Gasanbieter wechseln

Gaswechsel leicht gemacht

  1. Ist der Wechsel des Gasanbieters kompliziert?
  2. Was sollte bei einem Wechsel beachtet werden?
  3. Wann ist ein Gaswechsel überhaupt möglich?
  4. Gasanbieter wechseln vs. Wechsel des Gastarifes - was ist sinnvoller?
  5. Können durch einen Wechsel Nachteile entstehen?

Der Gasmarkt in Deutschland

Seit 1998 ist der Gasmarkt in Deutschland liberalisiert, weswegen die Verbraucher ihren Gasanbieter frei wählen können. Für private Verbraucher ist der Wechsel übrigens erst seit dem Jahr 2006 möglich, da die Öffnung des Gasmarktes sich seit der Liberalisierung verzögerte. Vorher gab es innerhalb einer Region nur einen bestimmten Gasanbieter und ein Wechsel war schlichtweg nicht möglich. Grund für die Marktöffnung waren enorme Preiserhöhungen und eine Verweigerungshaltung der Gasversorger gegenüber dem Bundeskartellamt. Daher verpflichteten sich einige große Energiekonzerne, ihren Kunden die Möglichkeit eines Wechsels einzuräumen. Im Gegenzug stellte das Kartellamt die Missbrauchsverfahren gegen die Konzerne aufgrund ihrer Preiserhöhungen ein. 

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Gasanbietern, welche sich in einem harten Preiskampf gegenüberstehen. Für dich als Verbraucher ist dies vorteilhaft, da du dadurch einige hundert Euro pro Jahr sparen kannst. Den Gasanbieter zu wechseln, ist sehr einfach und ähnelt dem Vorgehen beim Wechsel des Stromanbieters.

Schnell und einfach den Gasanbieter wechseln

Ein Wechsel deines Gasanbieters ist mittlerweile unkompliziert und in der Regel innerhalb weniger Minuten erledigt:

  1. Zunächst solltest du mit Hilfe eines Online-Gasrechners die diversen Anbieter sowie Angebote miteinander vergleichen. Dafür musst du deine Postleitzahl und deinen Gasverbrauch pro Jahr angeben. Wenn du dir mit dem Verbrauch nicht sicher bist, schau am besten auf deine letzte Abrechnung.
  2. Anschließend findest du eine Auflistung sämtlicher Gastarife, welche dir zur Verfügung stehen. Hier musst du dich nur noch für den richtigen entscheiden.
  3. Wenn dies erfolgt ist, kannst du das Auftragsformular online verschicken und der Wechsel kann beginnen. Für das Formular benötigst du generell deinen derzeitigen Jahresverbrauch, deine Anschrift, den Namen des aktuellen Versorgers und die Zählernummer.
  4. Nun muss nur noch dein alter Gasvertrag gekündigt werden. Hierum kümmert sich meist der neue Versorger. Selbst kündigen solltest du lediglich, wenn du aufgrund einer Gaspreiserhöhung von deinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machst.

Was sollte bei einem Wechsel des Gasanbieters beachtet werden?

Bei einem Wechsel des Gasanbieters solltest du natürlich auf den Preis achten. Daneben spielen aber auch die weiteren Vertragsbestimmungen und der Kundenservice eine entscheidende Rolle und sollten in deine Entscheidung mit einfließen.

So kann sich eine Preisgarantie, welche für einen festen Preis für einen bestimmten Zeitraum sorgt, lohnen. Hier solltest du jedoch beachten, dass du im Falle von Preissenkungen dennoch den vereinbarten (garantierten) Preis bezahlen musst. Lange Vertragslaufzeiten sowie Kündigungsfristen sind außerdem hinderlich, wenn du aufgrund der Marktentwicklung schnell wechseln möchtest. Daher ist es sinnvoll, wenn du einen guten Mittelweg zwischen Preisgarantie und Vertragslaufzeit findest.

Außerdem halten einige Gasanbieter  Neukundenboni und Rabatte bereit. Hier empfiehlt es sich jedoch genauer hinzuschauen, da Anbieter ohne Bonuszahlungen oftmals einen geringeren Verbrauchspreis anbieten als jene mit Rabatten.

Wann kann der Gasanbieter gewechselt werden?

Beim Gas-Grundversorger, welches im Normalfall ein lokaler Anbieter ist, ist die Kündigungsfrist gesetzlich festgeschrieben und beträgt zwei Wochen. Wenn du nicht mehr in der Grundversorgung bist, bestimmen deine  Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist den Zeitpunkt eines möglichen Wechsels. Zudem solltest du darauf achten, ab wann und um welchen Zeitraum sich dein derzeitiger Vertrag automatisch verlängert. Im Falle einer Verlängerung wärst du wieder für eine bestimmte Zeit an deinen alten Gasanbieter gebunden und musst warten, bis ein Wechsel möglich ist. Du solltest dich daher immer rechtzeitig um deinen Wechsel kümmern. Damit du deine Kündigungsfrist nicht verpasst, erinnern wir dich automatisch rechtzeitig vor dem Ablauf. Dafür musst du lediglich ein Erinnerungsdatum auswählen.

Falls du Mieter oder Bewohner eines Mehrfamilienhauses bist, welches über eine gemeinsame Zentralheizung beheizt wird, kannst du den Gasanbieter nicht selbst wechseln. Du kannst in einem solchen Fall lediglich den Hausbesitzer bzw. Vermieter auf einen Gasanbieterwechsel und die ihm dadurch entstehenden Ersparnisse hinweisen. Denn wenn durch einen Wechsel des Energieversorgers die Heizkosten zurückgehen, sinken auch die Betriebs- und Nebenkosten für alle Bewohner des Hauses.

Gasanbieter wechseln vs. Wechsel des Gastarifes - was ist sinnvoller?

Durch einen Gasanbieterwechsel können jährlich einige Euros gespart werden. Jedoch musst du nicht unbedingt den Gasanbieter selbst wechseln. Mitunter hat auch der aktuelle Anbieter Tarife zur Auswahl, die attraktiver sind als dein derzeitiger. Daher solltest du dir beim Gasvergleich ebenfalls deinen derzeitigen Versorger anzeigen lassen oder direkt mit diesem die Alternativen besprechen.

Können bei einem Wechsel des Gasanbieters Nachteile entstehen?

Der Wechsel an sich ist ein buchhalterischer Vorgang, wodurch es zum Beispiel währenddessen zu keiner Unterbrechung der Gasversorgung kommen kann. Dein aktueller Gasversorger ist nämlich per Gesetz dazu verpflichtet, eine Versorgung bis zur Übergabe an den neuen Anbieters zu gewährleisten.

Du solltest in jedem Fall genau auf die Tarifkonditionen deines neuen Versorgers achten:

  • Wähle am besten eine kurze Vertragslaufzeit, so dass ein schneller Wechsel jederzeit möglich ist und du flexibel auf Veränderungen auf dem Gasmarkt reagieren kannst.
  • Einige Anbieter bieten zudem Preisgarantien an. Bei diesen solltest du darauf achten, dass sie zumindest für die Dauer der Mindestvertragslaufzeit gelten. Zudem sollten sämtliche Preisbestandteile diese Garantie umfassen, damit du vor steigenden Umlagen und Abgaben sicher bist.
  • Eine monatliche Zahlweise ist empfehlenswert, weil du so keinerlei Risiko beispielsweise im Falle einer Insolvenz deines Anbieters eingehst. 
  • Falls dein neuer Gasanbieter einen Sonderabschlag verlangt, solltest du ebenfalls vorsichtig sein. Dabei handelt es sich um eine einmalige Abschlagszahlung, die zu Beginn des Vertrages fällig wird. Zwar wird dieser Betrag im Allgemeinen zum Ende des Jahres vom Versorger zurückerstattet, geht jedoch bei einer Insolvenz dessen komplett verloren.

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Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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