Preisvergleich

So hast du Erfolg bei der Suche nach dem günstigsten Preis-Leistungs-Verhältnis

  1. Welche Möglichkeiten gibt es für einen Preisvergleich?
  2. Was sollte bei einem Preisvergleich beachtet werden?
  3. Was ist bei einer Retoure zu beachten?

Geld sparen durch einen Preisvergleich

Bis auf wenige Ausnahmen dürfen Händler und Dienstleister in Deutschland den Preis für ihre Angebote selbst festlegen. Das führt teilweise zu sehr hohen Preisspannen durch unterschiedliche Kalkulationen. Wenn ein Händler weniger Ausgaben hat, weil er kein Ladengeschäft oder Angestellte bezahlen muss, kann er diesen Preisvorteil oftmals an seine Kunden weitergeben. Weitere Gründe können günstigere Einkaufspreise durch die Abnahme größerer Posten oder Importe aus dem Ausland sein. Ein Preisvergleich lohnt sich daher für alle Produkte, aber auch für Dienstleistungen.

Diese Möglichkeiten gibt es für einen Preisvergleich

Einen Preisvergleich haben die Menschen vermutlich schon in den Markthallen des antiken Roms vorgenommen, indem sie von Stand zu Stand spazierten und sich einen Überblick über die Angebote verschafften. Auch die Mund-zu-Mund-Propaganda wird schon damals funktioniert haben und die Menschen teilten sich auf diese Weise mit, wo es das günstigste Angebot zu kaufen gibt. Die Fülle der Offerten, die Anzahl der Geschäfte und die Größe der Städte machen es heutzutage allerdings schwer, die Preise in der realen Welt zu vergleichen. Aus diesem Grund gibt es im Internet inzwischen zahlreiche Preisagenturen und Preisvergleichsportale, die Privatpersonen oder Unternehmen bei der Suche nach dem besten Preis unterstützen.

Preisagenturen

Preisagenturen waren besonders in den 1990er Jahren populär. Sie übernahmen für ihre Auftraggeber eine individuelle Preisrecherche und Beratung gegen Bezahlung. Diese erfolgte meistens prozentual zur Ersparnis des Kunden. Seitdem immer mehr Preisvergleichsportale den direkten Preisvergleich ermöglichen, ist diese Aufgabe der Preisagenturen in den Hintergrund getreten. Stattdessen fungieren die Agenturen meistens als Vermittler zwischen Kunden und Anbietern. Ihre Stärke liegt häufig darin, dass sie sich auf eine spezielle Sparte spezialisiert haben. Damit können sie sich gegen die allgemein gehaltenen Preissuchmaschinen behaupten und wesentlich individuellere Produkte finden.

Preisvergleichsportale

Preisvergleichsportale ermöglichen Kunden den Vergleich von Produkten auf ihren Internetseiten. Für den Nutzer sind sie zumeist kostenlos, da sie sich durch Werbung oder verschiedene Provisionsmodelle finanzieren. Das sind beispielsweise:

  • Pay per Click - pro erfolgreichem Klick auf ein Werbemittel, zum Beispiel ein Werbebanner, wird eine Provision gezahlt
  • Pay per Sale - nur wenn der Kunde auf der Website des Anbieters Umsatz erzeugt, wird eine Provision gezahlt
  • Pay per Lead - wenn der Kunde direkten Kontakt mit dem Anbieter aufnimmt, zum Beispiel durch das Anfordern detaillierter Informationen zu einem Produkt, wird eine Provision fällig

In der Regel durchsuchen die Preissuchmaschinen auf den Portalen nur Shops im Internet, bieten dafür aber eine Vielzahl von Informationen neben dem eigentlichen Produkt. Häufig sind das Auskünfte zur Lieferbarkeit und zur Qualität des Produktes sowie zum Ranking und zur Kundenbewertung des jeweiligen Shops. Außerdem haben sich einige Preisvergleichsportale konkret auf Angebote aus speziellen Branchen spezialisiert, wie zum Beispiel Fotoequipment, Handys, Software oder PC-Hardware. Die aktuellen Preise erhalten die meisten Vergleichsportale durch das Einlesen von Daten von den Händlerwebsites oder durch den Einsatz von Webcrawlern, die die Internetseiten nach Preisinformationen durchsuchen.

Tarifsuchmaschinen

Zu den Preisvergleichsportalen gehören auch die Tarifsuchmaschinen, die das Durchsuchen nach den Angeboten von Dienstleistern und Versicherungen ermöglichen. In der Regel können mit den Tarifsuchmaschinen folgende Produkte verglichen werden:

  • Strom- und Gasanbieter
  • Telefonanbieter
  • DSL-Anbieter
  • Mobilfunkprovider
  • Kabel-TV-Anbieter
  • Kredite
  • Baufinanzierungsprodukte
  • Geldanlagen
  • Versicherungen

Produktsuchmaschinen

Im Unterschied zu den Preissuchmaschinen, die nur die Angebote von Online-Händlern berücksichtigen, durchsuchen Produktmaschinen auch die Artikeldaten von Händlern mit Ladenshops, sofern diese die Artikeldaten im Internet oder in einem Netzwerk bereitstellen. Hierzu gehören auch Portale, die aktuelle Prospekte von Händlern digital veröffentlichen. Außerdem zeigen einige Internetsuchmaschinen die Tagespreise von Produkten an.

Das solltest du bei einem Preisvergleich beachten

Preis-, Tarif- und Produktvergleiche können ganz unkompliziert im Internet oder auch mittels mobiler Apps durchgeführt werden. Generell ist es empfehlenswert, immer Preisvergleiche auf mehreren Portalen durchzuführen, da diese zum Teil unterschiedliche Anbieter listen. Außerdem solltest du auf folgendes achten, bevor du ein Produkt oder eine Dienstleistung aufgrund des Preisvergleichs bestellst:

Anbieterbewertung

Vor allem, wenn du bei einem Anbieter noch nie bestellt hast, solltest du dir seine Reputation genau ansehen. Falsche Preisversprechen oder ausbleibende Lieferungen sind ärgerlich und können vermieden werden, wenn du bei seriösen Händlern bestellst. Die Bewertung des Shops auf dem Vergleichsportal kann hierfür hilfreich sein. Liegt keine vor, solltest du in einer Internetsuchmaschine nach dem Verkäufer suchen. Viele Kunden berichten gern von ihren Erfahrungen, insbesondere wenn sie schlecht waren. Außerdem solltest du die Website des Anbieters sehr sorgfältig betrachten. Ein Impressum mit Firmenadresse und Kontaktmöglichkeiten ist in Deutschland Pflicht. Kannst du auf der Internetseite keines finden, ist von einem Kauf bei dem Händler abzuraten.

Versandkosten & Lieferzeit

Der billigste Preis ist am Ende nicht immer der beste, denn du musst die Versandkosten hinzurechnen, sofern du den Artikel im Internet bestellst. Diese können in manchen Fällen extrem hoch sein. Die Lieferzeiten können sich je nach Anbieter stark unterscheiden. Wenn du das gewünschte Produkt schnell benötigst, solltest du daher auf einen Anbieter mit sofortiger Lieferzeit ausweichen.

Zahlungsmöglichkeiten

Seriöse Händler bieten meistens verschiedene Zahlungsmöglichkeiten an, wie Vorkasse, Kreditkarte, Nachnahme, Lastschrift, Sofortüberweisung oder PayPal. Wenn du den Händler noch nicht kennst, empfiehlt es sich, die Ware über PayPal oder Bankeinzug zu bezahlen. Bei PayPal besteht bis zu einer gewissen Summe ein Käuferschutz; die Lastschrift kannst du innerhalb von sechs Wochen widerrufen, sollte dich die Bestellung nicht erreicht haben. Bei der Zahlungsmethode Vorkasse besteht ein Risiko, dass die Ware nicht geliefert wird. Die Möglichkeit per Nachnahme zu zahlen ist meist mit hohen Kosten verbunden. Für die angebotenen Zahlungsmethoden erheben einige Händler Gebühren, die zum Vergleichspreis hinzugerechnet werden müssen.

Was bei einer Retoure zu beachten ist

Rücksendung

Wenn du Waren im Online-Handel bestellst, hast du eine Widerrufsfrist von 14 Tagen. Das bedeutet, dass du das Geschäft innerhalb dieser Zeit durch die Rücksendung der Ware oder schriftlichen Widerruf rückgängig machen kannst. Nach der Widerrufsfrist ist der Verkäufer nicht mehr verpflichtet, die Ware zurückzunehmen, sofern sie keine Mängel aufweist, die unter Garantie oder Gewährleistung fallen. Einige Anbieter bieten einen längeren Zeitraum für die Rücksendung an, beispielsweise 30 Tage.

Kosten der Retoure

Seit einer Gesetzesänderung im Juni 2014 trägt der Verbraucher die Rücksendekosten, die infolge eines Widerrufs entstehen. Grundlage hierfür ist § 357 Abs. 6 Satz 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch); Voraussetzung ist eine wirksame Widerrufsbelehrung durch den Händler. Es gibt Händler, die innerhalb der Widerrufsfrist oder der eingeräumten Frist eine kostenfreie Rücksendung ermöglichen.

Ein gründlicher Preisvergleich kann durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen, aber viel Geld sparen. Die Angebote der Händler unterscheiden sich gerade bei höherpreisigen Produkten manchmal enorm. Wichtig ist es allerdings, dass du nicht nur auf den Verkaufspreis schaust, sondern auch die oben genannten Aspekte beachtest.

Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können
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