Girokonto wechseln

Tipps für einen mühelosen Kontowechsel

  1. Wann ist eine Wechsel des Kontos möglich?
  2. Worauf ist beim Wechsel zu achten?
  3. Wie sollte bei einem Wechsel vorgegangen werden?

Die Vorteile durch einen Girokontowechsel

Wenn du bemerkst, dass es weitaus bessere Girokonten gibt als dein aktuelles, solltest du das Girokonto wechseln. Viele Banken locken neue Kunden beispielsweise mit günstigen Konditionen, Startguthaben, einer kostenlosen Kontoführung oder zusätzlichen Kreditkarten. Damit bei einem Kontowechsel alles reibungslos verläuft, solltest du jedoch ein paar Punkte beachten.

Wann du dein Girokonto wechseln kannst

Ein Girokonto kann von dir aus, aber auch von Seiten der Bank gekündigt werden. Dabei kann eine Kündigung jederzeit erfolgen und es müssen in der Regel keinerlei Fristen eingehalten werden. Jedoch kann die Bank in den  Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Kündigungsfrist festlegen. Diese darf aber maximal einen Monat betragen. Alles andere wäre unwirksam. Sollte dir die Bank dein Konto kündigen, muss diese eine angemessene Frist von mindestens zwei bis drei Monaten einräumen. Liegt allerdings ein wichtiger Grund, wie beispielsweise die Tätigung falschen Angaben über deine Vermögensverhältnisse, vor, muss die Frist nicht eingehalten werden.

Jedoch braucht heutzutage jeder ein Girokonto, um bargeldlos bezahlen zu können, Überweisungen zu erledigen, am Lastschriftverkehr teilzunehmen oder um Daueraufträge einzurichten. Es ist daher nicht sinnvoll, sein Girokonto zu kündigen ohne ein neues zu eröffnen.

Was beim Girokontowechsel unbedingt zu beachten ist

Bei einem Kontowechsel können einige Nachteile entstehen, die sich aber vermeiden lassen. Unannehmlichkeiten, mit denen du rechnen musst, sind unter anderem:

  • Die Umstellung von Lastschriften und Daueraufträgen erfolgt nicht rechtzeitig und es wird weiterhin das alte Konto belastet. Daher empfiehlt es sich, das alte Konto noch circa zwei bis drei Monate parallel zum neuen laufen zu lassen. So verringert sich die Gefahr von Fehlbuchungen. Zudem solltest du ein Restguthaben auf diesem Konto belassen, falls es zu fehlerhaften Abbuchungen kommt. Ansonsten können dir für dein altes Konto Gebühren für die Rücklastschriften berechnet werden.
  • Du musst sämtlichen Stellen wie Geldgebern, Versicherungen oder anderen Banken deine neue Bankverbindung mitteilen. Hierfür haben jedoch fast alle Banken einen Konto-Umzugs-Service, den du nutzen kannst. Dann kümmert sich deine neue Bank um die Meldung deiner neuen Bankverbindung.
  • Wenn du dein Girokonto wechseln möchtest, nimmt dies aufgrund der Umstellungen immer etwas Zeit in Anspruch. Wenn du dies von vornherein einplanst und die entsprechenden Vorkehrungen triffst, läuft der Kontowechsel in der Regel reibungslos ab.

So klappt's unkompliziert mit dem Wechsel

Vor einem Wechsel des Girokontos steht oftmals der Vergleich. Wenn du feststellst, dass es Konten mit besseren Konditionen als bei deiner aktuellen Bank gibt, ist ein Wechsel vorteilhaft. Jedoch gibt es hier einige Dinge zu beachten:

  1. Bevor du dich für ein neues Girokonto entscheidest, solltest du dir die bestehenden Zinskonditionen genau anschauen. Die Vergleich-Tools geben dir die Möglichkeit, deine möglichen Ersparnisse durch den Wechsel anzeigen zu lassen.
  2. Damit dir keine Mehrkosten entstehen, kündige dein altes Konto nicht sofort. Insbesondere die Änderung von Abbuchungsaufträgen nimmt häufig etwas Zeit in Anspruch, wodurch es mitunter auch zu längeren Verzögerungen kommen kann.
  3. Informiere sämtliche Stellen, welche regelmäßig Abbuchungen oder Überweisungen auf deinem Konto durchführen. Hierunter zählen beispielsweise
    • Arbeitgeber
    • Arbeitsagentur
    • Vermieter, Energieversorger, Telefon- sowie Internetanbieter, Rundfunkbeitrag
    • Versicherungen wie Krankenkasse, Haftpflicht, Rechtsschutz, Unfallversicherung
    • anderer Banken, die dein Girokonto als Referenzkonto für z.B. Tagesgeld benutzen
    • Bausparanbieter
    • Kreditinstitutionen
    • Vereine, Clubs, Abonnements
    • Versandhäuser, Schulen, Kindergärten, Gewerkschaften und Berufsgenossenschaften
    • Ämter für Kindergeld oder Rente
  4. Falls du einen Dispositionskredit bei deiner alten Bank hattest, kannst du diesen meist auch mit zu deiner neuen nehmen. Jedoch wird in den meisten Fällen deine neue Bank einen Gehaltsnachweis von dir verlangen. Beachte außerdem, dass bei deiner Kündigung der Dispo auf dem alten Konto ausgeglichen ist.
  5. Umfasst dein neues Girokonto ein verzinstes Tagesgeld- oder Kreditkartenkonto, solltest du ebenso an die Einrichtung eines Freistellungsauftrags denken. Dadurch umgehst du der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge. Falls du bei deiner alten Bank einen solchen Freistellungsauftrag hattest, musst du diesen separat kündigen. 
  6. Wenn du die Chip-Funktion bei deiner alten EC-Karte benutzt hast, denk daran, das Guthaben darauf zu entladen, bevor du die Karte vernichtest.
  7. Deine alten EC- und Kreditkarten solltest du auf keinen Fall einfach so in den Müll werfen, sondern vorher entwerten. Am besten ist es, wenn du die Karten zerschneidest, damit der Magnetstreifen auf der Rückseite zerstört wird und nicht mehr benutzt werden kann.
Tipp: Achte unbedingt darauf, dass du mit deiner neuen EC-Karte gebührenfrei Bargeld abheben kannst. Beispielsweise ist die Eröffnung eines Girokontos bei einer Bank, die der Cash Group angehört, nicht sinnvoll, wenn in deiner Umgebung lediglich Geldautomaten der Sparkassen stehen und in diesem Fall durch Abhebungen Gebühren anfallen.

Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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