Einen Umzug planen – So meisterst du diese Herausforderung

Alle wichtigen Aufgaben, die zu einem Umzug dazu gehören

Ein Umzug erfordert in der Regel viel Arbeit und meistens muss in seinem Verlauf auch eine ganze Menge Geld ausgegeben werden. Mit sorgfältiger Planung kannst du dir nicht nur das Umziehen erleichtern, sondern auch deine Finanzen besser im Griff behalten. In unserem Ratgeber erfährst du, was du beim Planen beachten solltest.

Kein Umzug ist wie der andere, denn es gibt viele Faktoren, die die damit verbundenen Aufgaben bestimmen. Während der eine von einer kleineren in eine größere Wohnung zieht, möchte sich der andere räumlich verkleinern. Während manche Menschen viel Mobiliar und Hausrat besitzen, kommen andere mit wesentlich weniger aus. Außerdem spielt es eine Rolle, ob man allein oder mit weiteren Familienmitgliedern umzieht, ob der Umzug innerhalb derselben Stadt stattfindet oder ob es in eine andere Stadt oder gar ins Ausland geht. Trotzdem dürften einige Schritte die gleichen sein. Lies hier bei volders.de, welche Aspekte bei einem Umzug wichtig sind und wie du sie am besten planen kannst.

Das Planen der Wohnungssuche

Die Wohnungssuche ist vor allem in den deutschen Ballungsräumen eine große Herausforderung. Längst steht weniger bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung, als eigentlich benötigt wird und bei Wohnungsbesichtigungen finden sich unzählige Interessenten ein. Die Wohnungssuche muss daher gut durchdacht und geplant werden, um schließlich doch Erfolg zu haben. Hier dazu einige Tipps, die für die Suche nach einer Wohnung hilfreich sein können:

  • werde selbst aktiv und inseriere in Tageszeitungen oder im Internet
  • höre dich im Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreis um
  • prüfe, ob du deine jetzige Wohnung eventuell tauschen kannst
  • wenn du ein bestimmtes Gebäude im Auge hast, dann setz dich mit der entsprechenden Immobilienverwaltung in Verbindung; bei beliebten Wohnungen gibt es manchmal eine Warteliste, in die man aufgenommen werden kann
  • tritt gegebenenfalls in eine Wohnungsbaugenossenschaft ein, denn Mitglieder werden meistens in recht angemessener Zeit mit einer Wohnung versorgt
  • prüfe Alternativen zum gewünschten Wohnort, denn manchmal erhält man nur wenige Straßen weiter oder im Nachbarort leichter eine Wohnung als am Wunschort
  • kümmere dich bereits im Vorfeld um eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung deines bisherigen Vermieters und Nachweise über dein Einkommen, damit du diese bei einer Wohnungsbesichtigung parat hast
Hinweis: Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) im Jahr 2009 ist ein Vermieter nicht verpflichtet, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen. Falls du diese nicht erhältst, kannst du durch deine Kontoauszüge oder Quittungen des Vermieters bei Bedarf nachweisen, dass du die Miete immer pünktlich gezahlt hast.

Das Planen der Auflösung der bisherigen Wohnung

Je größer eine Wohnung ist und je länger die Mietzeit bereits andauerte, umso schwerer wird es werden, sie aufzulösen. Immerhin sammeln sich bei den meisten Menschen nicht nur Mobiliar, Haushalts- und Elektrogeräte, sonstiger Hausrat und Kleidung an, sondern es werden oftmals auch Bücher und andere Medien sowie Zubehör zu zahlreichen Hobbys gekauft. Falls die neue Wohnung größer ist, wird es vermutlich kein Problem sein, das Hab und Gut darin unterzubringen. Doch solltest du dennoch überlegen, ob du all die Dinge, die du besitzt, wirklich mitnehmen möchtest, denn die Kosten des Transports berechnen sich meistens nach dem Umfang des Umzugsguts. Wenn du genügend Zeit hast, solltest du deine Sachen daher vor dem Umzug sortieren und Überflüssiges entweder entsorgen, verkaufen oder verschenken. Für viele Menschen bedeutet es übrigens eine enorme Befreiung, sich von nicht mehr benötigten Dingen zu trennen. Zur Auflösung der bisherigen Wohnung gehören daneben aber auch einige bürokratische Aufgaben:

  • kündige deinen alten Mietvertrag rechtzeitig, damit du nicht zu lange doppelte Miete zahlen musst, aber nicht vor Unterzeichnung des neuen Mietvertrags
  • teile deinem Telefon- oder Kabelanbieter sowie dem Strom- oder Gasversorger deinen geplanten Umzug mit, um die Verträge gegebenenfalls in der neuen Wohnung fortzuführen
  • benachrichtige deinen Arbeitgeber vor dem Umzug; ist dieser dienstlich veranlasst, beteiligt er sich vielleicht an den Umzugskosten
  • plane die Endrenovierung und eventuelle Schönheitsreparaturen, wenn du vertraglich verpflichtet bist, diese durchzuführen; falls du dir nicht sicher bist, solltest du dich bei einem Anwalt für Mietrecht oder bei einem Mieterverein beziehungsweise Mieterschutzbund diesbezüglich beraten lassen
Tipp: Lies auch unsere Ratgeber "Beim Umzug den Telefonanbieter behalten oder wechseln - Darauf kommt es an" und "Kosten bei einem Umzug - Welche entstehen und wer sie übernimmt", um mehr zu den oben genannten Themen zu erfahren.

Das Packen des Hausrats und der persönlichen Sachen

Wenn du entschieden hast, welche Sachen mit in die neue Wohnung genommen werden sollen, kannst du dir über das Packen Gedanken machen. Dieses wird zwar auf Wunsch auch von Mitarbeitern einer Spedition übernommen, aber erstens kostet das zusätzlich Geld und zweitens mag es nicht jeder Mensch, wenn seine persönlichen Dinge von anderen Leuten inspiziert werden. Hast du noch Zeit bis zum Umzug, kannst du zumindest bereits beginnen, alles einzupacken, was du für die restliche Zeit in der alten Wohnung nicht mehr benötigst. Das mindert den Stressfaktor zum Schluss ungemein. Umzugskartons oder andere Behältnisse erhältst du zum Beispiel bei Speditionen, in Baumärkten und in Online-Shops. Du kannst aber auch in Kleinanzeigen in Zeitungen oder im Internet danach suchen, denn häufig werden nicht mehr benötigte Kartons für wenig Geld oder sogar geschenkt dort angeboten. Vergiss nicht, dass du eventuell auch Packband und Polstermaterialien für empfindlichen Hausrat brauchst. Es muss übrigens nicht unbedingt Luftpolsterfolie sein, sondern auch alte Zeitungen eignen sich hierfür.

Die Organisation des Umzugs

Damit am Umzugstag alles reibungslos funktioniert, muss bereits vorher vieles geplant werden. Schließlich bewegt sich das Umzugsgut nicht von allein in die neue Wohnung. Insbesondere werden folgende Aufgaben anfallen:

  • Suche nach einer Umzugsfirma, die sich entweder um den gesamten Umzug einschließlich des Ein- und Auspackens oder nur um den Transport und die Einrichtung von notwendigen Halteverbotszonen kümmert
  • falls der Umzug selbst durchgeführt wird, dann das Mieten eines Transporters und Organisieren von Helfern sowie der Halteverbotszonen
  • gegebenenfalls Organisation der Unterbringung von Kleinkindern und Haustieren für die Zeit des Umzugs
  • Einkaufen von Getränken und gegebenenfalls Snacks für die Umzugshelfer
Tipp: Wenn du dich für den Umzug mit einer Spedition entscheidest, solltest du dich zunächst im Bekanntenkreis nach Empfehlungen umhören. Es gibt im Internet zwar Vergleichsportale für Umzugsunternehmen, aber du wirst dort selten auf Anhieb einen korrekten Preis erfahren, sondern hinterher mit E-Mails oder Telefonanrufen von Unternehmen bombardiert werden. Bisher ist es tatsächlich noch angenehmer, selbst Informationen über Speditionen in nächster Nähe einzuholen.

Das Planen der Behördengänge und sonstige organisatorische Aufgaben

In Deutschland gilt das Bundesmeldegesetz (BMG), nachdem geregelt wird, dass ein Aus- oder Umzug innerhalb von vierzehn Tagen beim Einwohnermeldeamt angezeigt werden muss. Der neue Vermieter muss nach § 19 BMG den Einzug schriftlich bestätigen. In der Regel halten die Hausverwaltungen hierfür Formulare bereits, die sie dem neuen Mieter bei der Schlüsselübergabe aushändigen. Ist dies nicht der Fall, solltest du danach fragen. Hast du ein Kraftfahrzeug, musst du auch dieses ummelden.

Tipp: Wir haben die wichtigsten Informationen zum Ummelden von Personen und Kraftfahrzeugen bereits in den Ratgebern "Ummelden - Hilfreiche Tipps für den Umzug" und "Das Ummelden eines KFZ - Diese Punkte musst du beachten" zusammengestellt. Dort kannst du mehr zu diesen Themen zu erfahren.

Das Einrichten der neuen Wohnung

Sicher wirst du dir bereits vor dem Umzug Gedanken über die neue Wohnungsreinrichtung gemacht haben und wahrscheinlich sind auch die Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Dennoch wird es einige Zeit dauern, bis die Wohnung komplett eingerichtet ist und alles wieder an Ort und Stelle steht. Stressfreier ist dies, wenn du dir für jeden Tag einen Plan machst und Teilschritte erledigst.

Tipp: Du kannst einen Umzug oder die neue Wohnungseinrichtung mithilfe kostenloser oder kostenpflichtiger Software planen, wie zum Beispiel "Der Umzugsplaner 1.0", "Sweet Home 3D" oder "Building One". Während die beiden letztgenannten vorrangig für die Raumeinrichtung gedacht sind, kannst du mithilfe des Umzugsplaners zum Beispiel eine Checkliste für wichtige Termine erstellen.

Fazit: Ein Umzug muss nicht zu einem großen Stressfaktor ausarten, wenn die einzelnen Schritte bereits vorher sorgfältig von der Wohnungssuche über den Transport bis zur Einrichtung der neuen Wohnung geplant werden. Wenn du dir hierfür eine Checkliste anlegst, gehst du zudem sicher, dass du nichts Wichtiges übersiehst.

Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
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