Lastschrift widerrufen

Was beim Widerruf einer Lastschrift zu beachten ist

  1. Welche Vorteile hat die Lastschrift als Zahlungsmethode?
  2. Was ist das SEPA-Lastschriftverfahren?
  3. Was ist der Unterschied zwischen der Einzugsermächtigung und dem Abbuchungsverfahren?
  4. Gelten es für die Teilnahme am Lastschriftverfahren bestimmte Voraussetzungen?
  5. Was ist bei einer Lastschriftrückgabe zu beachten?
  6. Kann einer Lastschrift widerrufen werden?
  7. Ist die Teilnahme am Lastschriftverfahren Pflicht?

Einzugsermächtigung und Abbuchungsauftrag

Mit einer Lastschrift kannst du Rechnungen unkompliziert bargeldlos bezahlen. Hierfür benötigt der Zahlungsempfänger deine Kontodaten und eine Einzugsermächtigung. Obwohl das Lastschriftverfahren eine relativ sichere Zahlungsmethode ist, haben viele Verbraucher Bedenken, einem Dritten Zugriff auf ihr Konto zu gestatten. Letztendlich bietet die Zahlung per Lastschrift jedoch gegenüber einer Überweisung einen entscheidenden Vorteil: Du kannst die Lastschrift innerhalb einer gesetzlichen Frist ohne die Angabe von Gründen widerrufen. Das Geld wird dann durch die ausführende Bank wieder zurück auf dein Konto gebucht.

Die Lastschrift - eine komfortable Zahlungsmethode

Zwischen einer Überweisung und einer Lastschrift gibt es einen grundlegenden Unterschied: Bei der Überweisung erteilst du deiner Bank einen Zahlungsauftrag. Beim Lastschriftverfahren löst der Zahlungsempfänger die Geldübertragung von deinem Konto aus, indem er es mit dem fälligen Betrag belastet. Händler und Dienstleister machen von der Lastschrift gern Gebrauch, da sie den Zahlungsverkehr damit effektiv abwickeln und sichergehen können, dass das Geld pünktlich bei ihnen eingeht. Doch auch für dich hat diese Zahlungsart einige Vorteile:

  • du musst keinen Überweisungsauftrag ausfüllen,
  • du musst keinen Scheckauftrag erteilen oder Bargeld verwenden,
  • du musst auf keine Zahlungstermine achten; daher entstehen auch keine Mahngebühren,
  • das Lastschriftverfahren ist für dich ohne Risiko, da du es widerrufen kannst,
  • bei einer Lastschrift fallen keine Kosten an; Ausnahme: Es ist nicht genug Guthaben auf dem Konto und die Lastschrift wird deshalb nicht ausgeführt.

Die SEPA-Lastschrift

Seit dem Jahr 2009 wurde schrittweise das SEPA-Lastschriftverfahren in Europa eingeführt, das im Februar 2014 die bis dahin üblichen nationalen Lastschriftverfahren ablöste. Bis zum Februar 2016 galt eine Übergangsregelung für das elektronische Lastschriftverfahren innerhalb Europas; für die Überweisung in Nicht-Euroländer verlängert sich diese Frist bis zum 31. Oktober 2016. Für private Verbraucher hat sich durch SEPA vor allem eines geändert: Die Kontonummer und die Bankleitzahl wurden durch die IBAN (International Bank Account Number) und die BIC (Business Identifier Code) abgelöst. Den Zweck der Einzugsermächtigung erfüllt jetzt das sogenannte SEPA-Mandat, das im Zuge der Umwandlung alle Unternehmen und Gläubiger angefordert haben. Im Gegensatz zu den nationalen Lastschriften erfordert die SEPA-Lastschrift ein exaktes Fälligkeitsdatum. Außerdem können Zahlungsempfänger die Lastschrift nicht mehr sofort einziehen, sondern müssen eine Vorlaufzeit von fünf Bankarbeitstagen berücksichtigen. Beim SEPA-Verfahren wird zudem zwischen der Basis-Lastschrift zwischen Unternehmen und Kunden und der Firmen-Lastschrift für den Geldverkehr zwischen Geschäftskunden unterschieden.

Einzugsermächtigung oder Abbuchungsverfahren?

Im Lastschriftverfahren gibt es zwei Varianten: das Abbuchungs- und das Einzugsermächtigungsverfahren, jetzt auch SEPA-Basis-Lastschrift genannt. Bei der Einzugsermächtigung genehmigst du dem Zahlungsempfänger die Abbuchung eines bestimmten Betrags an einem festgelegten Tag. Hierfür legt der Zahlungsempfänger die Einzugsermächtigung deiner Bank vor, die das Geld von deinem Konto auf seines überweist. Diese Art der Zahlung eignet sich zum Beispiel für die einmaligen Zahlungen von Waren oder variable Beträge, wie sie unter anderem bei der Nutzung von Mobilfunkdiensten anfallen. Beim Abbuchungsverfahren hingegen erteilst du deiner Bank den Auftrag, eine Summe an einem festen Tag dem Zahlungsempfänger gutzuschreiben. Diese Zahlungsart ist dann sinnvoll, wenn über einen längeren Zeitraum regelmäßig variable Beträge gezahlt werden, wie beispielsweise bei Stromzahlungen.

Voraussetzungen für eine Lastschrift

Am Lastschriftverfahren kannst du nur dann teilnehmen, wenn du und der Zahlungsempfänger Girokonten haben. Diese müssen nicht bei der gleichen Bank liegen, da zwischen den Kreditinstituten ein Lastschriftabkommen besteht. Damit der Zahlungsempfänger, auch Gläubiger genannt, Geld von deinem Konto einziehen kann, benötigt er eine Einwilligung von dir. Doch Vorsicht, diese muss nicht zwangsläufig schriftlich erteilt worden sein. Auch bei telefonischen Buchungen von Leistungen kann eine Einzugsermächtigung als erteilt angesehen werden. Um hier sicher zu gehen, solltest du deine Kontodaten daher nach Möglichkeit nicht am Telefon weitergeben.

Die Rückgabe einer Lastschrift

Was ist eine Lastschriftrückgabe und wann kommt es dazu?

Als Lastschriftrückgabe bezeichnet man eine nicht eingelöste Lastschrift, bei der das Konto des Zahlungspflichtigen nicht belastet wird. Dies kann zum Beispiel in folgenden Situationen der Fall sein:
  • bei dem angegebenen Konto handelt es sich nicht um ein Girokonto, sondern ein Spar-, Darlehens- oder Tagesgeldkonto,
  • du hast das Konto aufgelöst,
  • das Konto, das du angegeben hast, ist nicht vorhanden,
  • die Bankverbindung passt nicht zum angegebenen Kontoinhaber,
  • auf dem Konto ist nicht genug Geld vorhanden, um den Anspruch des Zahlungsempfängers zu decken oder
  • du hast deine Einzugsermächtigung widerrufen oder deiner Bank keine Ermächtigung zum Abbuchungsverfahren erteilt.

Diese Gebühren fallen bei einer Lastschriftrückgabe an

Banken in Deutschland dürfen von einem Zahlungspflichtigen in der Regel keine Gebühren für die Rückgabe einer Lastschrift verlangen. Da dem Zahlungsempfänger aber durch die Bank Gebühren berechnet werden können, ist es möglich, dass dieser dir bei vorliegender Einzugsermächtigung Kosten für entstandene Aufwendungen in Rechnung stellt. Vor allem wird das dann der Fall sein, wenn der Einzug des vereinbarten Betrags zum festgelegten Termin nicht möglich ist. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn dein Konto zu diesem Zeitpunkt nicht gedeckt ist und die Bank die Ausführung der Zahlung daher verweigert. Berechnet werden dürfen jedoch nur die tatsächlich anfallenden Kosten einer Lastschrift, die nach dem Lastschriftabkommen derzeit bei drei Euro liegen.

So kannst du Lastschriftrückgaben verhindern

Lässt sich die Einwilligung in das Lastschriftverfahren nicht vermeiden - die meisten Mobilfunkanbieter beispielsweise liefern ihre Leistung nur nach Erteilen einer Einzugsermächtigung - solltest du darauf achten, dass zum Zeitpunkt der Abbuchung immer genug Guthaben auf deinem Konto ist. Ist absehbar, dass die Zahlung nicht möglich ist, kannst du mit dem Zahlungsempfänger Kontakt aufnehmen und versuchen, einen Aufschub zu erwirken. Es ist ratsam, nicht zu viele Lastschriften einzuräumen, um den Überblick über die monatlichen Verpflichtungen nicht zu verlieren. Dispositionskredite bieten zwar eine gewisse Sicherheit bei kurzfristigen Zahlungsschwierigkeiten, verursachen aber weitere Kosten durch hohe Zinsen. Wenn du dein Konto wechselst, solltest du zudem daran denken, deinen Gläubigern die Einzugsermächtigungen beziehungsweise SEPA-Mandate für das neue Konto auszustellen.

Der Widerruf einer Lastschrift - Fristen und Vorgehen

Der Lastschriftwiderruf gilt als häufigster Grund bei der Lastschriftrückgabe. Diese wird durch den Zahlungspflichtigen selbst veranlasst und ist in der Regel innerhalb von acht Wochen nach der Abbuchung vom Konto möglich, wenn die Lastschrift hinsichtlich der Summe oder des Datums fehlerhaft war, es sich um einen Buchungsfehler handelt oder der abgebuchte Betrag dringend für andere Zahlungen benötigt wird und später beglichen werden soll. Die Frist für den Widerruf der Lastschrift verlängert sich auf 13 Wochen, wenn die Abbuchung ohne Einzugsermächtigung oder SEPA-Mandat erfolgt ist. Um eine Lastschrift zu widerrufen, teilst du dies deiner Bank schriftlich, persönlich am Schalter oder beim Online-Banking über das Kontaktformular mit. Bei vielen Banken gibt es übrigens beim Online-Banking eine Schaltfläche hinter der Buchung, die du für die Lastschriftrückgabe nur anklicken musst.

Pflicht zum Lastschriftverfahren?

Wie der Bundesgerichtshof in einem Urteil vom 23. Januar 2003 verkündete, dürfen Unternehmen ihre Kunden zu einer Teilnahme am Lastschriftverfahren verpflichten, wenn sie genügend Zeit zum Prüfen der Rechnung einräumen und der Kunde die Kontenbelastung widerrufen kann. Insbesondere ging es in diesem Gerichtsverfahren, dessen Urteil unter Aktenzeichen III ZR 54/02 eingesehen werden kann, um die Bezahlung von Leistungen eines Mobilfunkanbieters. In vielen Fällen hast du daher nur zwei Möglichkeiten: Entweder, du stimmst dem Lastschriftverfahren zu oder du gehst mit dem Zahlungsempfänger keine Geschäftsbeziehung ein.

Bild von Heike Jestram

Autorin ist Heike Jestram

Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber
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