Untermietvertrag kündigen

Darauf musst du als Hauptmieter achten

  1. Wonach richten sich die Kündigungsfristen bei einem Untermietvertrag?
  2. Worauf ist bei der ordentlichen Kündigung des Untermietvertrags zu achten?
  3. Kann das Untermietverhältnis außerordentlich gekündigt werden?
  4. Was ist nach der Kündigung zu beachten?

Wissenswertes zur Untervermietung

Der Mieter einer Wohnung kann seine Wohnung oder Teile davon untervermieten. Hierfür bedarf es allerdings einer entsprechenden Zustimmung des Vermieters. Eine solche Untervermietung der Mieträume stellt eine attraktive Möglichkeit dar, wenn du dir beispielsweise deine Wohnung alleine nicht leisten kannst. Gleichzeitig ist sie eine schnelle und einfache Möglichkeit für Wohnungssuchende, um an einen Wohnraum heranzukommen.

Die Art der Untervermietung ist entscheidend

Ein Untermietvertrag wird regelmäßig wie ein normaler Mietvertrag im Sinne des Mietrechts behandelt. Lediglich in Bezug auf die Kündigungsfristen ist eine Unterscheidung zwischen der Vermietung einzelner Räume oder der gesamten Wohnung vorzunehmen. Wichtig ist vor allem auch, dass der Untermietvertrag schriftlich und nicht nur mündlich abgeschlossen wurde. Grundsätzlich hat der Untermieter die gleichen Rechte und Pflichten gegenüber dem Vermieter wie auch der Hauptmieter.

Ordentliche Kündigung des Untermieters

Wenn du deinem Untermieter ordentlich kündigen möchtest, musst du dich zunächst daran orientieren, ob du die gesamte Wohnung oder nur einzelne Räume dieser untervermietet hast.

Untervermietung der gesamten Wohnung

Wenn du als Mieter deine komplette Wohnung an eine andere Partei untervermietet hast, besteht der gleiche Mietschutz wie auch bei einem Hauptmietverhältnis. Demnach kannst du als Mieter das Untermietverhältnis nur dann ordentlich kündigen, wenn du nach § 573 BGB ein berechtigtes Interesse vorweisen kannst.

Ein solches Interesse liegt im Allgemeinen vor, wenn du als Mieter beispielsweise einen Eigenbedarf für die Wohnung anmelden möchtest. Dabei ist jedoch zu beachten, dass eine Kündigung des Hauptmietverhältnisses kein berechtigtes Interesse im Sinne des Mietrechts darstellt. Wenn du als Hauptmieter gekündigt wirst, hat dies keinerlei Auswirkungen auf das Untermietverhältnis. Du kannst allerdings in diesem Fall nach § 546 Absatz 2 BGB den Auszug deines Untermieters verlangen.

Wenn du ein Untermietverhältnis der kompletten Wohnung aufheben möchtest, gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten. Wichtig ist auch, dass das Kündigungsschreiben dem Untermieter spätestens zum dritten Werktag eines Monats zugeht.

Untervermietung einzelner Räume der Wohnung

Wenn du lediglich einzelne Räume deiner Wohnung untervermietet hast, gibt es bei der Kündigung abermals die Unterscheidung zwischen unmöblierten und möblierten Räumen.

  • Kündigung bei unmöblierten Räumen

    Bei der Untervermietung unmöblierter Räume bedarf es bei einer Kündigung keinem berechtigten Interesse. Liegt ein solches tatsächlich nicht vor, verlängert sich die Kündigungsfrist gemäß § 573 a Absatz 2 BGB um weitere drei Monate auf mindestens sechs Monate. Besteht ein berechtigtes Interesse, reduziert sich die Kündigungsfrist auf die gesetzlichen drei Monate.

  • Kündigung bei möblierten Räumen

    Bei einer Untervermietung von Räumen mit Möbeln des Hauptmieters, bedarf es ebenfalls keinem berechtigten Interesse, wenn das Untermietverhältnis gekündigt werden soll. Allerdings gibt es in diesem Fall keine Verlängerung der Kündigungsfrist. Sie wird sogar verkürzt: Mieter und Untermieter können zum 15. eines jeden Monats das bestehende Mietverhältnis mit Wirkung zum Ablauf des jeweiligen Monats kündigen.

Untervermietung zum vorübergehenden Gebrauch

Es gibt außerdem die Möglichkeit, einen Untermietvertrag für einen bestimmten Zeitraum zu schließen. Dann musst du bei einer Kündigung ebenfalls kein berechtigtes Interesse vorweisen und es können sogar verkürzte Kündigungsfristen gemäß § 573 c Absatz 2 BGB vereinbart werden.

Außerordentliche Kündigung bei einem Untermietverhältnis

Die Kündigung eines Untermietvertrages ist beim Vorliegen wichtiger Gründe ebenso fristlos möglich. Wichtig ist hierbei, dass diese Gründe gesetzlich anerkannt sind, wie beispielsweise:

  • Vertragsverletzungen
  • die Unzumutbarkeit eines Fortbestandes des Untermietverhältnisses sowie
  • eine Einschränkung der Privatsphäre durch den Untermieter

Eine solche außerordentliche Kündigung muss bis zum 15. des aktuellen Monats erfolgen. Diese gilt dann für den laufenden Monat und der Untermieter muss bis Monatsende ausgezogen sein. Geht die fristlose Kündigung erst nach dem 15. beim Untermieter ein, ist sie nicht mehr für den aktuellen, sondern erst für den folgenden Monat wirksam.

Worauf du nach der Kündigung achten solltest

Wenn du deinem Untermieter gekündigt hast, solltest du ein paar Punkte beachten, damit es im Nachhinein zu keinen weiteren Unannehmlichkeiten kommt.

Wenn dein Untermieter in den ihm überlassenen Räumen Mängel hinterlassen hat, ist er zur Beseitigung dieser innerhalb einer ihm eingeräumten Frist verpflichtet. Dies betrifft vor allem Schönheitsreparaturen oder ähnliches. Du als Hauptmieter haftest übrigens gegenüber dem Vermieter für sämtliche Schäden, welche aus dem Untermietverhältnis entstehen. Du musst sogar eine Nutzungsentschädigung leisten, wenn dein Untermieter verspätet auszieht und das Hauptmietverhältnis bereits beendet ist. Die Ausgaben kannst du jedoch von deinem Untermieter zurückfordern.

Informiere dich zu diesen weiteren Themen des Mietrechts:

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Bild von Jonas Franke

Wirtschaftsjurist Jonas Franke (G+)

Jonas Franke schreibt seit 2 Jahren für volders. Mit dem digitalen Vertragsassistenten haben bereits
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