhand ihres ausgeübten Berufs zugewiesen. Diese Krankenkassenarten gibt es derzeit in Deutschland:

  • Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK): zum Beispiel AOK Plus (für Sachsen und Thüringen), AOK Nordwest (für Schleswig-Holstein, Westfalen und Lippe), AOK Nordost (für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern)
  • Betriebskrankenkassen (BKK): beispielsweise Bahn-BKK, Energie-Betriebskrankenkasse und Vereinigte BKK
  • Ersatzkassen (EK): zum Beispiel Barmer GEK, Techniker Krankenkasse und Kaufmännische Krankenkasse
  • Innungskrankenkassen (IKK): unter anderem Innungskasse Brandenburg und Berlin, IKK classic und IKK Südwest
  • Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS): umfasst die ehemalige See-Krankenkasse und die Bundesknappschaft
  • Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG): umfasst die Landwirtschaftlichen Krankenkassen mehrerer Bundesländer sowie die Krankenkasse für den Gartenbau

Tipp: Lies auch unseren Ratgeber zum Thema Krankentagegeldversicherung vergleichen.

Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen

Die Leistungen der Krankenkassen müssen zwischen gesetzlich festgelegten Regelleistungen und Zusatzleistungen unterschieden werden, die je nach Krankenkasse kostenlos oder gegen einen Zusatzbeitrag angeboten werden.

Die Regelleistungen

Da die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen im SGB V festgelegt sind, unterscheiden sich die Regelleistungen der einzelnen Kassen kaum. Insbesondere beinhalten diese:

  • Leistungen zur Krankheitsverhütung: hierzu gehören beispielsweise medizinische Vorsorgeleistungen, Prophylaxe zur Verhinderung von Zahnkrankheiten, aber auch die Empfängnisverhütung und Früherkennung von Krankheiten
  • Leistungen zur Behandlung von Krankheiten: wie die ärztliche Behandlung, stationäre und ambulante Behandlungen, Versorgung mit Heil-, Arznei- und Hilfsmitteln
  • Krankengeld: als Entgeltersatzleistung bei einer Krankheit des Versicherten oder eines mitversicherten Kindes bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr, die länger als sechs Wochen andauert
  • Leistungen während und nach einer Schwangerschaft: wie Hilfe durch eine Hebamme, ärztliche Betreuung, Kosten für die Entbindung, gegebenenfalls Kosten für eine Haushaltshilfe oder häusliche Pflege sowie Mutterschaftsgeld

Die Zusatzleistungen

Bei einem Vergleich solltest du vor allem auf zusätzliche Angebote der Krankenkassen achten, da diese je nach deinem individuellen Bedarf entscheidend sein können. Als Zusatzleistungen gelten zum Beispiel die Übernahme von Kosten für:

  • homöopathische oder anthroposophische Heilbehandlung
  • homöopathische Arzneimittel
  • professionelle Zahnreinigung
  • Unterstützung bei der Krankenhauswahl
  • Gesundheitskurse
  • Reiseimpfungen
  • Hautkrebsfrüherkennung bereits für Personen unter 35 Jahren

Das solltest du beim Vergleich der Krankenkassen außerdem beachten

Das SGB V schreibt in § 173 das allgemeine Wahlrecht von Versicherten hinsichtlich der Krankenkasse vor. In der Regel dürfen Personen über 15 Jahre Mitglied der meisten Krankenkassen werden, sofern diese laut ihrer Satzung für alle Versicherten geöffnet ist. Allerdings gibt es bei der Wahlfreiheit einige Besonderheiten:

  • Die Wahl der Ortskrankenkasse oder der Ersatzkasse hängt vom Wohn- oder vom Beschäftigungsort beziehungsweise bei Studenten zusätzlich vom Studienort ab.
  • Betriebs- und Innungskassen nehmen generell Versicherte auf, die in einem entsprechenden Betrieb arbeiten, öffnen sich aber zunehmend auch für Personen von außerhalb.
  • Mitglieder werden in alle Kassen aufgenommen, in denen sie familienversichert waren, wenn dieser Zustand beispielsweise durch eine Arbeitsaufnahme entfällt.
  • Ehegatten, Lebenspartner oder Kinder, die familienversichert sind, sind nicht wahlberechtigt, sondern nur das eigentliche Mitglied.
  • Ist ein Ehepartner bereits in einer Kasse versichert, kann der andere auch hier Mitglied werden.
  • Sozialhilfeempfänger haben nach einem Urteil vom 8. März 2016 (B 1 KR 26/15 R) keinen Anspruch darauf, ihre Krankenkasse selbst zu wählen, außer wenn diese insolvent ist.

Die Krankenkassen erheben außerdem unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge, die bis zu 1,9 Prozent vom monatlichen Bruttoeinkommen betragen können. Eine Übersicht über die Beitragssätze veröffentlicht der GKV-Spitzenverband regelmäßig auf seiner Website.

Diese Faktoren sind beim Wechsel der Krankenkasse wichtig

Hast du dich für eine Krankenkasse entschieden, kannst du diese in der Regel nach § 175 SBG V erst nach 18 Monaten wieder wechseln. Es gibt jedoch ein  Sonderkündigungsrecht. Dieses hast du, wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht beziehungsweise erstmalig erhebt oder wenn zwei Krankenkassen miteinander fusionieren. Ausnahmen bestehen auch, wenn du kündigst, um dich beispielsweise bei deinem Partner familienversichern zu lassen oder wenn du als Selbständiger freiwillig bei der GKV versichert warst. Nach Ablauf der achtzehnmonatigen Bindungszeit kannst du die Kasse jederzeit wechseln. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Beispiel: Wenn du zum 1. Mai in eine neue Krankenkasse möchtest, musst du der alten Kasse bis zum 30. März gekündigt haben. Für die Kündigung ist ein Kündigungsschreiben notwendig, das der Krankenkasse fristgemäß am besten per Einschreiben zugegangen ist.

Tipp: Lies auch unseren Ratgeber "Pflegeversicherung im Vergleich" um optimal abgesichert zu sein.


Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können
viele Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewinnen.
Kündige jetzt deine Verträge kostenlos mit nur einem Klick. Oder gewinne den Überblick über all deine Verträge und melde dich sofort an.
Krankenversicherungen im Vergleich
5
3 Bewertungen (5.0 Durchschnitt)