Widerruf Darlehen - Was Du wie & wann machen musst!

Dein Darlehen rechtzeitig und sicher widerrufen. Jetzt alles richtig machen!

Der Widerruf eines Darlehens - Das gibt es dabei zu beachten

Wenn du ein Darlehen aufnimmst, solltest du die Bedingungen des Vertrages und deine persönlichen Verhältnisse zuvor sorgfältig prüfen. Zwar ist der Widerruf eines Darlehens generell möglich, aber es gibt dabei einige Fallstricke zu beachten. Erfahre in unserem Ratgeber, welche das sind und wie du einen Darlehensvertrag wirksam widerrufen kannst.

  1. Welche Gründe gibt es für den Widerruf eines Darlehens?
  2. Widerruf eines Darlehens - Das sagt das BGB
  3. Wann der Widerruf eines Darlehens ausgeschlossen ist
  4. Diese Frist muss bei dem Widerruf eines Darlehens eingehalten werden
  5. Folgen des Widerrufs eines Darlehens
  6. Welche Form muss der Widerruf eines Darlehens haben?

Es gibt viele Gründe dafür, ein Darlehen aufzunehmen. Häufig wird es für den Bau beziehungsweise Kauf eines Hauses oder für den Autokauf benötigt. Bevor du ein Darlehen aufnimmst, solltest du die Konditionen des Kreditgebers gründlich prüfen, denn nicht in jedem Fall ist der Widerruf eines Darlehens nach Unterzeichnung des Vertrags möglich. Lies daher hier bei volders.de, auf welche Punkte du besonders achten solltest.

Welche Gründe gibt es für den Widerruf eines Darlehens?

Wer einen Darlehensvertrag aufnimmt, steht oftmals unter starkem finanziellen Druck und benötigt Geld bereits in kurzer Zeit. Es kann daher möglich sein, dass der Vertrag zu schnell und ohne genaue Prüfung anderer Darlehensangebote oder Alternativen abgeschlossen wird und erst nach Vertragsabschluss zinsgünstigere Darlehen gefunden werden. Andere Gründe, den Vertrag zu widerrufen, sind zum Beispiel mangelnde Zahlungsfähigkeit wegen plötzlicher Arbeitslosigkeit beziehungsweise einer Erkrankung oder der Wegfall des Grundes für das Darlehen, beispielsweise weil sich ein Hauskauf durch den Rückzieher des Verkäufers oder geänderte Zukunftspläne zerschlagen hat.

Widerruf eines Darlehens - Das sagt das BGB

Der Widerruf eines Darlehens wird in § 5 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt. Der Gesetzgeber sieht darin ein Widerrufsrecht von Verbrauchern vor, wenn der Darlehensvertrag mit einem Unternehmen, beispielsweise einer Bank oder einer Kreditanstalt, abgeschlossen wurde und einem privaten Zweck dient. Seit dem Jahr 2002 ist auch der Widerruf eines Immobiliendarlehens nach dem Gesetz möglich. Der Widerruf muss in den berechtigten Fällen innerhalb von vierzehn Tagen bei dem Kreditgeber eingegangen sein.

Hinweis: Es gibt eine spezielle Regelung für Immobiliendarlehen, die zwischen dem 1. November 2002 und dem 10. Juni 2010 aufgenommen wurden. Lies dazu unseren Ratgeber "Widerrufsjoker", in dem du erfährst, warum der Widerruf bei einem Vertrag aus dieser Zeit unkompliziert möglich ist.

Wann der Widerruf eines Darlehens ausgeschlossen ist

Wird das Darlehen für einen gewerblichen Zweck oder für eine selbständige Tätigkeit aufgenommen, ist der Widerruf des Darlehensvertrags nicht möglich, denn als Verbraucher gilt nach § 13 BGB nur eine natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft privat abschließt.

Tipp: Du möchtest mehr über das Thema Widerruf erfahren? Dann informiere dich auch in unseren Ratgebern "Widerruf einer Versicherung" und "Kündigung widerrufen".

Diese Frist muss mein Widerruf eines Darlehens eingehalten werden

Wie generell im Widerrufsrecht muss auch beim berechtigten Widerruf eines Darlehens eine Frist eingehalten werden. Diese beträgt in der Regel vierzehn Tage nach Abschluss des Vertrags, wenn mit diesem eine gültige Widerrufsbelehrung ausgehändigt wurde. Eine Ausnahme von dieser Widerrufsfrist besteht dann, wenn im Darlehensvertrag wichtige Angaben fehlen, wie zum Beispiel die Laufzeit oder die Höhe der Zinsen. Diese Informationen können zwar nachgereicht werden, aber die Widerrufsfrist verlängert sich dadurch auf dreißig Tage nach Abschluss des Vertrags. Grundlage hierfür ist § 492 Abs. 6. Häufige Fehler in Widerrufsbelehrungen sind:

  • der Hinweis auf Rechtsfolgen des Widerrufs fehlt
  • die notwendigen Angaben für den Beginn der Widerrufsfrist sind nicht vorhanden
  • im Vertrag ist eine ergänzende Fußnote vorhanden, die nicht für den Verbraucher, sondern für Mitarbeiter der Bank gedacht ist
  • die Widerrufsbelehrung ist zu allgemein gehalten und nicht auf den individuellen Fall angepasst

Bist du dir unsicher, ob die erhaltene Widerrufsbelehrung richtig ist, solltest du diese von einem Anwalt prüfen lassen, der darauf spezialisiert ist.

Hinweis: Gemäß §§ 312g und 355 BGB steht Verbrauchern beim Abschluss von Verträgen ein Widerrufsrecht zu. Unternehmen müssen ihren Vertragspartner bei Vertragsabschluss laut Art. 246a § 1 Abs. 2 EGBGB (Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch) darüber informieren. Die sogenannte Widerrufsbelehrung muss diesem vor Vertragsabschluss zugehen und bedarf einer bestimmten Form. Fehlt die Widerrufsbelehrung oder ist sie fehlerhaft, beginnt die Widerrufsfrist nicht und der Verbraucher kann den Vertrag nach § 356 Abs. 3 Satz 2 BGB auch später noch widerrufen. Bei Verträgen, die nach dem 21. März 2016 abgeschlossen wurden, ist die Widerrufsfrist jedoch nicht unendlich, sondern beträgt zwölf Monate und vierzehn Tage.

Folgen des Widerrufs eines Darlehens

Welche Folgen der Widerruf des Darlehens hat, hängt insbesondere davon ab, welche Leistungen der Kreditgeber bereits gewährt hat. Hast du noch kein Geld von diesem erhalten, sind keine weiteren Schritte notwendig. Anders sieht es natürlich aus, wenn bereits ein Teil der Kreditsumme an dich ausgezahlt wurde. Du musst dann alle Zahlungen aus dem Vertrag innerhalb von dreißig Tagen ab Widerruf rückabwickeln. Dabei musst du nicht nur die Darlehenssumme, sondern auch die anfallenden Zinsen zurückzahlen. Diese werden pro Tag berechnet. Daher solltest du die gesamte Summe so schnell wie möglich rücküberweisen. Wenn du bereits vor dem Widerruf Zahlungen geleistet hast, muss der Kreditgeber diese einschließlich der geleisteten Zinsen gegenrechnen.

Welche Form muss der Widerruf eines Darlehens haben?

Wenn du einen Darlehensvertrag widerrufen möchtest, ist der Widerruf an keine bestimmte Form gebunden, muss aber schriftlich erfolgen. Am besten verschickst du das Widerrufsschreiben per Einschreiben mit der Post, um den fristgemäßen Zugang beim Vertragspartner dokumentieren zu können. Die Angabe von Gründen ist in diesem Schreiben nicht notwendig. Du solltest aber deine komplette Anschrift und gegebenenfalls die Nummer des Darlehensvertrages nicht vergessen anzugeben.

Tipp: Wenn du dir unsicher bist, wie du das Widerrufsschreiben verfassen sollst, nutze einfach unseren Kündigungsservice. Nach der kostenlosen Registrierung kannst du in deinem persönlichen Account alle deine Verträge verwalten, wirst per E-Mail über fällige Kündigungsfristen informiert und kannst unseren Versandservice nutzen. Dieser ist zum Teil gratis; nur für den Versand von Briefen oder Einschreiben werden geringe Kosten fällig. Außerdem stellen wir dir Kündigungsschreiben und auch ein Widerrufsformular zur Verfügung.

Fazit: Wenn du nach Abschluss eines Darlehensvertrages feststellst, dass es bei einem anderen Kreditgeber bessere Konditionen gibt, oder du das Darlehen nicht mehr benötigst, ist der Widerruf innerhalb von vierzehn Tagen nach Erhalt der Widerrufsbelehrung möglich. Die Frist verlängert sich bei Verträgen, die nach dem 21. März 2016 abgeschlossen wurden auf maximal zwölf Monate und vierzehn Tage, wenn die Widerrufsbelehrung Fehler enthält oder nicht ausgehändigt wurde. Bei vorher abgeschlossenen Verträgen ist das Widerrufsrecht bei fehlender oder mangelhafter Widerrufsbelehrung länger möglich. Der Widerruf muss schriftlich erfolgen und dem Kreditgeber innerhalb der gesetzlich festgelegten Frist nachweisbar zugegangen sein.

Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können
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