Das Fitnessstudio wechseln

Welche Kündigungsrechte du hast und was du noch wissen solltest


Das Fitnessstudio wechseln - Ein Vergleich der Konditionen kann sich lohnen

In fast jeder Stadt gibt es inzwischen mehrere Fitnessstudios, die um Mitglieder werben. Außerdem sind Studios von großen Fitness-Ketten an vielen Orten vertreten. Bei so viel Auswahl fällt es schwer, den Überblick zu behalten und das beste Preis-Leistungs-Angebot zu finden. Hinzu kommt, dass du dich in dem Studio auch wohlfühlen musst und der Weg zur Wohnung oder zur Arbeitsstelle nicht zu weit sein sollte. Leider sind die Vergleichsmöglichkeiten der Fitnessstudios nicht so einfach, wie zum Beispiel der Strom- oder Gasvergleich. Letztendlich bleibt dir nur, im Internet nach den Studios in deiner Nähe zu suchen und deren Angebote miteinander zu vergleichen. Interessant sind übrigens auch Bewertungen der Studios durch Mitglieder, die häufig in Foren oder in den sozialen Medien zu finden sind. Das Fitnessstudio zu wechseln macht schließlich nur dann Sinn, wenn damit eine Verbesserung für dich einhergeht.


Auf diese Aspekte solltest du bei der Auswahl des Fitnessstudios achten

Vor allem, weil die Ansprüche jedes Freizeitsportlers unterschiedlich sind, lohnt es sich, die Konditionen der einzelnen Studios genauer zu betrachten. Willst du die Fitnessclubs miteinander vergleichen, achte besonders auf diese Merkmale:

  • Preis pro Monat: Wichtig ist, dass dein Einkommen den monatlichen Beitrag erlaubt und du dich nicht dadurch verschuldest. Die Monatsbeiträge liegen bei den unterschiedlichen Anbieter teils drastisch auseinander.
  • Aufnahmegebühr: Die meisten Studios verlangen eine Aufnahmegebühr. Diese kann unterschiedlich hoch sein.
  • Anzahl der nutzbaren Studios: Fitnessketten haben gegenüber Einzelstudios einen entscheidenden Vorteil; sie haben viele Studios in der gleichen Stadt oder deutschlandweit, die durch Mitglieder genutzt werden können. Das ist zum Beispiel interessant, wenn du häufig Dienstreisen unternimmst. Du kannst dann zwar zwischen den einzelnen Fitnessstudios wechseln, behältst aber deinen Vertrag.
  • Betreuung und Trainer: Über die Qualität der Betreuung und der Trainer erfährst du am meisten, wenn du dir Mitgliederkommentare im Internet ansiehst. Wichtig ist, dass die Trainer die Nutzung der Geräte gut erklären und in Kursen auf die richtige Ausführung der Übungen durch alle Teilnehmer achten.
  • Angebotene Kurse: Kurse haben den Vorteil, dass du dich nicht selbst motivieren musst. Manche Fitnessstudios bieten eine Vielzahl unterschiedlicher Kurse wie Bauch-Beine-Po, Pilates oder Yoga an, die durch Trainer geleitet werden. In anderen Studios gibt es nur Cyberobics, also virtuelle Trainingsangebote auf einer Videoleinwand.
  • Ausstattung mit Geräten: Wenn du gern an bestimmten Geräten trainierst, sollte das Fitness-Studio deiner Wahl natürlich über diese verfügen. Die Anzahl und die Qualität der Geräte in den einzelnen Studios kann sich stark unterscheiden.
  • Ausstattung mit Wellnesseinrichtungen: Eine Sauna oder ein Schwimmbecken sind nicht in jedem Fitnessstudio zu finden. Legst du darauf wert, musst du allerdings meistens mit höheren Monatsbeiträgen rechnen.
  • Extras: Nicht in jedem Studio sind die Duschen oder Getränke kostenlos. Die monatliche Belastung kann daher trotz eines auf den ersten Blick geringen Beitrags am Ende höher liegen.

Tipp: Krankenkasse wechseln und Fitnessstudio günstiger nutzen! Einige Krankenkassen gewähren Mitgliedern von Fitnessstudios einen Bonus, wenn die Mitgliedschaft durch Vorlage eines Vertrags nachgewiesen wird. Zwar werden nicht die gesamten Beiträge übernommen, aber es wird ein Zuschuss gewährt oder der Bonus fällt am Ende des Jahres höher aus. Prüfe das Leistungsangebot deiner Krankenkasse und wechsle eventuell in eine andere.

Erst kündigen, dann das Fitnessstudio wechseln

Da du mit dem Betreiber deines bisherigen Studios einen Vertrag über die Mitgliedschaft abgeschlossen hast, musst du diesen in der Regel kündigen, bevor du das Fitnessstudio wechseln kannst. Der Vertrag kann entweder ordentlich gekündigt werden oder außerordentlich, wenn dafür berechtigende Gründe vorliegen. Vor der Kündigung ist es ratsam zu prüfen, ob eventuell sogar der Widerruf des Vertrags möglich ist. Diesen sieht das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) nämlich bei Verbraucherverträgen vor. In Bezug auf Fitnessclubs sind die Widerrufsmöglichkeiten jedoch eingegrenzt und beschränken sich auf Verträge, die im Fernabsatz, auf der Straße oder auf Messen abgeschlossen worden sind. In den meisten Fällen dürften diese Voraussetzungen nicht vorliegen, da sich natürlich auch die Studiobetreiber gesetzlich absichern.


Die ordentliche Kündigung

Die ordentliche oder fristgerechte Kündigung ist immer zum Ende der vereinbarten Laufzeit mit einer Frist möglich, die meistens drei Monate beträgt. Je nach Vertrag oder Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Betreibers kann die Kündigungsfrist aber auch abweichen. Die Laufzeiten der Verträge von Fitnessclubs betragen meistens zwölf oder vierundzwanzig Monate und verlängern sich stillschweigend, wenn sie nicht fristgemäß gekündigt werden. Die Verlängerung beträgt üblicherweise weitere sechs oder zwölf Monate, in denen du an den Vertrag gebunden bist und daher nicht das Fitnessstudio wechseln kannst.

Unser Tipp: Keine Kündigungsfrist mehr verpassen! Nutze unseren Service und hinterlege die Daten des Fitnessstudio-Vertrags in deinem Account. Wir erinnern dich rechtzeitig an die Kündigungsfrist, stellen dir Muster für ein Kündigungsschreiben sowie einen Versandservice per E-Mail, Fax oder Einschreiben zur Verfügung. Auch Vorlagen für die Kündigung eines Fitnessstudios in Österreich findest du unter unseren Vorlagen.


Die außerordentliche Kündigung

Wenn du das Fitnessstudio wechseln möchtest trotz eines Vertrags, dessen Laufzeit noch nicht endet, kommt unter Umständen die außerordentliche Kündigung in Frage. Diese wird auch Sonderkündigung genannt und erlaubt ein vorzeitiges Vertragsende in bestimmten Fällen. Gründe hierfür können beispielsweise eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags, dauerhafte Unbenutzbarkeit der Studioräume oder eine Schließung des Studios sein. Auch eine schwere Krankheit oder unter Umständen eine Schwangerschaft berechtigen unter Vorlage eines ärztlichen Attests zur außerordentlichen Kündigung. Der Wunsch, das Fitnessstudio zu wechseln bei einem Umzug, ermächtigt dich jedoch nicht zu einer Sonderkündigung. Viele Fitnessstudio-Betreiber zeigen sich allerdings kulant, wenn sie am neuen Wohnort kein Studio haben und entlassen das Mitglied vorzeitig aus dem Vertrag. Ist dies nicht der Fall, musst du den Vertrag leider ordentlich kündigen und die Beiträge bis zum Ende der Laufzeit weiter bezahlen.

Hinweis: In unserem Ratgeber "Kündigung Fitnessstudio" erfährst du mehr Details über die ordentliche und die außerordentliche Kündigung. Das erleichtert es dir, das Fitnessstudio zu wechseln.

Fazit

Das Fitnessstudio zu wechseln ist am einfachsten möglich, wenn der alte Vertrag ausläuft oder fristgemäß gekündigt wurde. In bestimmten Fällen ist die Sonderkündigung möglich, auch wenn die Vertragslaufzeit noch nicht beendet ist. Ein Umzug ist leider kein Grund für eine außerordentliche Kündigung.

Tipp: Kündige jetzt dein Fitnessstudio schnell und unkompliziert mit unseren kostenlosen Vorlagen.

Jonas Franke
Heike Jestram
Heike Jestram arbeitet als Autorin in Berlin. Seit 2016 unterstützt sie volders und schreibt Ratgeber zu Verträgen und Kündigungen. Durch den digitalen Vertragsassistenten können viele Nutzer in Deutschland die Kontrolle über ihre Verträge gewinnen.